Bahn: Regionalchef peilt Pünktlichkeit von 90 Prozent an

Zeitplan bleibt offen:DB Regio-Chef: Peilen Pünktlichkeit von 90 Prozent an

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DB Regio-Chef Harmen van Zijderveld setzt sich ein klares Ziel: Mehr als 90 Prozent Pünktlichkeit im Regionalverkehr - doch wann das erreicht werden soll, lässt er offen.

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Die Deutsche Bahn will im Regionalverkehr wieder eine Pünktlichkeitsquote von mehr als 90 Prozent erreichen - einen genauen Zeitplan gibt es dafür aber nicht.

"Die Herausforderung ist, den Abwärtstrend schnell zu stoppen. Da müssen wir gemeinsam im Systemverbund neue Lösungen finden", sagte der Chef der DB-Regionalverkehrstochter, Harmen van Zijderveld, der Deutschen Presse-Agentur.

Ich hoffe, dass das laufende Jahr mit vielen wichtigen Bauvorhaben weitere spürbare Verbesserungen auch auf der Infrastrukturseite bringen wird.

Harmen van Zijderveld, Chef von DB Regio

Die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo hat für das laufende Jahr rund 28.000 Baustellen geplant.

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Pünktlichkeit seit mehr als einem Jahr unter 90 Prozent

Eine Pünktlichkeitsquote von mehr als 90 Prozent gab es im Nahverkehr zuletzt im März 2025. Im April 2026 waren es 89,1 Prozent. "Unser Ziel ist, wieder stabil über das Niveau von 90 Prozent bei der Pünktlichkeit zu kommen", sagte van Zijderveld.

Die Pünktlichkeit im Nahverkehr ist deutlich höher als im Fernverkehr. Das liegt unter anderem an den kürzeren Fahrwegen der Züge. Zudem gibt es im Nahverkehr deutlich mehr Fahrten - unpünktliche Fahrten fallen also nicht gleich so stark ins Gewicht.

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Marode Infrastruktur bremst Züge aus

Als Hauptgrund für die Unpünktlichkeit gilt bei der Bahn allgemein der schlechte Zustand der Infrastruktur. Das Streckennetz ist an vielen Stellen marode. Im vergangenen Jahr konnte mit 26.000 Baustellen für rund 19,9 Milliarden Euro lediglich ein weiterer Verfall verhindert werden, die Zustandsnote verbesserte sich aber nicht.

Im laufenden Jahr stehen rund 23 Milliarden Euro zur Verfügung. Ein weiterer Grund für Verspätungen sind überlastete Knoten, dazu gehören etwa die großen Städte.

"Wir sehen, dass wir in manchen Situationen einen Fahrplan haben, der bei der Belastung der Infrastruktur so nicht mehr sinnvoll ist", sagte van Zijderveld. Kleine Probleme wirken sich dann schnell auf viele Züge aus, weil diese in enger Taktung hintereinanderfahren.

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Wie können die Knoten entlastet werden?

Eine Möglichkeit wäre wohl, weniger Züge fahren zu lassen - politisch gilt das aber als letzter Weg, wenn alle anderen Ideen gescheitert sind. Das Signal, dass Zugverkehr abbestellt wird, möchte niemand gerne senden.

Es sei gut, dass auf politischer Ebene Diskussionen zur Optimierung des Fahrplans geführt werden. Hier könne man bereits mit "minimalinvasiven Eingriffen" große Effekte erzielen, sagte van Zijderveld. Eine vom Bundesverkehrsministerium initiierte "Taskforce zuverlässige Bahn" schlug im März in ihrem Bericht unter anderem sogenannte Jokergleise und mehr Puffer im Fahrplan vor.

Jokergleise meint Gleise in Bahnhöfen, die freigehalten werden, um auf Störungen flexibler reagieren zu können. Zusätzliche Gleise könnten kurzfristig Engpässe entschärfen. Auch über "Flex-Abfahrten" wurde zuletzt diskutiert: Züge könnten zum Beispiel eine Minute vor der offiziell angegebenen Zeit abgefertigt werden, um pünktlicher loszufahren.

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Quelle: dpa
Über die Lage im Nahverkehr berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Bahn: Kürzungen im Nahverkehr drohen" am 22.05.2026 um 10:31 Uhr.

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