Verlorenes Wimbledon-Finale: Zverev nähert sich der Weltspitze

Verlorenes Wimbledon-Finale:Zverev nähert sich der Weltspitze

von Jannik Schneider

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Alexander Zverev verliert sein erstes Wimbledon-Finale gegen Jannik Sinner - aber er fordert den Weltranglistenersten wie nie zuvor. Der Abstand zur Nummer Eins schwindet.

Alexander Zverev umarmt Jannik Sinner

Alexander Zverev umarmt Jannik Sinner nach seiner Niederlage in Wimbledon.

Quelle: AFP

Fehlender Mut und mangelnde Variation waren Deutschlands bestem Tennisspieler am Sonntag in seinem ersten Wimbledon-Finale nicht vorzuwerfen. Den siegreichen Tiebreak im ersten Durchgang gestaltete Alexander Zverev wie jemand, der kürzlich seinen ersten Grand-Slam-Titel ergattert hatte.

Zverev spielte durchweg, um zu gewinnen, und nicht, um nicht zu verlieren. Jene passive Attitüde, die ihm vor dem French-Open-Sieg das eigene Tennisleben oft genug erschwert hatte.

Sinner erwischte Zverev auf dem falschen Fuß

Ein krachender Winner mit seiner immens verbesserten Vorhand und der anschließende laute Jubelschrei brachten Zverev die Satzführung gegen Titelverteidiger Jannik Sinner.

Zur Variation in Form eines seltenen Rückhandslice setzte Zverev ausgerechnet bei seinem einzigen Breakball mehr als eine Stunde später an. Beim Stand von 1:1-Sätzen, 3:3 und 40:30 spielte Zverev einen Rückhand-Return cross zurück ins Feld. Sinners Antwort erwiderte der 29-Jährige mit dem Unterschnittball, um das Tempo zu variieren. Der Plan ging nicht auf.

Alexander Zverev

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Sinner setzte einen Weltklasse-Stopp, der Zverev im wahrsten Sinne des Wortes auf dem falschen Fuß erwischte. Zverev rutschte weg, verlor den Punkt und hielt sich schmerzverzerrt das Knie. Sinner gewann sein Aufschlagspiel und breakte Zverev im darauffolgenden Spiel erstmals.

Das Momentum im bis dato engen Match schwappte minimal, aber dauerhaft zu Sinner, der seinen Titel nach fast vier Stunden hartem Kampf mit 6:7, 7:6, 6:3 und 6:4 verteidigte.

Überlebenswichtige Entwicklungsschritte

Der deutsche Tennisstar kassierte die zehnte Niederlage in Serie gegen den nicht nur in der Weltrangliste besten Tennisspieler der Welt. Der knappe Ausgang des Endspiels an der prestigeträchtigen Church Road darf im Zverev-Lager dennoch Hoffnung machen, ist die Art und Weise doch auf sportlich überlebenswichtige Entwicklungsschritte zurückzuführen.

Vor der Analyse musste die neue Nummer zwei der Weltrangliste in der Pressekonferenz knapp 90 Minuten nach Matchende zunächst über sein Knie und mögliche Einschränkungen sprechen. Er habe dieses wieder überstreckt, ähnlich wie bei einem Ausrutscher gegen Taylor Fritz auf dem Heiligen Rasen 2024.

"Ich hatte anschließend ein wenig Schwierigkeiten, mich beim Aufschlag abzustoßen. Deshalb hat meine Aufschlaggeschwindigkeit nachgelassen. Aber alles andere lief gut", resümierte Zverev.

Ich habe mich von der Grundlinie aus gut bewegt und dort gut gespielt. Aber beim Aufschlag hatte ich etwas mehr Schwierigkeiten

Alexander Zverev

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Überragende Aufschlagquote und gefährliche Vorhand

Ein "einfacher" Vorhandfehler zum Start des zweiten Tiebreaks, der zu glatt für Sinner lief, und zwei knappe Breaks: Viel mehr hatte sich Zverev in diesem engen Finale nicht vorzuwerfen. Erstmals im Jahr 2026 gewann er gegen Sinner einen Satz und vermochte, den nun fünfmaligen Grand-Slam-Sieger voll zu fordern.

Anderthalb Sätze erhob Zverev mit einer überragenden ersten Aufschlagquote von zwischenzeitlich 80 Prozent, einer brandgefährlichen Vorhand, die auch auf höchstem Niveau nicht mehr länger als Schwachstelle bezeichnet werden darf ,sowie einer positiven Körpersprache berechtigte Titelansprüche.

Dann schien es, als würde Zverevs Energielevel um ein paar winzige Prozentpunkte fallen. Er steuerte mit drei Energiegels und einer Spritze ob seiner Diabetes-Erkrankung. Zum Ausgangslevel fand Zverev, der Sinner als verdienten Sieger titulierte, nicht mehr.

Was von diesem Finale bleibt, ist, dass die Vorhand höchsten Ansprüchen, also Sinners und nach dessen Comeback auch Carlos Alcaraz', genügen kann - zumindest zu besonderen Anlässen.

Jannik Sinner
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Sinner verteidigt Wimbledon-Titel gegen Zverev

Jannik Sinner hat seinen Titel nach großem Kampf gegen Alexander Zverev verteidigt. Der Hamburger unterlag dem Italiener 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6.

Quelle: AP

Zverev sieht sich auf dem richtigen Weg

Zverev erklärte, nach dem ersten Grand-Slam-Sieg und seinem ersten Wimbledon-Finale seien er und sein Team auf dem richtigen Weg. Zverev hegte die Hoffnung, auch in naher Zukunft Herausforderer von Sinner und Alcaraz zu sein.

"Ich habe sie dieses Jahr zwar nicht geschlagen, aber ich habe sie bis an ihre Grenzen gebracht, würde ich sagen. Alcaraz in Australien, Jannik vielleicht hier." In den vergangenen Jahren sei er irgendwie immer der Dritte gewesen.

Wenn ich also näher an sie herankomme, wenn ich natürlich mit ihnen um die großen Turniere kämpfen und sie gewinnen kann, an ihrer Seite, wäre das großartig. Dafür werde ich weiter hart trainieren.

Alexander Zverev

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Quelle: Reuters

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Über das Thema berichtete das heute journal am 12.07.2026 ab 21:45 Uhr.

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