Zerwürfnis in der FDP?:Kubicki will Streit mit Strack-Zimmermann beilegen
Nach einem öffentlichen Schlagabtausch bemühen sich Wolfgang Kubicki und Marie-Agnes Strack-Zimmermann um Einigkeit. Beide weisen den Eindruck eines Zerwürfnisses zurück.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte sich beim FDP-Parteitag überraschend für den Vorsitz beworben - und gegen Wolfgang Kubicki verloren. Nun sagt sie ihm ihre Unterstützung zu.
31.05.2026 | 0:27 minDer neu gewählte FDP-Chef Wolfgang Kubicki will den öffentlichen Streit mit seiner Kontrahentin Marie-Agnes Strack-Zimmermann entschärfen. Bei einem Treffen am Montag in Berlin hätten sich beide darauf verständigt, "dass die Fortsetzung der Nickeligkeiten in der deutschen Öffentlichkeit die Ahnung hinterlassen würde, zwischen uns würde es nicht stimmen", sagte Kubicki dem Sender Welt TV. Der Eindruck eines Zerwürfnisses sei aber falsch.
Ich kenne keinen politischen Punkt, wo Marie-Agnes Strack-Zimmermann und ich unterschiedlicher Auffassungen sind.
Wolfgang Kubicki, FDP-Chef
Bei der Begegnung im FDP-Präsidium hätten Strack-Zimmermann und er sich "nett auseinanderklamüsert".
Nach überraschender Gegenkandidatur von Strack-Zimmermann wurde Kubicki zum neuen FDP-Parteivorsitzenden gewählt. Er erhielt knapp 60 Prozent der Stimmen.
30.05.2026 | 2:47 minFDP-Spitze: Strack-Zimmermann unterliegt Kubicki
Strack-Zimmermann ihrerseits erklärte sich zur Zusammenarbeit bereit. Sie sagte dem Portal t-online, sie erwarte konstruktives Auftreten von Kubicki, "und er kann das auch von mir erwarten". Sie bestehe aber auch auf der Einbindung aller Lager:
Kein Parteivorsitzender kann einfach seinen Stiefel durchziehen, er braucht Partner, Kolleginnen und Kollegen, Verbündete im besten Sinne, die ihren Kopf hinhalten und kämpfen.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP-Politikerin
Die FDP-Politikerin war auf dem Bundesparteitag am Wochenende überraschend gegen Kubicki bei der Wahl zum Vorsitz angetreten. Kubicki wurde mit knapp 60 Prozent gewählt, Strack-Zimmermann unterlag mit knapp 40 Prozent. Nach der hart umkämpften Abstimmung verzichteten beide auf ein öffentliches Signal der Aussöhnung.
Mit der Kampfabstimmung sei deutlich geworden, dass es eine gewisse Bruchlinie in der Partei gebe, so die Analyse von Korrespondent Daniel Pontzen vom Parteitag der FDP.
30.05.2026 | 2:05 minStrack-Zimmermann provozierte Kubicki auf X
Kubicki reagierte vielmehr scharf auf Strack-Zimmermanns Kritik. "Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent - und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt", sagte Kubicki der "Bild". "Wenn Du die FDP in die Bedeutungslosigkeit führen willst, dann mach genauso weiter."
Strack-Zimmermann postete daraufhin am Montagmorgen im Netzwerk X das Foto eines Hammers und schrieb dazu: "Ich weiß jetzt, wo der Hammer hängt, deswegen habe ich ihn sicherheitshalber mal an mich genommen. Ich möchte ja nicht, dass du Dir versehentlich weh tust." Und sie forderte: "Und jetzt lass uns lieber gemeinsam Nägel mit liberalen Köpfen machen."
X-Post von Strack-Zimmermann
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Kubicki: Kann mit Kritik umgehen
Kubicki wollte diesen Seitenhieb nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen. Es sei gar nicht so leicht, "mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen", sagte er zu Welt TV mit Bezug auf das Hammer-Foto. Er betonte zugleich, dass er mit kritischen Äußerungen seiner Kontrahentin umgehen könne:
Ich bin der Letzte, der Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Zurückhaltung auffordern dürfte, weil ich ja selbst jemand bin, der nicht zurückhaltend ist.
Wolfgang Kubicki, FDP-Chef
Unterdessen appellierte FDP-Vize Henning Höne an Kubicki und Strack-Zimmermann, ihre öffentliche Schlammschlacht über die künftige Ausrichtung der Partei zu beenden. "Der Parteitag hat eine Entscheidung getroffen, und diese Entscheidung gilt", sagte Höne der "Rheinischen Post". Die neue FDP-Führung müsse "die Partei zu 100 Prozent zusammenführen".
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