Update am Morgen:Was Merz mit Orbans Nachfolger bereden will
von Dominik Rzepka
Guten Morgen,
es ist jetzt zweieinhalb Monate her, da regte sich Friedrich Merz heftig über Viktor Orban auf. Denn: Der damalige ungarische Ministerpräsident blockierte auf dem EU-Gipfel in Brüssel einen 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine. Merz warf Orban Illoyalität vor. Das werde Konsequenzen haben, wetterte der Kanzler Ende März.
Keine vier Wochen später, Mitte April, wählte Ungarn Orban ab. Peter Magyar gewann die Wahl mit einem Erdrutschsieg. Die Erleichterung darüber war auch in Berlin spürbar. Sie dürfte es auch heute sein, wenn Merz Orbans Nachfolger im Kanzleramt empfängt.
Auf dem Programm: Militärische Ehren, eine Pressekonferenz und ein Vier-Augen-Gespräch, in dem es vor allem um die weitere Unterstützung der Ukraine gehen dürfte. Merz dürfte Blockaden wie einst von Orban nicht dulden und Reformen von Magyar einfordern.
heute journal, 29.05.2026, 22:00 Uhr
29.05.2026 | 2:45 minUngarn soll bis Ende August unter anderem der Europäischen Staatsanwaltschaft beitreten und Korruption bekämpfen. Nur dann will die EU bisher blockierte Gelder von mehr als 16 Milliarden Euro freigeben. Dass sie eingefroren wurden, lag auch am Abbau von Rechtsstaatlichkeit und der Einschränkung von Rechten sexueller Minderheiten in Ungarn.
Ende Juni findet in Budapest der Christopher Street Day statt, den Orban im vergangenen Jahr verboten hatte. Magyars Partei dürfte sich an der Parade laut Beobachtern zwar nicht offiziell beteiligen, einzelne Abgeordnete privat aber wahrscheinlich schon. Ob sich in Ungarn nun also langsam etwas ändert, dürfte sich auch in dreieinhalb Wochen zeigen - und vielleicht schon heute im Kanzleramt.
Szeretettel Berlinből, herzliche Grüße aus Berlin,
Dominik Rzepka, Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio
Was im Nahen Osten passiert ist
Trump widerspricht Iran, Gespräche gehen weiter: Teheran hat nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim die Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Krieges ausgesetzt. Grund dafür sei die Eskalation im Libanon. Dem widersprach US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social deutlich: "Die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran werden in zügigem Tempo fortgesetzt".
Hisbollah akzeptiert US-Vorschlag für Waffenruhe: Die Hisbollah hat nach Angaben der libanesischen Botschaft in Washington einen US-Vorschlag für eine beidseitige Waffenruhe im gesamten Libanon akzeptiert. Zunächst solle Israel seine Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut einstellen. Im Gegenzug stoppe die Hisbollah ihre Attacken auf Israel, hieß es in einer vom libanesischen Präsidialamt auf der Plattform X veröffentlichten Erklärung.
Netanjahu droht Hisbollah mit weiteren Angriffen: Israel hingegen hält an seiner harten Linie gegenüber der Hisbollah fest. Das teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Abend auf der Plattform X mit. In der Nacht meldete das israelische Militär den Abschuss von zwei aus dem Libanon abgefeuerten Geschossen.
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Was im Ukraine-Krieg passiert ist
Tote und Verletzte nach Angriffen auf Kiew: Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Landesteile erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge landesweit insgesamt acht Tote und mehr als 60 Verletzte.
Selenskyj lobt "Operation Spinnennetz": Die Ukraine hat Russland mit der vor einem Jahr begonnenen "Operation Pawutina (Spinnennetz)" nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj schwer in Bedrängnis gebracht. Zur Operation gehörten neben dem Einsatz neuer, weitreichender Drohnen gegen die russische Erdöl- und Militärindustrie auch gezielte und koordinierte Kommandoeinsätze hinter den feindlichen Linien.
Stabschef hält Kriegsende vor Winter für realistisch: Selenskyjs Stabschef Kyrylo Budanow hält nach eigenen Angaben ein Abkommen zur Beendigung des Krieges noch vor dem Winter für machbar. Es sei die Anweisung des Präsidenten, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, wenn irgendwie möglich noch vor dem Winter, sagte Budanow.
