Strecke von Offenburg nach Karlsruhe:Sicherheitsmann der Bahn stürzt bei Streit aus fahrendem Zug
Ein Sicherheitsmann der Deutschen Bahn ist bei einem Streit mit einem Fahrgast aus dem fahrenden Zug gestürzt. Auslöser der Auseinandersetzung war wohl eine Ticketkontrolle.
Ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn ist bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und schwer verletzt worden.
18.07.2026 | 0:22 minEin Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn ist bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Zu dem Streit war es am Freitagabend im Zuge einer Fahrscheinkontrolle auf der Strecke von Offenburg nach Karlsruhe in Baden-Württemberg gekommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam mitteilten.
Der Sicherheitsmitarbeiter ist weiter in einem kritischen Zustand. Ob der 26-Jährige im Koma liegt oder ansprechbar ist, konnte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen. Seinen Angaben zufolge war der Regionalzug mit etwa 120 km/h unterwegs, als es zu dem lebensgefährlichen Sturz kam.
Aufgrund von Angriffen gegen Bahnmitarbeitende und daraus resultierender Unsicherheit sollen zukünftig Bodycams helfen. Für ihren Einsatz gibt es aktuell verpflichtende Schulungen, das Tragen ist dann freiwillig.
27.05.2026 | 1:50 minZugtür sprang bei Auseinandersetzung aus Verankerung
Der Sicherheitsmitarbeiter war demnach bei der körperlichen Auseinandersetzung mit einem mutmaßlich betrunkenen Fahrgast gegen die Zugtür gestürzt, die dadurch aus ihrer Verankerung gerissen wurde, wie der Sprecher der Anklagebehörde weiter sagte. Zu den technischen Hintergründen - also warum die Tür aus der Verankerung sprang - war zunächst nichts bekannt. Der Zug, der auf dem Weg von Offenburg nach Karlsruhe gewesen war, sei beschlagnahmt und werde untersucht.
Außerdem würden Zeugen befragt und es werde auch geprüft, ob es Videoaufnahmen von den Geschehnissen gebe. Der 36 Jahre alte Fahrgast wurde festgenommen und befindet sich derzeit in Gewahrsam.
Der Zugbegleiter Serkan C. wurde im Februar zu Tode geschlagen. Auf einem Sicherheitsgipfel der Bahn ging es darum, wie das Bahnpersonal künftig besser geschützt werden soll.
13.02.2026 | 1:53 minFahrscheinkontrolle als Auslöser für Streit
Auslöser des lebensgefährlichen Zwischenfalls war zunächst eine Ticketkontrolle am Freitagabend gewesen. "Im Zusammenhang mit der Fahrscheinkontrolle kam es wohl zu einem verbalen Streit, weshalb zwei Mitarbeiter der DB-Sicherheit hinzugezogen wurden", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in der Nacht mit. Der 36 Jahre alte Fahrgast soll die beiden Sicherheitskräfte demnach beleidigt haben. Es sei dann zu der körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Fahrgast und dem Sicherheitsmann gekommen.
Zuvor hatten die DB-Sicherheitsmänner schon die Polizei alarmiert, die beim nächsten Stopp des Zuges hätte zusteigen sollen. Dazu kam es aber nicht mehr - der Streit war da bereits eskaliert. Der 26-Jährige stürzte auf Höhe von Ettlingen-Bruchhausen aus dem Zug und wurde wenig später schwerst verletzt gefunden. Man ermittele mit Hochdruck, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Im Laufe des Tages sollten weitere Erkenntnisse mitgeteilt werden. Auch die Bahn kündigte ein Statement an.
Eisenbahngewerkschaft: "Fassungslos und wütend"
Der schreckliche Vorfall zeige erneut auf dramatische Weise, "dass verbale und körperliche Übergriffe auf das Zugpersonal eine neue, lebensgefährliche Dimension erreicht haben", sagte dazu Manuel Amberger, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).
Dass erneut einer unserer Kollegen nach einer einfachen Fahrkartenkontrolle im Krankenhaus um sein Leben ringen muss, macht uns fassungslos und wütend.
Manuel Amberger, Landesvorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft
Das Landgericht Zweibrücken hat einen 26-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Er hatte einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle tödlich verletzt.
09.07.2026 | 2:48 minSchaffner bei Ticket-Kontrolle totgeprügelt
Die Ereignisse von Freitagabend wecken Erinnerungen an den Fall eines Zugschaffners, der Anfang Februar bei einer Ticket-Kontrolle in Rheinland-Pfalz von einem Mann ohne Fahrschein totgeprügelt wurde, nachdem er ihn zum Aussteigen aufgefordert hatte. Vergangene Woche wurde der 26 Jahre alte Täter zu zehn Jahren Gefängnis wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Er hatte dem Schaffner mit den Fäusten so heftig gegen den Kopf geschlagen, dass dieser an einer Hirnblutung starb.
Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen und löste eine Debatte über Sicherheit in Zügen aus. Für viele Zugbegleiter hatte der Fall bedrückende Symbolkraft, da die Zahl der Übergriffe auf Mitarbeitende der Bahn zunimmt. Nach Angaben der Bundesregierung nahm die Bundespolizei 2025 rund 2.690 Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn auf - rund elf Prozent mehr als im Jahr davor.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zur Bahn
Urteil des Landgerichts Zweibrücken:Tödliche Attacke auf Zugbegleiter: Zehn Jahre Haft
mit Video1:19Zwischen Hamburg und Cuxhaven:Bahnverkehr steht still - nach mutmaßlichem Brandanschlag
mit Video0:20Neues Assistenzsystem "Kiana":Deutsche Bahn setzt auf KI in der Kundenkommunikation
mit Video0:36Softwarefehler beim Bahnfunk GSM-R:Bundesweiter Zugausfall: Jetzt erklärt die Bahn die Gründe
mit Video1:26