Nach Kritik aus eigenen Reihen:US-Regierung legt umstrittenen Entschädigungsfonds auf Eis
Mit rund 1,8 Milliarden Dollar wollte Trump angebliche Justizopfer entschädigen - darunter womöglich auch Beteiligte am Sturm auf das Kapitol. Nun wurden die Pläne gestoppt.
Trotz Frist von US-Präsident Trump: Der republikanisch geführte Senat hat ein Votum über ein Gesetzespaket zur Finanzierung der US-Einwanderungsbehörde verschoben.
22.05.2026 | 0:39 minDie US-Regierung legt einen Milliardenfonds auf Eis, aus dem Anhänger von Präsident Donald Trump Entschädigungen für angebliche Justizfehler unter der demokratischen Vorgängerregierung erhalten sollten.
Das US-Justizministerium erklärte am Montag im Onlinedienst X, es werde die Anordnung einer Bundesrichterin respektieren, vorerst keine Mittel ein- oder auszuzahlen. Die oppositionellen Demokraten sprechen von einem "Schmiergeldfonds", aber auch im Regierungslager gab es Widerstand.
X-Post des Weißen Hauses
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Ob sich das Ministerium von dem Fonds komplett distanzieren wird und das letztlich dann das Aus der Pläne bedeuten würde, blieb damit offen. Ein Bundesgericht in Virginia will sich am 12. Juni mit dem Fall befassen.
Republikanische Senatoren stellten sich auch gegen Trump, weil dessen unpopuläre Maßnahmen ihre Wiederwahl in den anstehenden Zwischenwahlen gefährden könnten, sagt USA-Korrespondent Theveßen.
22.05.2026 | 14:10 minTrump steht massiv in der Kritik
Der Entschädigungsfonds ist für Trump zu einem unbequemen Thema geworden. Selbst aus den eigenen Reihen der Republikaner zog er massiv Kritik auf sich. Kritiker reden von "Schmiergeld" für Trump-Getreue und von Korruption.
Im Kongress wurden sogar Abstimmungen über andere Haushaltsgelder verzögert, um so Druck auf Trump aufzubauen.
Rund 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) sollen laut früheren Angaben des US-Justizministeriums in den neuen Fonds fließen, mit dem angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motiviertem Vorgehen des Staates entschädigt werden sollen.
Die Benzinpreise erreichen neue Höchststände, die Beliebtheitswerte für den US-Präsidenten neue Tiefststände, sagt Elmar Theveßen in Washington. Trump brauche einen Iran-Deal.
28.05.2026 | 2:35 minGeld für Beteiligte am Sturm auf das Kapitol?
Befürchtet wird von Kritikern, dass Staatsgeld für die Belohnung von Trump-Anhängern ausgegeben werden könnte, die beim Sturm auf das Kapitol 2021 dabei gewesen und dafür während der Regierungszeit Joe Bidens angeklagt worden waren. Trump hatte nach seinem Amtsantritt 2025 etliche Begnadigungen ausgesprochen.
Am 6. Januar 2021 war es in der US-Hauptstadt Washington zu einem gewaltsamen Sturm auf das Parlamentsgebäude gekommen, wo der Wahlsieg des Demokraten und Trump-Gegners Biden offiziell bestätigt werden sollte.
Trump habe die Republikaner weiter fest im Griff, sagt USA-Experte Müller Kaler. Seine Machtbasis sei umfangreich und er habe die Partei um neue Wählergruppen erweitert, so Müller-Kaler.
22.05.2026 | 12:15 minFonds stammt aus Vergleich mit der Steuerbehörde
Der Fonds ist das Ergebnis eines bemerkenswerten Vergleichs: Der Präsident hatte im Januar als Privatperson gegen den Staat geklagt und eine Milliardenentschädigung gefordert.
In der Klage war einem damaligen Mitarbeiter der Bundessteuerbehörde (Internal Revenue Service, IRS) vorgeworfen worden, sich während Trumps erster Amtszeit (2017-2021) unrechtmäßig Zugang zu Steuerdaten der Familienfirma Trump Organization verschafft und diese an "linksgerichtete Medien" weitergegeben zu haben. Die Behörde untersteht dem US-Finanzministerium. Die Parteien legten den Rechtsstreit mit dem Vergleich bei.
Die Einigung sah nun die Einrichtung des Fonds vor, der Opfern einer mutmaßlichen Instrumentalisierung des Staates zugutekommen sollte. Zugleich bewahrte der Vergleich Trump und seine Familie vor weiteren Steuerprüfungen.
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