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Was heute noch wichtig ist
Merz empfängt ungarischen Ministerpräsidenten Magyar // Antidiskriminierungsstelle stellt Jahresbericht vor // Bundespräsident Steinmeier besucht Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
01.06.2026 | 0:48 minAntidiskriminierungsstelle stellt Jahresbericht vor: Der Bericht liefert eine Übersicht über die Tätigkeit der Antidiskriminierungsstelle und über aktuelle Entwicklungen. Er befasst sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit rassistischer Diskriminierung.
Höhe des Eintrittsgelds für Kölner Dom wird bekanntgegeben: Anfang März hatte das Kölner Domkapitel angekündigt, für das zweite Halbjahr eine Besichtigungsgebühr einzuführen. Mit ihrer Hilfe sollen die Pflege, der Schutz und der laufende Betrieb des Doms finanziert werden. Das Domkapitel hatte schon klargestellt, dass Betende und Gottesdienstbesucher nichts bezahlen sollen.
EU-Staaten und Parlament verhandeln über Fluggastrechte: Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments verhandeln über eine Reform der europäischen Fluggastrechte. Dabei geht es unter anderem darum, ab welcher Verspätung von Flügen Passagiere künftig eine Entschädigung bekommen.
Ausführlich informiert
Nahost-Experte Gerlach warnt: Israels Vorgehen im Libanon schwäche die Hisbollah nicht. Wer die Zivilbevölkerung vertreibe, nähre genau den Geist, den er bekämpfen wolle.
ZDFheute live, 01.06.2026, 19:30 Uhr
01.06.2026 | 36:29 minSport
Sieg in der Night Session: Das erste Frauen-Match zur Primetime bei den French Open seit drei Jahren hat Aryna Sabalenka gegen Naomi Osaka gewonnen. Die Weltranglistenerste aus Belarus setzte sich in der sogenannten Night Session gegen die Japanerin mit 7:5, 6:3 durch.
Zverev gegen spanischen Shootingstar: Der deutsche Tennisstar Alexander Zverev spielt heute gegen Spaniens Shootingstar Rafael Jódar um den Halbfinaleinzug bei den French Open. Das Match zwischen dem 29 Jahre alten Hamburger und dem zehn Jahre jüngeren Madrilenen beginnt am Nachmittag gegen 15 Uhr.
Strafe nach abfälliger Aussage: Eine sexistische Äußerung über Schiedsrichterin Ana Carvalho bei den French Open kostet Tennisprofi Adolfo Daniel Vallejo die Hälfte seines Preisgeldes. Turnierdirektorin Amélie Mauresmo kündigte an, dass der Paraguayer 65.000 Dollar Strafe zahlen müsse.
Quelle: ZDF
Hindernisläufer Ruppert durchbricht Schallmauer: Frederik Ruppert rennt als erster Europäer 3.000 Meter Hindernis in weniger als acht Minuten. Damit ist der 29-Jährige ein Favorit auf EM-Gold.
Grafik des Tages
Quelle: ZDF
Zahl des Tages
40
Das Bundesumweltministerium feiert Geburtstag, genauer den 40. Jahrestag seiner Gründung. Die Festrede wird Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) halten, die von 1994 bis 1998 selbst an der Spitze des Ministeriums stand. Als eigenständiges Ressort gibt es das Ministerium erst seit Juni 1986. Die Gründung durch die Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) war eine direkte Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wenige Wochen zuvor.
Gesagt
Wir konnten zurückkehren, die Menschen vor Ort können das nicht.
Reem Alabali Radovan (SPD), Bundesentwicklungsministerin
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan musste ihre Libanon-Reise wegen israelischer Angriffe abbrechen. Sie forderte, die Parteien müssten nun alles für einen Waffenstillstand tun.
heute journal, 01.06.2026, 23:40 Uhr
01.06.2026 | 4:48 minWeitere Schlagzeilen
Die Nachrichten im Video
Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden
02.06.2026 | 1:33 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Heute ist es von der Ostsee bis zur bayerischen Donau freundlich und meist trocken. Sonst ziehen von Westen dichte Wolken mit Schauern und teils kräftigen Gewittern weiter in die Mitte. Lokal können auch Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel dabei sein. Die Höchstwerte liegen zwischen 20 und 27 Grad.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von David Metzmacher
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