Dobrindt zu Stromnetz: Keine Anzeichen für Russland-Beteiligung

Interview

Anschlag auf Stromnetz in Berlin:Dobrindt sieht keine Anzeichen für Beteiligung Russlands

Dominik Rzepka

von Dominik Rzepka

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Den Anschlag auf das Stromnetz in Berlin haben Linksextremisten begangen, sagt Innenminister Dobrindt im ZDF. Anzeichen, dass "fremde Mächte" dahinterstecken, gebe es nicht.

Alexander Dobrindt

Sehen Sie hier das ZDF-Interview mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

08.01.2026 | 4:43 min

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat Spekulationen zurückgewiesen, hinter dem Anschlag auf das Stromnetz in Berlin könnte Russland stecken. Zwar gebe es in den sozialen Netzwerken entsprechende Behauptungen, dafür lägen aber keine Hinweise vor, sagte Dobrindt der ZDF-Sendung "Berlin direkt":

Dass es Linksextremisten waren, das ergibt sich aus einer Vielzahl von Elementen. Wir halten auch das Bekennerschreiben für authentisch. Es passt in das ganze bisherige Vorgehen hinein.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

Man könne "ziemlich sicher davon ausgehen", dass es sich um eine linksterroristische Gruppe handele. "Ob die als hybride Bedrohung wahrgenommen werden kann, das heißt ob fremde Mächte damit eine Rolle spielen, dazu haben wir keine Erkenntnisse", so Dobrindt.

Klaus Nachtigall vor verschwommenem Hintergrund

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Dobrindt spricht weiter von "Linksterrorismus"

Der oder die Täter seien professionell vorgegangen. Sie hätten auch professionell Spuren verwischt, so Dobrindt. Er verteidigte vor diesem Hintergrund seine Einschätzung, es handele sich um Linksterrorismus.

"Wir sehen sehr eindeutig, dass hier versucht wird mit Anschlägen gegen die Infrastruktur sowohl gegen unsere Wirtschaft, gegen die Bevölkerung, gegen die Gesellschaft Aktionen durchzuführen, die ganz massiv am Schluss auch Menschen schaden sollen, die auch Leib und Leben kosten können", so Dobrindt.

Das ist das Grundprinzip des Terrorismus. (...) Deswegen muss man hier aus meiner Sicht eindeutig von Linksterrorismus reden, gepaart mit Klimaextremismus.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

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Dobrindt wirft Linken Verharmlosung vor

In den vergangenen Jahren habe Linksextremismus nicht besonders im Fokus gestanden, sei nicht mehr als Gefahr der Zeit gesehen worden. Es habe auch ein "hohes Maß an Verharmlosung" gegeben. Der Vorsitzende der Partei Die Linke etwa habe gesagt, linksgerichtete Straftaten würden dem Gemeinwohl dienen, kritisierte Dobrindt.

Das müsse man jetzt wieder verändern. Der Linksextremismus sei mit deutlich erhöhter Intensität zurück in Deutschland. Das Phänomen müsse deutlich stärker ins Visier genommen werden, als das in der Vergangenheit der Fall gewesen sei.

Bürgermeister Kai Wegner

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In Berlin steht wegen des Umgangs mit dem Stromausfall der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) unter Druck. Wegner hatte eingestehen müssen, am Tag des Stromausfalls Tennis gespielt zu haben. Auf die Frage, ob Wegner damit unglücklich agiert habe, weicht Dobrindt aus. Er sagte:

Über die Frage von Kommunikation und wie in Berlin die Situation auch gehandelt worden ist, will ich jetzt keine Beurteilung abgeben.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

Er sei "froh und dankbar", dass es viele engagierte Kräfte gegeben habe. Dobrindt nannte namentlich Bundespolizei, Technisches Hilfswerk, Landespolizei, engagierte Leute im Bereich der Energieversorgung und weitere Helfer - und nannte Wegner nicht.

Das Interview führte Eva Schiller. Mehr zum Thema sehen Sie am Sonntag um 19:10 Uhr in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem heute in Deutschland am 07.01.2026 und 08.01.2026 ab 14:00 Uhr und das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 07.01.2026 ab 05:30 Uhr.

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