Deutsche Bahn: Streckensanierung Hamburg-Berlin dauert länger

Witterung verzögert Arbeiten:Sanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin dauert länger

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Die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich um unbestimmte Zeit. Die Witterung bremst laut Deutscher Bahn die Arbeiten.

Bahnmitarbeiter arbeiten in Hamburg an einer Weiche, Archivbild

Bauarbeiten an einer Weiche in Hamburg (Archivbild)

Quelle: dpa


Der Abschluss der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Aufgrund der Winterwitterung in den vergangenen Wochen sei der Fertigstellungstermin Ende April nicht zu halten, teilte die Deutsche Bahn mit.

Demnach handelt es sich um den stärksten Wintereinbruch in der Region seit mehr als 15 Jahren. Wegen Dauerfrosts und anhaltender Schneefälle habe der in den Zeitplan eingebaute Puffer nicht ausgereicht. Bis zum 13. März will die Bahn ein neues Konzept für die Inbetriebnahme der Strecke vorlegen.

Martin Bill, Susanne Henckel, Ute Bonde, Ulrich Lange, Philipp Nagl, Detlef Tabbert, und Ines Jesse geben das Startsignal für den Start der Bauarbeiten an der Strecke Berlin - Hamburg.

Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wurde im August für eine Generalsanierung gesperrt - eigentlich für neun Monate. Die Umleitung dauert gut 45 Minuten länger, besonders ärgerlich für Pendler.

01.08.2025 | 1:43 min

Kernproblem sei der Kabeltiefbau für die Signalanlagen, hieß es. Die Kabelkanäle seien vereist und teils zugefroren, daher könnten zum Beispiel Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik nicht wie geplant verlegt werden. Auch Arbeiten an der Oberleitung und die Montage von Weichenantrieben sowie Signalanlagen seien seit Wochen witterungsbedingt nicht möglich. 

DB Infrago: "Jetzt beginnt die Aufholjagd"

"Wir schauen gebannt jede Woche, was passiert", sagte der Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte bei der DB Infrago, Gerd-Dietrich Bolte. Der Boden sei teils 70 Zentimeter tief gefroren gewesen. Noch bis Ende Dezember seien die Arbeiten gut im Plan gewesen, doch "Januar und Mitte Februar haben uns aus der Bahn geworfen", fügte er hinzu. 

Jetzt beginnt die Aufholjagd, wir hoffen jeden Tag auf besseres Wetter.

Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung DB Infrago

Das Ziel sei, "möglichst dicht an der geplanten Inbetriebnahme dran zu bleiben", so Bolte. Dazu soll mehr Personal auf der Baustelle eingesetzt werden, wie die Bahn mitteilte.

Bahnstrecke Hamburg-Berlin seit August gesperrt

Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist seit Anfang August 2025 für die Sanierung gesperrt - zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag.

Die Deutsche Bahn beginnt die Generalsanierung am Freitag, 6. Februar. Die Arbeiten sollen fünf Monate dauern und bis zum 10. Juli abgeschlossen sein.

Wegen großflächiger Sanierungsarbeiten fällt der Zugverkehr aktuell auch zwischen Köln, Wuppertal und Hagen aus.

06.02.2026 | 1:33 min

Die Generalsanierung wurde nach Bahn-Angaben dringend notwendig, da die wichtige Verbindung dem Verkehrsaufkommen kaum mehr standhalten kann. Während der Sperrung wird der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Fahrtzeit verlängert sich dadurch im Schnitt um 45 Minuten.

Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder verkehren nur auf Teilstrecken. Für betroffene Pendlerinnen und Pendler wurde ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen eingerichtet. Die Fahrzeiten mit den Ersatzbussen sind jedoch deutlich länger.

Verzögert sich Sanierung der Strecke Hamburg-Hannover?

Möglicherweise wirkt sich die Verzögerung auch auf die Bauarbeiten auf der Strecke Hamburg-Hannover aus. Ab 1. Mai plant die Bahn auf dieser Strecke umfangreiche Sanierungen. "Diese Maßnahmen müssten bei einer Anpassung des Zeitplans für die Inbetriebnahme der Strecke Hamburg–Berlin neu eingetaktet werden, damit die Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr zwischen den beiden größten deutschen Metropolen weiterhin funktionieren", hieß es.

Passagiere steigen am 27. März 2025 im Berliner Hauptbahnhof aus einem ICE-Zug der Deutschen Bahn (DB) aus.

Die Verluste der Bahn sind im ersten Halbjahr zwar zurückgegangen, doch bei der Zuverlässigkeit gibt es weiter große Defizite. Das marode Netz wird nur langsam saniert.

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Bis 2036 will die Bahn mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren. Den Anfang machte 2024 die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete heute am 16.02.2026 ab 18:30 Uhr.

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