Berlinale: Wer hat gute Bären-Chancen?

Filmfestival im Endspurt:Berlinale: Wer hat gute Bären-Chancen?

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Die Berlinale ist auf der Zielgeraden: An diesem Samstag werden die Bären verliehen. Die Jury unter Vorsitz von Wim Wenders hat die Qual der Wahl. Diese Filme haben gute Chancen.

Goldener und Silberner Bär der Berlinale

Großer Endspurt auf der 76. Berlinale. Wer sind die Preiskandidaten für den goldenen und die silbernen Bären?

20.02.2026 | 1:54 min

Bei all den politischen Debatten auf der Berlinale kommt eines fast zu kurz: der Blick auf das, was auf der großen Leinwand passiert. Schon seit der Eröffnung vor einer Woche wird darüber diskutiert, wie klar sich ein Filmfestival politisch positionieren muss, zum Beispiel zum Nahost-Konflikt. Dabei verhandeln viele Filme die Frage, wie wir eigentlich miteinander leben wollen.

Am Samstag werden nun die Preise verliehen. Welche Filme werden Jurypräsident Wim Wenders und seine Kollegen in diesem Jahr auszeichnen?

Hier sind mehrere Kandidaten, die Chancen auf den Goldenen Bär haben:

"Rose" liegt bei etlichen Kritikern vorne

Der österreichisch-deutsche Spielfilm "Rose" mit Sandra Hüller in der Hauptrolle spielt im 17. Jahrhundert in einem kleinen Dorf. Hüller verkörpert eindringlich eine Frau, die sich als Mann ausgibt. Sie heiratet sogar ein junges Mädchen (Caro Braun) aus dem Ort. Nur so glaubt sie, selbstbestimmt leben zu können. Doch ihr Traum scheitert blutig.

Die Produzenten Tobias Walker und Johannes Schubert, die Schauspielerin Caro Braun, der Regisseur Markus Schleinzer, die Schauspieler Sandra Hüller und Godehard Giese sowie Moderator Michael Stütz.

In Berlin dreht sich gerade alles um Filme und ihre Stars. Im Wettbewerb sind auch drei ZDF-Koproduktionen, darunter "Rose" mit Sandra Hüller in der Hauptrolle.

15.02.2026 | 1:33 min

Hüller und Braun beeindrucken mit differenzierten Charakterstudien. Der Wiener Regisseur Markus Schleinzer zielt mit der in der Vergangenheit spielenden Emanzipationsgeschichte künstlerisch originell deutlich auf die Gegenwart. Vielen gilt der Film als aussichtsreichster Kandidat auf den Goldenen Bären.

Der schönste Wettbewerbsfilm der Berlinale

Die stärkste Konkurrenz für "Rose" hat den Titel "The Loneliest Man in Town". Der schönste Wettbewerbsbeitrag der diesjährigen Berlinale stammt vom italienisch-österreichischen Regie-Duo Tizza Covi und Rainer Frimmel. Sie erzählen vom Wiener Jazz-Musiker Alois Koch. Immobilienspekulanten vertreiben ihn in hohem Alter aus seinem lebenslangen Zuhause und zwingen ihn zu existenziellen Entscheidungen.

Caro Braun | Schauspielerin

Schauspielerin Caro Braun feiert mit "Rose" ihren Leinwand-Durchbruch auf der 76. Berlinale. ZDF-Reporter Peter Twiehaus hat mit ihr gesprochen.

20.02.2026 | 4:58 min

Das dokumentarische Material ist mit magischer Leichtigkeit montiert. Man glaubt, einen Spielfilm zu sehen. Herzenswärme und Sozialkritik sind in ergreifender Intensität miteinander verwoben. Dialoge braucht es dazu kaum. Geradezu schwerelos verwandelt sich der leise Film in eine Ode an die Kraft der Schwachen und weitet sich zudem zu einer kritischen Bestandsaufnahme des Zustands der westeuropäischen Gegenwart.

Dorfclans und verbotene Stimmen

Der Berliner Regisseur Ilker Çatak liegt mit dem Politdrama "Gelbe Briefe" auch gut im Rennen um den Goldenen Bären oder einen der anderen Preise. Die Story eines Künstlerpaares in der Türkei, das aus politischen Gründen mundtot gemacht werden soll, fesselt von der ersten bis zur letzten Szene.

