Sinner bei French Open raus:Alexander Zverevs große Chance auf Vollendung
von Sebastian Ungermanns
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Seit Jahren läuft Alexander Zverev einem Grand-Slam-Titel hinterher. Mit dem Aus von Jannik Sinner ist plötzlich die große Chance da.
Plötzlich Top-Favorit auf den Titel: Alexander Zverev
Quelle: WittersAuch Alexander Zverev dürfte mitgelitten haben mit seinem Konkurrenten. Nach lockerer 2:0-Satzführung Jannik Sinners und beim Stand von 5:1 im dritten sah alles wie ein weiterer klarer Sieg der Nummer eins der Welt aus.
Doch der Italiener wirkte danach plötzlich körperlich angeschlagen, bewegte sich kaum noch rund und verlor das Spiel gegen den Argentinier Cerundolo. Eine Riesen-Überraschung. Und die eröffnete dem deutschen Topspieler Zverev gleichzeitig eine enorm große Chance.
Zverev nun bestgesetzter Spieler im Turnier
Er ist nun der bestgesetzte, noch verbliebene Spieler bei den French Open, da Carlos Alcaraz, neben Sinner der zweite "Überspieler" dieser Generation, schon vor dem Turnier verletzungsbedingt abgesagt hatte. Die Möglichkeit, endlich einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen, war vielleicht nie größer.
Jannik Sinner ist bei den French Open mit körperlichen Problemen ausgeschieden. Jetzt ist Alexander Zverev der höchstgesetze Spieler bei dem Turnier in Paris.
28.05.2026 | 1:34 minDabei sah das Ende 2025 noch ganz anders aus. Zverev war vollkommen außer Form, scheiterte in Wimbledon schon in Runde eins an Arthur Rinderknech, wenig später bei den US Open in Runde drei an Felix Auger-Aliassime. Doch das war nicht das einzige Problem.
Zverev berichtet 2025 von mentalen Problemen
Der deutsche Vorzeigespieler wirkte ausgebrannt. Nach seinem Aus in Wimbledon berichtete er auf einer vielbeachteten Pressekonferenz von mentalen Problemen, einer tiefen persönlichen Lebenskrise und dem Gefühl von Einsamkeit: "Ich fühle mich generell gesprochen ziemlich allein in meinem Leben, was kein schönes Gefühl ist", sagte er damals.
Aus in Runde zwei: Jan-Lennart Struff ordnet sein Ausscheiden gegen den portugiesischen Qualifikanten Jaime Faria im Interview ein.
28.05.2026 | 3:23 minEr holte sich professionelle Hilfe, doch sportlich lief es weiterhin nicht rund. Dazu kamen einige Verletzungsprobleme. So war es auch "körperlich eine schreckliche Saison", bilanzierte der heute 29-Jährige vergangenes Jahr vor einem Turnier in Wien.
Mit der neuen Spielzeit präsentierte sich Zverev dann stark verbessert und vor allem extrem konstant. Gewonnen hat der gebürtige Hamburger zwar noch kein Turnier diese Saison, stand aber fast immer im Halbfinale, unterlag in entscheidenden Matches allein dieses Jahr viermal dem lange unschlagbar wirkenden Jannik Sinner - der nun ausgeschieden ist.
Zverev die ganze Saison schon stark
Die aktuelle Nummer drei der Welt besticht dieses Jahr durch ein sichtbar aggressiveres Spiel. Er versucht die Punkte gerade von der Grundlinie selbst zu diktieren, geht auch bei seinen Returns kontrolliert mehr ins Risiko.
Alexander Zverev zeigte sich nach seinem Drittrunden-Einzug bei den French Open zufrieden. Im ZDF-Interview äußerte er sich auch zur Verletzung seines Gegners Tomas Machac.
28.05.2026 | 1:14 minObendrein ist seine Vorhand, die seine ganze Karriere schon fehleranfällig war, stabiler und gefährlicher geworden, sein starker Aufschlag und seine überragende Rückhand sind geblieben.
Ohne Frage: Zverev hat schon viel gewonnen in seiner Karriere, ist unter anderem Olympiasieger, Tennis-Weltmeister und hat mehrere große Turniere gewonnen - doch einen großen Grand Slam noch nie. Ein Makel, der ihn seit Jahren begleitet.
Die Jagd nach der Vollendung
Drei Grand-Slam-Endspiele verlor der Deutsche bereits - und die Jagd nach dem großen Triumph macht ihm auch mental immer wieder zu schaffen. "Ich möchte meine Karriere nicht als einer der größten Spieler aller Zeiten ohne einen Grand-Slam-Titel beenden", sagte er beispielsweise nach dem verlorenen Finale gegen Sinner bei den Australian Open 2025.
Starker Auftritt in Paris: Jan-Lennard Struff besiegt Kasachen Alexander Bublik in vier Sätzen. Der Sieg kommt überraschend und zeigt, welches Potenzial im Deutschen steckt.
27.05.2026 | 1:03 minNun spielt der Druck also noch mehr mit, denn ohne Sinner ist Zverev in der aktuellen Verfassung der Top-Favorit auf den Titel bei den French Open. Seine Matches in den ersten beiden Runden gegen Benjamin Bonzi und den starken Tschechen Tomáš Macháč gewann der 29-Jährige klar in drei Sätzen.
Wenn er nun auch dem Druck standhält - dem von außen und dem selbst gemachten - dann ist ihm der Titel mehr denn je zuzutrauen. Die Chance war wohl nie größer.
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Über dieses Thema berichtete das ZDF am 29.05.2026 im gemeinsamen Morgenmagazin mit der ARD ab 05:30 Uhr.
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