Witterung verzögert Arbeiten:Sanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin dauert länger
Die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich um unbestimmte Zeit. Die Witterung bremst laut Deutscher Bahn die Arbeiten.
Bauarbeiten an einer Weiche in Hamburg (Archivbild)
Quelle: dpa
Der Abschluss der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Aufgrund der Winterwitterung in den vergangenen Wochen sei der Fertigstellungstermin Ende April nicht zu halten, teilte die Deutsche Bahn mit.
Demnach handelt es sich um den stärksten Wintereinbruch in der Region seit mehr als 15 Jahren. Wegen Dauerfrosts und anhaltender Schneefälle habe der in den Zeitplan eingebaute Puffer nicht ausgereicht. Bis zum 13. März will die Bahn ein neues Konzept für die Inbetriebnahme der Strecke vorlegen.
Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wurde im August für eine Generalsanierung gesperrt - eigentlich für neun Monate. Die Umleitung dauert gut 45 Minuten länger, besonders ärgerlich für Pendler.
01.08.2025 | 1:43 minKernproblem sei der Kabeltiefbau für die Signalanlagen, hieß es. Die Kabelkanäle seien vereist und teils zugefroren, daher könnten zum Beispiel Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik nicht wie geplant verlegt werden. Auch Arbeiten an der Oberleitung und die Montage von Weichenantrieben sowie Signalanlagen seien seit Wochen witterungsbedingt nicht möglich.
DB Infrago: "Jetzt beginnt die Aufholjagd"
"Wir schauen gebannt jede Woche, was passiert", sagte der Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei der DB Infrago, Gerd-Dietrich Bolte. Der Boden sei teils 70 Zentimeter tief gefroren gewesen. Noch bis Ende Dezember seien die Arbeiten gut im Plan gewesen, doch "Januar und Mitte Februar haben uns aus der Bahn geworfen", fügte er hinzu.
Jetzt beginnt die Aufholjagd, wir hoffen jeden Tag auf besseres Wetter.
Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung DB Infrago
Das Ziel sei, "möglichst dicht an der geplanten Inbetriebnahme dran zu bleiben", so Bolte. Dazu soll mehr Personal auf der Baustelle eingesetzt werden, wie die Bahn mitteilte.
Bahnstrecke Hamburg-Berlin seit August gesperrt
Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist seit Anfang August 2025 für die Sanierung gesperrt - zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag.
Wegen großflächiger Sanierungsarbeiten fällt der Zugverkehr aktuell auch zwischen Köln, Wuppertal und Hagen aus.
06.02.2026 | 1:33 minDie Generalsanierung wurde nach Bahn-Angaben dringend notwendig, da die wichtige Verbindung dem Verkehrsaufkommen kaum mehr standhalten kann. Während der Sperrung wird der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Fahrtzeit verlängert sich dadurch im Schnitt um 45 Minuten.
Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder verkehren nur auf Teilstrecken. Für betroffene Pendlerinnen und Pendler wurde ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen eingerichtet. Die Fahrzeiten mit den Ersatzbussen sind jedoch deutlich länger.
Verzögert sich Sanierung der Strecke Hamburg-Hannover?
Möglicherweise wirkt sich die Verzögerung auch auf die Bauarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover aus. Ab 1. Mai plant die Bahn auf dieser Strecke umfangreiche Sanierungen. "Diese Maßnahmen müssten bei einer Anpassung des Zeitplans für die Inbetriebnahme der Strecke Hamburg–Berlin neu eingetaktet werden, damit die Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr zwischen den beiden größten deutschen Metropolen weiterhin funktionieren", hieß es.
Die Verluste der Bahn sind im ersten Halbjahr zwar zurückgegangen, doch bei der Zuverlässigkeit gibt es weiter große Defizite. Das marode Netz wird nur langsam saniert.
31.07.2025 | 1:51 minBis 2036 will die Bahn mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren. Den Anfang machte 2024 die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim.
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