BDK fordert bessere Maßnahmen:"Wir haben ein Problem mit der linksextremistischen Szene"
"Dauerhaft und strukturiert rangehen": Der Vorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamter bemängelt das Vorgehen gegen die linksextremistische Szene. Er fordert mehr Austausch.
"Wir haben ein Problem mit der linksextremistischen Szene", so Dirk Peglow, Bund Deutscher Kriminalbeamter.
04.02.2026 | 6:07 minDer Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fordert nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ein gezielteres Vorgehen gegen Linksextremismus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nehme die Szene zu Recht stärker in den Blick, sagte der BDK-Vorsitzende Dirk Peglow im ZDF-Morgenmagazin.
Wir haben ein Problem mit der linksextremistischen Szene.
Dirk Peglow, Vorsitzender BDK
Sie werde seit Jahren gewaltbereiter.
Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz wirll Innenminister Dobrindt (CSU) stärker gegen linksextremismus vorgehen.
11.01.2026 | 4:28 minErmittlungen verlaufen zu unstrukturiert
Zugleich forderte er ein strategisches Handeln. Seit Jahren setze die Politik Prioritäten für die Landespolizei, sei es gegen Islamisten, Rechtsextremismus oder Linksextremismus, doch das Personal sei das gleiche geblieben. "Wir schicken die Kollegen von A nach B, immer in irgendwelche besonderen Ermittlungskomplexe."
Hier müssen wir dauerhaft und strukturiert rangehen.
Dirk Peglow, Vorsitzender BDK
Zugleich fehle es an einem zentralen Austausch zwischen den Ländern über verdächtige Personen, kritisierte Peglow. So werde oft mit Fernschreiben gearbeitet, um bei den Landeskriminalämtern um Erkenntnisse zu bitten. "Das ist eigentlich Neunziger." Zwar gebe es Besserung mit dem Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum, das betreffe aber High-End-Verfahren.
Nach einem gezielten Angriff einer linksextremistischen Gruppe auf Stromkabel herrschte in Teilen Berlins tagelang Stromausfall.
04.01.2026 | 2:37 minMassiver Stromausfall durch Linksextremistische Gruppe
Anfang Januar waren bei einem Brandanschlag in Berlin mehrere Starkstromkabel beschädigt worden. Durch den mutmaßlich linksextremistisch motivierten Anschlag fiel die Stromversorgung von 45.000 Haushalten tagelang aus. In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen "Vulkangruppen" die Tat für sich reklamiert.
Die von Dobrindt ausgelobte Belohnung von bis zu einer Million Euro für Hinweise bezeichnete Peglow als außergewöhnlich hoch, sieht solche Anreize aber auch als Zeichen von Einfallslosigkeit.
Das machen wir ja immer dann, wenn wir sonst nichts haben, jedenfalls so meine Bewertung.
Dirk Peglow, Vorsitzender BDK
Innenminister Dobrindt setzt eine Million Euro für Informationen zum Anschlag auf das Stromnetz aus. Der historische Blackout wirft Fragen zur Sicherheit kritischer Infrastruktur auf.
27.01.2026 | 1:25 minBDK bezweifelt mehr Hinweise durch Belohnung
Die Berliner Polizei erinnerte unterdessen auf WhatsApp daran, dass die Belohnung für Hinweise gilt, die bis zum 24. Februar eingehen. Informationen an das Bundeskriminalamt sind telefonisch oder über ein Hinweisportal möglich, wie es hieß. Auch Fotos oder Videos könnten hochgeladen werden.
Peglow zeigte sich skeptisch, dass die Belohnung zum Erfolg führe. Unter Linksextremisten gebe es viel Loyalität, zudem sei die Szene fragmentiert. Auch sei es schwierig, verdeckte Ermittler in diese Kreise einzuschleusen. Der Werkzeugkasten der Polizei sei begrenzt, was ein Grund sei, warum man bei den Ermittlungen gegen die Vulkangruppe seit 2011 "nicht wirklich" weitergekommen sei.
Mehr zum Stromausfall in Berlin
Tausende Menschen weiterhin ohne Strom:Stromnetz-Anschlag in Berlin: Bundesanwaltschaft ermittelt
Vollversorgung nach Brandanschlag:Alle Haushalte in Berlin haben wieder Strom
mit Video1:39- Interview
Anschlag auf Stromnetz in Berlin:Dobrindt sieht keine Anzeichen für Beteiligung Russlands
von Dominik Rzepkamit Video4:43 Freiwillige Helfer rühren Betroffene:Stromausfall in Berlin: Wo Sorge auf Hilfsbereitschaft trifft
mit Video2:44
Mehr zum Thema Linksextremismus
Angriffe gegen Neonazi-Demonstration:Prozessauftakt gegen Antifa-Ost - "Hammerbande" vor Gericht
von Anna-Lena Froschmit Video1:35Gewalttaten in Ungarn:Fünf Jahre Haft für Linksextremistin Hanna S.
von Charlotte Greipl und Simon Pfanzeltmit Video1:29Gruppe um verurteilte Lina E.:Sieben mutmaßliche Linksextremisten angeklagt
mit Video1:35Bundesverfassungsgericht:Auslieferung von Maja T. war rechtswidrig
von Wilhelm Terporten und Franca Rexeis