Tod von Achtjährigem aus Güstrow:Fall Fabian: Mordanklage gegen Tatverdächtige
Im Fall des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage erhoben. Der Vorwurf gegen die Tatverdächtige lautet auf heimtückischen Mord.
Polizeibeamte vor dem Wohnhaus der Tatverdächtigen nahe Güstrow am 6. November 2025.
Quelle: dpaDie Staatsanwaltschaft Rostock in Mecklenburg-Vorpommern hat fünf Monate nach dem Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow ihre Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen und Anklage wegen "heimtückischen Mordes" gegen die in Untersuchungshaft sitzende Tatverdächtige erhoben.
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen bestehe der hinreichende Verdacht, dass die Angeschuldigte das ihr gut bekannte Kind aus dem Haus gelockt und an einem Teich mit mindestens sechs Messerstichen getötet habe, teilten die Rostocker Staatsanwaltschaft und die Polizei mit.
Um die Spuren der Tat zu beseitigen, soll die Frau den Leichnam später mittels Brandbeschleuniger angezündet haben. Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass auch nach der Anklageerhebung die Unschuldsvermutung gelte.
Im Fall Fabian aus Güstrow hatte die Polizei rund vier Wochen nach seinem Tod eine Frau wegen Tatverdachts festgenommen. Eine Ausstrahlung bei "Aktenzeichen XY" lieferte neue Hinweise.
06.11.2025 | 3:05 minFrau wurde Anfang November verhaftet
Die Frau war am 6. November unter dringendem Mordverdacht in einem Dorf nahe Güstrow festgenommen worden und sitzt seit dem 7. November in U-Haft. Ihr Auto wurde sichergestellt.
Nach früherer Aussage ihres Anwalts stritt seine Mandantin die Tat als Zeugin ab. Als Beschuldigte äußerte sie sich nicht zur Sache. Eine Haftbeschwerde blieb erfolglos.
Fabians Leiche wurde am 14. Oktober entdeckt
Der aus Güstrow stammende achtjährige Fabian verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde Fabians Leiche südlich von Güstrow gefunden. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. In Güstrow selbst wurden Trauergottesdienste mit großer Beteiligung der Bevölkerung abgehalten. Vor und in der Pfarrkirche St. Marien hatten Menschen immer wieder zahlreiche Kerzen entzündet und Plüschtiere und Bilder abgestellt.
Rund vier Wochen nach dem Tod von Fabian aus Güstrow hatte die Polizei eine Verdächtige festgenommen. Dabei sind Frauen als Täterinnen unüblich. Ein Gespräch mit Profiler Axel Petermann.
07.11.2025 | 3:00 minSeine Mutter hatte den Grundschüler am Tag des Verschwindens bei der Polizei als vermisst gemeldet. Ihr Sohn sei nicht zur Schule gegangen, weil er sich unwohl gefühlt habe. Als die Mutter nach der Arbeit heimkam, war Fabian weg. Daraufhin startete eine großangelegte Suche.
Schließlich wurde der Leichnam des Kindes am 14. Oktober entdeckt. Der tote Junge lag rund 15 Kilometer südlich von Güstrow an einem Tümpel bei Klein Upahl. Die Obduktion ergab, dass Fabian Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.
Fall Fabian bewegte bundesweit viele Menschen
Die bundesweite Anteilnahme war groß, auch in Güstrow selbst bewegte der Fall viele Menschen. Es fanden mehrere Trauergottesdienste statt, an denen Hunderte Menschen teilnahmen. Viele stellten Kerzen auf und legten Kuscheltiere nieder.
Nach mehreren Wochen baten die Behörden am 5. November in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" um Hinweise von Zeugen, die sich in der Zeit in der Nähe des späteren Fundorts aufgehalten hatten.