Vorwurf der sexuellen Belästigung:ORF-Chef Weißmann tritt zurück
Der Intendant des Österreichischen Rundfunks, Roland Weißmann, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Hintergrund ist ein Vorwurf sexueller Belästigung, den er zurückweist.
Der Chef des Österreichischen Rundfunks, Roland Weißmann ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Eine ORF-Mitarbeiterin hatte Weißmann vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben.
09.03.2026 | 0:23 minDer Intendant des Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weißmann, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Damit reagiere er auf einen Vorwurf sexueller Belästigung, teilte der ORF mit. Der 57-Jährige weise den Vorwurf zurück.
ORF-Stiftungsrat forderte Weißmann zum Rücktritt auf
Der Stiftungsrat des ORF sei von einer Mitarbeiterin über unangemessenes Verhalten Weißmanns zu Beginn seiner Amtszeit als Intendant informiert worden, teilte Weißmanns Anwalt mit.
Das Gremium habe seinem Mandanten daraufhin eine Frist von wenigen Tagen zum Rücktritt eingeräumt, "obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte", kritisierte der Anwalt.
Rasche Aufklärung gefordert
Um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, sei Weißmann mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, hieß es von seinem Anwalt. Der Stiftungsrat dankte dem 57-Jährigen nach Angaben des Senders daraufhin für seine Verdienste und die 30-jährige Tätigkeit für den ORF.
Der im Raum stehende Vorwurf verlangt dennoch eine rasche und transparente Aufklärung in enger Kooperation mit der ORF-Compliance-Stelle, bei der die Wahrung des Schutzes der betroffenen Person das oberste Ziel sein müsse, so der Stiftungsrats-Vorsitzende und sein Stellvertreter.
Es ist die Verantwortung des ORF-Stiftungsrats, nun rasch die nötigen Schritte zu setzen, damit die erhobenen Vorwürfe transparent und mit aller Konsequenz aufgeklärt werden können.
Heinz Lederer, Vorsitzender des ORF-Stiftungsrats
Rücktritt kurz vor Eurovision Song Contest in Österreich
Die vorläufige Geschäftsführung soll die amtierende Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher übernehmen. Zum Jahresbeginn 2027 werde eine neue ORF-Geschäftsführung bestellt, so der ORF.
Der Schritt trifft den ORF in einer Phase besonderer Anspannung: Der Sender ist im Mai Gastgeber für den Eurovision Song Contest (ESC). Das größte Musikevent der Welt ist regelmäßig auch eine Bühne für den gastgebenden Sender.
Israel darf beim Eurovision Song Contest 2026 antreten. Die Niederlande werden deshalb nicht in Wien dabei sein. Auch Spanien und Irland haben ihre Teilnahme abgesagt.
04.12.2025 | 1:54 minWeißmann wollte den ORF digitaler, jünger und gesellschaftlich vielfältiger machen. Unter seiner Leitung wurde das Online-Angebot für junge Zielgruppen ausgebaut. Der 57-Jährige wurde 2022 zum ORF-Intendanten gewählt.
Weißmann war Mitte der 1990er Jahre zum ORF gekommen und wurde schon bald mit leitenden Redaktionsposten betraut. 2012 wurde er Chefproducer der Fernsehsparte, 2017 auch stellvertretender Finanzchef.
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