Stromausfall in der Hauptstadt:Berlins Bürgermeister: Täter "offenkundig Linksextremisten"
Berlins Regierender Bürgermeister Wegner hat zum Stromausfall in Berlin erklärt, bei den Tätern handele es sich "offenkundig" um Linksextremisten.
In Berlin müssen wegen eines großflächigen Stromausfalls immer noch Tausende ohne Strom auskommen - 45.000 Haushalte sind betroffen. Die Polizei geht von einem Brandanschlag aus.
04.01.2026 | 0:27 minDer große Stromausfall im Südwesten Berlins ist Folge eines politisch motivierten Anschlags. Wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, waren die Täter "offenkundig Linksextremisten". in Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppierung namens Vulkangruppe sei nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen als "glaubhaft" eingestuft worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Berlin. Die Ermittlungen zum Tathintergrund gingen aber weiter.
Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt.
Zehntausende Berliner Haushalte müssen seit gestern ohne Strom auskommen. Die Polizei bewertet das Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppe als glaubwürdig.
04.01.2026 | 1:33 minErste Nacht ohne Strom für Zehntausende
Der Südwesten Berlins verbrachte derweil die erste Nacht in Kälte und Dunkelheit. Viele Menschen aus den betroffenen 45.000 Haushalten und 2.200 Firmen suchten Zuflucht bei Freunden oder Familie oder in einer Notunterkunft. Wie viele letztlich bei Schnee und Kälte in ihren oft nicht mehr beheizbaren Häusern ausharrten, war zunächst unklar.
Nach Angaben des Energieversorgers Stromnetz Berlin wurden in der Nacht zum Sonntag stufenweise zumindest rund 7.000 Haushalte und 150 Gewerbebetriebe vor allem im Ortsteil Lichterfelde wieder mit Strom versorgt. Mit der Wiederversorgung aller Kunden rechnet das Unternehmen nach wie vor bis Donnerstagnachmittag.
Seit den frühen Morgenstunden sind Zehntausende Haushalte und Betriebe ohne Strom. Grund dafür ist ein Brand an einer Kabelbrücke.
03.01.2026 | 1:21 minNotlage soll außergewöhnlich lange dauern
- Nikolassee
- Zehlendorf
- Wannsee
- Lichterfelde
Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird: Erst am Donnerstagnachmittag könnten wohl alle Stromkunden wieder versorgt werden, hieß es von Stromnetz Berlin.
Giffeys Sprecherin sagte, normalerweise würde die Verlegung solcher Hochspannungskabel fünf Wochen in Anspruch nehmen. Binnen weniger Tage werde nun zunächst ein Provisorium errichtet.
Notunterkünfte stehen zur Verfügung
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf richtete Notunterkünfte ein, auch das Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde öffnete zeitweise für Menschen, die sich aufwärmen und ihre Handys aufladen wollten. Das Rathaus Zehlendorf stellte hierfür sein Foyer zur Verfügung.
Im Jugendkeller der Paulus-Gemeinde und im Matthäus Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel können sich die Menschen ab den Morgenstunden aufwärmen. Der Bezirk schrieb aber auch:
Da der Stromausfall noch auf unbestimmte Zeit andauern wird, weichen Sie bitte auf Familie, Freunde und Bekannte aus.
Bezirk Steglitz-Zehlendorf
In Berlin hat ein Brand in einer Verteilerstation dafür gesorgt, dass mehrere Stadtteile im Süden seit dem Morgen keinen Strom mehr haben. Betroffen sind über 45.000 Haushalte.
03.01.2026 | 0:33 minMinusgrade in der Nacht erwartet
Der Bezirksstadtrat Tim Richter (CDU) geht davon aus, dass der Bedarf nach Unterkunftsplätzen in den kommenden Tagen steigen werde. Jetzt seien die Wohnungen noch relativ warm, sagte Richter, aber in den kommenden Tagen würden Minusgrade in der Nacht erwartet.
Dann kühlten die Wohnungen und Häuser aus, weil Heizungen nicht mehr funktionieren. Der Bezirk habe bereits am Samstag zwei Notunterkünfte aufgebaut. Weitere sollen am Sonntag folgen.
Wie eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes in einer Notunterkunft berichtet, würden einige Menschen nur kurz bleiben, um sich aufzuwärmen oder das Handy zu laden. Einige hätten sich auch heißes Wasser in Thermoskannen abgefüllt.
Bislang sei die Auslastung gering - 250 Betten stünden zur Verfügung. In der Notunterkunft bekommen die Menschen auch eine warme Mahlzeit und können duschen.
Starke Polizeipräsenz auf den Straßen
Die Polizei zeigte mit Hunderten Beamten verstärkt Präsenz auf den dunklen, verschneiten Straßen. An einigen Punkten errichtete sie Lichtmasten, um mehr Sicherheit und Sichtbarkeit zu schaffen. Der Stromausfall bedeutete auch, dass neben der Straßenbeleuchtung auch Alarmanlagen nicht mehr funktionierten.
Schon tagsüber mussten Supermärkte und viele Läden schließen, weil ohne Elektrizität nichts mehr ging. Heizungen funktionieren ohne Strom ebenfalls meist nicht, weil der für Pumpen und Regler gebraucht wird. Sogar die Fernwärme war nach Angaben des Senats beeinträchtigt, weil die Pumpen ohne Strom die Wärme nicht zuverlässig transportieren.
Im April hatte ein Stromausfall Spanien und Portugal lahmgelegt.
28.04.2025 | 2:09 minBewohner und Patienten von Pflegeheimen verlegt
Im Gebiet des Stromausfalls liegen auch mehrere Pflegeheime, deren Bewohner teils in andere Einrichtungen gebracht wurden. Krankenhäuser stellten auf Notstromversorgung um.
Die Polizei informierte per Lautsprecherwagen und gab auch über soziale Netzwerke Tipps: "Prüfen Sie daher, ob Sie die Möglichkeit haben, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen."
Nutzen Sie Mobiltelefone sparsam. Denken Sie an ältere oder hilfsbedürftige Personen und bieten Sie Hilfe an.
Polizei Berlin
Und weiter: "Halten Sie für die Abendstunden Taschenlampen oder batteriebetriebene Leuchten bereit."
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