Tausende Menschen weiterhin ohne Strom:Stromnetz-Anschlag in Berlin: Bundesanwaltschaft ermittelt
Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz sind Tausende Menschen in der Hauptstadt weiterhin ohne Strom. Nun hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.
Zahlreiche Berliner und Berlinerinnen sitzen immer noch im Dunklen und in der Kälte. Es ist bereits der längste Stromausfall der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Situation.
07.01.2026 | 2:34 minNach dem Anschlag mutmaßlicher Linksextremisten auf die Stromversorgung in Berlin hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.
Ermittelt werde unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe, teilte eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe mit. Weitere Auskünfte würden derzeit nicht erteilt.
Die Hilfsbereitschaft unter den Berlinern ist groß, einige Hotels haben kostenlose Zimmer angeboten.
06.01.2026 | 2:02 minBrandanschlag auf Kabelbrücke in Berlin
Grund für den andauernden großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal, der aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto von Linksextremisten geht. Ab Samstagfrüh waren zunächst insgesamt 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten ohne Strom.
Am Dienstag waren weiterhin rund 24.700 Haushalte und 1.120 Gewerbebetriebe betroffen. Bis Donnerstagnachmittag will der Netzbetreiber Stromnetz Berlin die komplette Stromversorgung wieder herstellen.
Um das Berliner Stromnetz wieder zum Laufen zu bringen, müssen zwei verschiedene Kabeltechnologien verbunden werden. Das macht die Reparaturen schwierig.
05.01.2026 | 1:44 minPolitik macht "Linksterrorismus" verantwortlich
Seit Sonntag stand für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben sei authentisch, sagte die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD).
In einer Pressekonferenz sprach sie - wie zuvor auch Bürgermeister Kai Wegner (CDU) - von "Linksterrorismus". Die Täter hätten bewusst und wissentlich in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kämen.
Der Berliner Senat sei beim Katastrophen-, Bevölkerungsschutz und Notfallmanagement überfordert, sagt Manuel Atug von der AG Kritische Infrastrukturen zu dem Brandanschlag in der Hauptstadt.
05.01.2026 | 4:52 minBekennerschreiben der "Vulkangruppe" laut Polizei authentisch
Auch das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz stuften das Schreiben der "Vulkangruppe" nun als glaubwürdig ein. Bisher ermittelte in dem Fall die Berliner Generalstaatsanwaltschaft. In dem Schreiben steht unter anderem: "In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört."
Die "Vulkangruppen" sollen seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf wichtige Punkte der öffentlichen Infrastruktur begangen haben, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt. Der Berliner Verfassungsschutz ordnet sie dem gewaltorientierten, anarchistischen Spektrum der linksextremistischen Szene zu.
Mehr zum Stromausfall in Berlin
Freiwillige Helfer rühren Betroffene:Stromausfall in Berlin: Wo Sorge auf Hilfsbereitschaft trifft
mit Video2:44Stromausfall in Berlin:Anschlag auf Stromnetz: Wegner will besseren Schutz prüfen
mit Video5:43Stromausfall in der Hauptstadt:Berlins Bürgermeister: Täter "offenkundig Linksextremisten"
mit Video0:27- FAQ
Komplizierter Schaden:Berliner Stromausfall: Warum die Reparatur so lange dauert
mit Video0:25