Bahnstrecke Köln-Düsseldorf: Bekennerschreiben aufgetaucht

Bekennerschreiben aufgetaucht:Sabotage an NRW-Bahnstrecke? Linksextreme bekennen sich

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Nach dem Böschungsbrand an der Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln erhärtet sich der Sabotageverdacht: Eine linksextreme Gruppe soll sich zu der Tat bekannt haben.

Feuerwehrleute bei Löscharbeiten an einer Bahnstrecke am 10.07.2026 in Langenfeld, Nordrhein-Westfalen.

Die Gruppe "KommandoAngryBirds" bekennt sich zum Brandanschlag auf die Bahnstrecke Köln-Düsseldorf.

Quelle: dpa

Als Ursache des Feuers an der wichtigen Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln wird nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Sabotageakt vermutet. Inzwischen tauchte auf der linken Plattform indymedia.org ein angebliches Bekennerschreiben auf. Die Bahnstrecke ist seit Freitag gesperrt. Noch ist unklar, wann Züge wieder regulär fahren.

Die Gruppe "Kommando Angry Birds" veröffentlichte das Schreiben. Darin schreibt die Gruppe, dass sie verantwortlich "für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen" sei. Es seien Brandsätze in einem Kabelschacht deponiert worden.

Extremismusforscher Prof. Hendrik Hansen.

Die Bahn sei auch Ziel der Aktivisten, weil sie aus ihrer Sicht die Natur angreift und Waffenlieferungen ermöglicht, so Extremismusforscher Prof. Hansen.

01.08.2025 | 18:29 min

Sicherheitskreise halten Schreiben für echt

In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass das Schreiben echt ist, wie die Deutsche-Presse-Agentur erfuhr. Dass ein technischer Defekt den Böschungsbrand an der Bahnstrecke auslösen konnte, gelte als wenig wahrscheinlich. Über das Bekennerschreiben hatte zuerst der WDR berichtet.

Die linksextremistische Gruppe "Kommando Angry Birds" hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich reklamiert.

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat sich die Gruppe "Kommando Angry Birds" in den vergangenen Jahren auf einschlägigen Internetplattformen mehrfach zu Anschlägen auf kritische Infrastruktur bekannt. Nach Einschätzung der Behörde trafen die Anschläge mehrheitlich die Infrastruktur des Bahnverkehrs und führten demnach zu teils massiven Schäden und Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs.

Den Anschlag auf die Bahnstrecke Düsseldorf und Duisburg begründete die Gruppe dem Verfassungsschutz zufolge mit antikapitalistischen und ökologischen Motiven. In der Taterklärung habe sie die "Industrie" mit einem "Tumor" gleichgesetzt, der "neutralisiert" werden müsse. Das BfV ordnet die Gruppe dem Linksextremismus zu. Sie habe zudem Anleitungen zur Herstellung von Brandsätzen veröffentlicht - nach Einschätzung der Behörde mit dem Ziel, andere zu eigenen Brandanschlägen zu befähigen.

Quelle: Bundesamt für Verfassungsschutz


Der Staatsschutz der Kölner Polizei hatte bereits am Freitag die Ermittlungen übernommen. Es werde untersucht, ob strafrechtliches Handeln vorliege und das Feuer absichtlich gelegt worden sei, hatte ein Polizeisprecher gesagt.

Innenminister Reul zum «Lagebild Linksextremismus»

Die Gewaltbereitschaft im Bereich Linksextremismus ist in Nordrhein-Westfalen nach vorläufigen Zahlen der Polizei gestiegen - die Zahl der Gewaltdelikte nahm im vergangenen Jahr deutlich zu.

25.02.2026 | 2:10 min

Strecke ist noch gesperrt

Bisher ist noch unklar, wann der gesperrte Abschnitt wieder freigegeben wird. Am Samstagmittag sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn, es könne aktuell keine Prognose abgegeben werden, wann die Strecke wieder befahren werden könne. Im Nah- und Fernverkehr kommt es wegen der Sperrung zu Umleitungen und Verspätungen, Ausfall einzelner Züge.

Laut Bahn hatte am Freitagvormittag an zwei Stellen die Böschung zwischen Langenfeld und Leverkusen gebrannt. Die Feuerwehr habe die Brände zwar gelöscht. Allerdings habe das Feuer Schäden an mehreren Signalkabeln angerichtet, so dass auf dem Streckenabschnitt keine Züge fahren könnten.

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Quelle: dpa, AFP
Über das Thema berichtete die Sendung Xpress am 11.07.2026 um 14:10 Uhr.

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