"bauma" startet: So könnte die Baustelle von morgen aussehen

"bauma" in München startet:So könnte die Baustelle von morgen aussehen

von Lisabell Shewafera

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Über 3.500 Austeller präsentieren auf der "bauma" ihre neuesten Erfindungen. Auch deutsche Hersteller sind vertreten - doch die Konkurrenz aus dem Ausland wird immer stärker.

XXL-Bagger, riesige Krane und batteriebetriebene Kipper: München ist für eine Woche im Ausnahmezustand, denn am Montag ist die größte Messe für Baumaschinen gestartet. Mehr als eine halbe Million Menschen werden aus der ganzen Welt erwartet.

Stefan Rummel, der Geschäftsführer der Messe, ist stolz auf das, was sie in den letzten Monaten auf die Beine gestellt haben.

Für uns ist das ein Gänsehaut-Moment. Hinter der 'bauma' steckt viel Arbeit, deshalb freuen wir uns über jeden, der diese Messe besucht.

Stefan Rummel, "bauma"-Geschäftsführer

Innovationshalle mit mehr als 40 Start-ups

In der Innovationshalle sind mehr als 40 Start-ups vertreten. Das Unternehmen "SunPlate" aus dem bayerischen Schweinfurt präsentiert seine innovative Entwicklung: Solarstrom vom Containerdach to go. "Wir haben die SunPlates so gebaut, dass sie maximal mobil sind und einfach eingesteckt werden können. Das heißt, es braucht keinen Elektriker und kein Werkzeug. Es braucht nur einen Kran, der die Photovoltaikanlagen auf die Containerdächer setzt."

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Auf der diesjährigen "bauma" steht das klimaneutrale Bauen im Fokus - dabei wird der grüne Wasserstoff immer wichtiger. Auch will die Baustelle von morgen auf recycelte Baustoffe setzen. Die geschäftsführende Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sagt am ersten Tag der Messe im ZDF-Interview:

Wir müssen auf CO2-freie Antriebe und auf CO2-speicherndes Baumaterial setzen. Zudem ist Beton einer der großen Emittenten von CO2. Auch hier wird viel geforscht.

Klara Geywitz (SPD), Bundesbauministerin

Professor Konrad Nübel von der TU München geht davon aus, dass die Automatisierung auf der Baustelle in Zukunft stark zunehmen werde: "Es wird eine Fusion zwischen Robotik und Baumaschinen geben. Man wird sehen, dass die großen Fahrzeuge auf der Baustelle fahrerlos unterwegs sein werden." Die Baustelle von morgen werde zudem deutlich leiser sein, da viel in Schallschutzmaßnahmen investiert werde, so Nübel.

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Umsatz deutscher Hersteller ist stark gesunken

So belebt die Stimmung bei den über 3.500 Ausstellern der "bauma" auch ist: Nach mehreren Jahren des Wachstums ist der Umsatz der deutschen Baumaschinen- und Baustoffanlagenherstellern stark gesunken. Sebastian Popp, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus, sagt:

Wir sind eine zyklische Branche und erleben das immer wieder, dass wir deutliche Schwankungen haben. Insofern sind Ausschläge nach oben und unten, die zweistellig sind, keine Seltenheit.

Sebastian Popp, stellv. Geschäftsführer des Verbandes des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus

Die Gründe für den starken Umsatzrückgang lägen insbesondere an den hohen Bauzinsen sowie der Schwäche im Hoch- und Wohnungsbau. Die deutschen Baumaschinenhersteller sind noch vorne dabei, aber die Konkurrenz aus dem Ausland werde immer stärker. Besonders die chinesischen Hersteller setzten die deutschen Unternehmen unter Druck.

"In den 2000er Jahren wurden bereits bestehende Technologien von den chinesischen Herstellern im Prinzip kopiert. Aber es ergaben sich oft gewisse Qualitätsprobleme, weil die Produkte von der technologischen Tiefe nicht richtig verstanden wurden", so Konrad Nübel vom Institut für Bauprozessmanagement. Heute produzierten chinesische Unternehmen in der Bauindustrie sehr gute und vor allem sehr günstige Produkte.

Bauindustrie bekommt Trumps Zollpolitik zu spüren

Trumps Zollpolitik setzt deutsche Unternehmen in der Bauindustrie unter Druck. Auch das Baumaschinenunternehmen Liebherr sei stark betroffen: "Die USA sind unser zweitgrößter Markt. Wir werden sehen, wie wir damit umgehen werden", sagt Steffen Günther, Managing Director bei Liebherr.

Die Regelungen ändern sich schnell. Ob morgen noch besteht, was Trump heute sagt, müssen wir sehen und dann Produkt für Produkt darauf reagieren.

Steffen Günther, Managing Director bei Liebherr

Die "bauma" in München ist eine Leistungsschau, aber auch ein Trendmesser. Auf 614.000 Quadratmetern werden noch bis Sonntag Aussteller ihre neuesten Erfindungen vorstellen.

Lisabell Shewafera ist Reporterin im ZDF-Landesstudio in Bayern.

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Quelle: dpa

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