Gipfel nach Attacke auf Zugbegleiter:Bahn will Sicherheit erhöhen - Bodycams für Zugpersonal
Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters will die Bahn für mehr Sicherheit sorgen. Geplant ist unter anderem, die Mitarbeiter mit Bodycams auszustatten.
Bahn-Chefin Palla kündigte bei einem Sicherheits-Gipfel an, dass Body-Cams Bahnmitarbeiter besser schützen sollen. Alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt sollen freiwillig ausgestattet werden.
13.02.2026 | 1:21 minNach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan C. hat die Deutsche Bahn nach einem Sicherheitsgipfel weitere Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten angekündigt. Unter anderem soll ein bereits vorhandener Hilferuf-Knopf weiterentwickelt werden, wie die Bahn mitteilte.
Weiterhin setzt die Bahn den Angaben zufolge künftig auf bessere Schutzausrüstung für die eigenen Beschäftigten, mehr Verhaltens- und Deeskalationskurse sowie eine Überarbeitung der regionalen Sicherheitskonzepte.
Sicherheitsgipfel nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
An dem Gipfel in Berlin nahmen neben Bahn-Chefin Evelyn Palla unter anderem Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sowie Vertreter von Ländern, Gewerkschaften und dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) teil.
Neben Body-Cams wird für die Sicherheit der Bahnmitarbeiter eine Doppelbesetzung in den Zügen gefordert. ZDF-Korrespondentin Diekmann mit einer Einschätzung zum Sicherheits-Gipfel aus Berlin.
13.02.2026 | 0:56 minMan habe sich während des Gipfels auf einen umfassenden Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene geeinigt, sagte Palla. Dieser stehe unter dem Motto "Prävention geht immer vor Reaktion".
Palla: Bodycams für Personal der Deutschen Bahn
Laut Palla will die Bahn noch in diesem Jahr allen Mitarbeitenden im Kundenkontakt - nicht nur im Regionalverkehr, sondern auch im Fernverkehr sowie an Bahnhöfen - Bodycams zur Verfügung stellen. Perspektivisch sollen diese neben Bildaufnahmen auch eine Tonspur aufzeichnen. Zudem soll mehr Sicherheitspersonal eingestellt werden.
Verkehrsminister Schnieder verwies darauf, dass insbesondere die Ausweiskontrolle zu Konflikten und Gewalt führe. Diese solle daher ab 1. März nicht mehr verpflichtend vorgenommen werden, sondern liege im Ermessen des Kontrolleurs. Zudem sollen bei den Kontrollen verstärkt Zweierteams eingesetzt werden, um Eskalationen zu vermeiden, so Schnieder.
Nach dem tödlichen Angriff auf Zugbegleiter Serkan C. bei Kaiserslautern war das Entsetzen groß.
04.02.2026 | 1:45 minMehrere gewaltsame Angriffe auf Zugbegleiter
Der Gipfel wurde nach mehreren gewaltsamen Angriffen auf Zugbegleiter einberufen. Anfang Februar wurde der 36 Jahre alte Serkan C. von einem Fahrgast angegriffen, der kein Ticket hatte und daher des Zuges verwiesen werden sollte. Dabei erlitt der Zugbegleiter so schwere Kopfverletzungen, dass er im Krankenhaus starb. Der mutmaßliche Angreifer sitzt in Untersuchungshaft.
Der Deutschen Bahn zufolge gab es 2025 mehr als 3.000 Angriffe auf Mitarbeitende - das entspricht ungefähr acht Vorfällen pro Tag. Die Hälfte der Attacken richtet sich demnach gegen Beschäftigte im Regionalverkehr, Sicherheitskräfte seien in gut einem Drittel der Fälle betroffen. Auch Reinigungs- oder Servicekräfte an Bahnhöfen würden angegangen.
EVG-Chef fordert Doppelbesetzung im Nahverkehr
Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), forderte im Vorfeld neben dem Einsatz von Bodycams im Fernverkehr vor allem eine Doppelbesetzung im Nahverkehr. Das sei die wichtigste Forderung, sagte Burkert vor dem Sicherheitsgipfel im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.
Sicherheit ist für uns nicht verhandelbar.
Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter soll das Bahnpersonal besser geschützt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde derzeit überarbeitet, sagte Bundesjustizministerin Hubig.
06.02.2026 | 0:23 minAuch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erhofft sich mehr Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen durch einen höheren Einsatz von Polizeistreifen. "Wir brauchen mehr Zugstreifen, die in den Zügen für Sicherheit sorgen", sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der "Rheinischen Post". Mehr Polizeipräsenz in den Zügen und Bahnhöfen schaffe ein anderes Sicherheitsbild.