Bekennerschreiben von Linksextremisten:Sabotage an NRW-Bahnstrecke? Staatsschutz ermittelt
Nach dem Böschungsbrand an der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln erhärtet sich der Sabotageverdacht: Linksextreme sollen sich bekannt haben, der Staatsschutz ermittelt.
Nach Bränden an der Strecke Köln Düsseldorf gehen Ermittler von Sabotage aus. Ein Bekennerschreiben einer linksextremen Gruppe ist aufgetaucht.
11.07.2026 | 1:07 minNach einem Brand in einem Kabelschacht der Deutschen Bahn bei Leverkusen hat der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen. Ein politischer Hintergrund könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, teilten die Kölner Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), sagte dem ZDF, nach dem heutigen Stand "muss man es als eine Aktion von Linksextremisten einstufen - vor allen Dingen, da es vergleichbare Taten gegeben hat".
Unsere Fachleute sind ja dann durchaus in der Lage, diese Texte auch zu vergleichen. Also die sagen mir eindeutig: Wir müssen davon ausgehen: linksextremistische Tat.
Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen
Die Gewaltbereitschaft im Bereich Linksextremismus ist in Nordrhein-Westfalen nach vorläufigen Zahlen der Polizei gestiegen - die Zahl der Gewaltdelikte nahm im vergangenen Jahr deutlich zu.
25.02.2026 | 2:10 minBekennerschreiben aufgetaucht
Gegenstand der Ermittlungen ist unter anderem ein zwischenzeitlich im Internet veröffentlichtes "Bekennerschreiben". Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt worden sei, die Kriminalpolizei suche nach Zeugen. Sie sicherte nach eigenen Angaben "Spuren vor Ort".
Die Gruppe "Kommando Angry Birds" veröffentlichte das Schreiben. Darin schreibt die Gruppe, dass sie verantwortlich "für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen" sei. Es seien Brandsätze in einem Kabelschacht deponiert worden.
Die linksextremistische Gruppe "Kommando Angry Birds" hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich reklamiert.
Laut Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat sich die Gruppe "Kommando Angry Birds" in den vergangenen Jahren auf einschlägigen Internetplattformen mehrfach zu Anschlägen auf kritische Infrastruktur bekannt. Nach Einschätzung der Behörde trafen die Anschläge mehrheitlich die Infrastruktur des Bahnverkehrs und führten demnach zu teils massiven Schäden und Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs.
Den Anschlag auf die Bahnstrecke Düsseldorf und Duisburg begründete die Gruppe dem Verfassungsschutz zufolge mit antikapitalistischen und ökologischen Motiven. In der Taterklärung habe sie die "Industrie" mit einem "Tumor" gleichgesetzt, der "neutralisiert" werden müsse. Das BfV ordnet die Gruppe dem Linksextremismus zu. Sie habe zudem Anleitungen zur Herstellung von Brandsätzen veröffentlicht - nach Einschätzung der Behörde mit dem Ziel, andere zu eigenen Brandanschlägen zu befähigen.
Quelle: Bundesamt für Verfassungsschutz
Strecke am Samstag wieder freigegeben
Durch die Sperrung am Freitag kam es zu Umleitungen und Verspätungen im Bahnverkehr. Am Samstag wurde die Strecke wieder freigegeben. Der Zugverkehr rollte nach Angaben der Deutschen Bahn wieder ohne Einschränkungen.
Laut Bahn hatte am Freitagvormittag an zwei Stellen die Böschung zwischen Langenfeld und Leverkusen gebrannt. Die Feuerwehr habe die Brände zwar gelöscht. Allerdings habe das Feuer Schäden an mehreren Signalkabeln angerichtet, so dass auf dem Streckenabschnitt keine Züge fahren konnten.
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