Berlinale Endspurt

Am Vortag vor der Berlinale-Preisverleihung lassen wir nochmal Revue passieren: Welche Filme haben die Kritiker überzeugt - und welche das Publikum mitgerissen?

20.02.2026 | 1:29 min

Ein zweiter Bären-Kandidat zeigt ebenfalls Leben in der Türkei: "Kurtulus" ("Erlösung") von Erfolgsregisseur Emin Alper. Stilistisch an einen Western erinnernd, handelt die Filmerzählung vom mörderischen Kampf zweier dörflicher Clans gegeneinander. Neben der enormen Spannung und hohen künstlerischen Qualität überzeugt auch hier die Universalität der Story.

Denkbar ist aber ebenso, dass "Nina Roza" das Rennen macht, ein Plädoyer dafür, das Leben nicht an materiellen Erfolgen auszurichten. Die kanadische Regisseurin Geneviève Dulude-de Celles beleuchtet das anhand der Entwicklung eines Kunstspezialisten aus Montreal, der nach vielen Jahren erstmals wieder in sein Heimatland Bulgarien kommt. Seine Erfahrungen dort spiegeln konturenscharf den gegenwärtigen Zustand der Welt.

Wuchtigster Film kommt aus dem Tschad

Der wuchtigste Film stammt aus dem Tschad: "Soumsoum, die Nacht der Sterne". Im Stil an eine antike griechische Tragödie erinnernd, wird der Kampf einer 17-Jährigen um schlichte Menschlichkeit verfolgt. Der Film von Regisseur Mahamat-Saleh Haroun hat emotional sehr starke Momente. Die Verknüpfung einer persönlichen Geschichte mit historischen Überlieferungen und Fragen an die Gegenwart ist von großem Reiz.

Berlinale-Film "Lady"

Die Berlinale steht nicht nur für Glanz und Gloria der Prominenz: auf der Leinwand läuft nun auch “Enjoy your stay“, der sich der Lebensrealität von prekären Arbeitsverhältnissen annimmt.

18.02.2026 | 1:52 min

Möchte die Jury den Mut zu Originalität belohnen, könnte die Wahl auf "Everybody Digs Bill Evans" ("Alle mögen Bill Evans") fallen. In seinem ersten abendfüllenden Spielfilm erkundet der Brite Grant Gee Lebensstationen des US-Jazz-Pianisten Bill Evans (1929-1980). Einfallsreich mit schwarz-weißen und farbigen Bildern und dem künstlerischen Erbe des Musikers experimentierend, erreicht der Film eine fast rauschhafte Intensität.

Viele Kandidaten für den Schauspielpreis

Die Jury dürfte sich auch mit den geschlechtsneutral zu vergebenden Auszeichnungen für besondere schauspielerische Leistungen schwertun. Die Auswahl ist enorm.

Juliette Binoche auf der Berlinale

Auch in diesem Jahr ist sie wieder auf Bärenjagd - mit ihrem neuen Film "Queen at Sea", einem Regie-Comeback von Lance Hammer. Außerdem spielt auch "Bridgerton"-Star Florence Hunt mit.

17.02.2026 | 1:04 min

Sandra Hüller und Caro Braun hätten für ihr Spiel in "Rose" einen Preis verdient. Aber auch Juliette Binoche ("Rückkehr nach Ithaka") und Tom Courteney ("45 Years") im sensiblen Demenzdrama "Queen at Sea", Hollywoodstar Amy Adams ("Nocturnal Animals") als trockene Alkoholikerin in "At the Sea" und einige mehr bieten außergewöhnliche Darstellungen.

Die Spannung ist also groß. Am Sonntag endet die Berlinale dann mit einem Publikumstag, an dem viele Filme noch einmal zu sehen sind.

Produzent Andrew Morrison, Schauspielerin Amanda Seyfried, Regisseurin Mona Fastvold und Musiker und Komponist Daniel Blumberg posieren bei einem Fototermin für den Film „The Testament Of Ann Lee“ während der Berlinale in Berlin.

Auch in diesem Jahr: Star-Kino auf der Berlinale. Ob Amanda Seyfried, Sam Rockwell oder auch Callum Turner - schon so einige Filmgrößen kamen bislang in Berlin vorbei.

19.02.2026 | 2:47 min

Quelle: dpa
Über das Thema berichtet das ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt in mehreren Beiträgen im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 20.02.2026.

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