Sicherheitsgipfel: Deutsche Bahn plant weitere Schutzmaßnahmen

Gipfel nach Attacke auf Zugbegleiter:Bahn will Sicherheit erhöhen - Bodycams für Zugpersonal

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Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters will die Bahn für mehr Sicherheit sorgen. Geplant ist unter anderem, die Mitarbeiter mit Bodycams auszustatten.

13.02.2026, Berlin: Stefan Schnorr (l-r), Staatssekretär Bundesministerium für Verkehr, Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, und Christian Bernreiter (CSU), Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz, vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.

Bahn-Chefin Palla kündigte bei einem Sicherheits-Gipfel an, dass Body-Cams Bahnmitarbeiter besser schützen sollen. Alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt sollen freiwillig ausgestattet werden.

13.02.2026 | 1:21 min

Nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan C. hat die Deutsche Bahn nach einem Sicherheitsgipfel weitere Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten angekündigt. Unter anderem soll ein bereits vorhandener Hilferuf-Knopf weiterentwickelt werden, wie die Bahn mitteilte.

Weiterhin setzt die Bahn den Angaben zufolge künftig auf bessere Schutzausrüstung für die eigenen Beschäftigten, mehr Verhaltens- und Deeskalationskurse sowie eine Überarbeitung der regionalen Sicherheitskonzepte.

Sicherheitsgipfel nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter 

An dem Gipfel in Berlin nahmen neben Bahn-Chefin Evelyn Palla unter anderem Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sowie Vertreter von Ländern, Gewerkschaften und dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) teil.

ZDF-Korrespondentin Diekmann ist zu sehen.

Neben Body-Cams wird für die Sicherheit der Bahnmitarbeiter eine Doppelbesetzung in den Zügen gefordert. ZDF-Korrespondentin Diekmann mit einer Einschätzung zum Sicherheits-Gipfel aus Berlin.

13.02.2026 | 0:56 min

Man habe sich während des Gipfels auf einen umfassenden Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene geeinigt, sagte Palla. Dieser stehe unter dem Motto "Prävention geht immer vor Reaktion".

Palla: Bodycams für Personal der Deutschen Bahn

Laut Palla will die Bahn noch in diesem Jahr allen Mitarbeitenden im Kundenkontakt - nicht nur im Regionalverkehr, sondern auch im Fernverkehr sowie an Bahnhöfen - Bodycams zur Verfügung stellen. Perspektivisch sollen diese neben Bildaufnahmen auch eine Tonspur aufzeichnen. Zudem soll mehr Sicherheitspersonal eingestellt werden.

Verkehrsminister Schnieder verwies darauf, dass insbesondere die Ausweiskontrolle zu Konflikten und Gewalt führe. Diese solle daher ab 1. März nicht mehr verpflichtend vorgenommen werden, sondern liege im Ermessen des Kontrolleurs. Zudem sollen bei den Kontrollen verstärkt Zweierteams eingesetzt werden, um Eskalationen zu vermeiden, so Schnieder.

Menschen stehen vor Blumen und Kerzen am Bahnsteig im Gedenken an den Tod eines Zugbegleiters.

Nach dem tödlichen Angriff auf Zugbegleiter Serkan C. bei Kaiserslautern war das Entsetzen groß.

04.02.2026 | 1:45 min

Mehrere gewaltsame Angriffe auf Zugbegleiter

Der Gipfel wurde nach mehreren gewaltsamen Angriffen auf Zugbegleiter einberufen. Anfang Februar wurde der 36 Jahre alte Serkan C. von einem Fahrgast angegriffen, der kein Ticket hatte und daher des Zuges verwiesen werden sollte. Dabei erlitt der Zugbegleiter so schwere Kopfverletzungen, dass er im Krankenhaus starb. Der mutmaßliche Angreifer sitzt in Untersuchungshaft.

Der Deutschen Bahn zufolge gab es 2025 mehr als 3.000 Angriffe auf Mitarbeitende - das entspricht ungefähr acht Vorfällen pro Tag. Die Hälfte der Attacken richtet sich demnach gegen Beschäftigte im Regionalverkehr, Sicherheitskräfte seien in gut einem Drittel der Fälle betroffen. Auch Reinigungs- oder Servicekräfte an Bahnhöfen würden angegangen.

Grafik zu Statistik der Angriffe auf DB-Mitarbeiter
Quelle: ZDF

EVG-Chef fordert Doppelbesetzung im Nahverkehr

Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), forderte im Vorfeld neben dem Einsatz von Bodycams im Fernverkehr vor allem eine Doppelbesetzung im Nahverkehr. Das sei die wichtigste Forderung, sagte Burkert vor dem Sicherheitsgipfel im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Sicherheit ist für uns nicht verhandelbar.

Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)

Stefanie Hubig (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, kommt zu einer Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt.

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter soll das Bahnpersonal besser geschützt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde derzeit überarbeitet, sagte Bundesjustizministerin Hubig.

06.02.2026 | 0:23 min

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erhofft sich mehr Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen durch einen höheren Einsatz von Polizeistreifen. "Wir brauchen mehr Zugstreifen, die in den Zügen für Sicherheit sorgen", sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der "Rheinischen Post". Mehr Polizeipräsenz in den Zügen und Bahnhöfen schaffe ein anderes Sicherheitsbild.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete unter anderem das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF am 13.02.2026 ab 12:00 Uhr.