Paris-Roubaix fehlt noch: Pogacars Jagd aufs fünfte Monument

Paris-Roubaix: Duell mit van der Poel?:Pogacars Jagd aufs fünfte Monument

von Stephan Klemm

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Tadej Pogacar will am Sonntag den Rad-Klassiker Paris-Roubaix gewinnen. Es ist das letzte große Eintagesrennen, das in seiner Siegsammlung noch fehlt.

Tadej Pogacar fährt auf einer Kopfsteinpflaster-Passage der Flanderrundfahrt eine Rechtskurve.

Jede Menge Kopfsteinpflaster gab's auch bei der Flanderrundfahrt, die Tadej Pogacar (im Bild vorne) am vergangenen Wochenende gewann.

Quelle: Francois Lo Presti / AFP

Paris-Roubaix ist ein Radrennen der Extreme, das Profis und Material fordert wie keine andere Prüfung der Saison. In die 258 Kilometer lange Strecke vom Startort Compiègne bis zum Ziel auf dem Velodrom von Roubaix im Norden Frankreichs haben die Veranstalter 30 Sektoren mit Kopfsteinpflaster integriert.

Knapp 55 Kilometer über hartes Kopfsteinpflaster

54,8 Kilometer voller unebener, holpriger, spitzer, unberechenbarer Klippen für die Radprofis, verteilt auf den letzten 160 Kilometern, die das Material, den Körper und den Kopf aufs Gemeinste herausfordern.

Mathieu van der Poel jubelt nach seinem Sieg beim Paris Roubaix am 13.04.2025.

Titelverteidiger: Mathieu van der Poel jubelt im Velodrom von Roubaix.

Quelle: AFP

Am kommenden Sonntag ist es wieder so weit. Der Untergrund aus Kopfsteinen, französisch Pavés, bereitet beim Drüberrollen Schmerzen, die Handgelenke schwellen an, Blasen bilden sich an den Handinnenflächen, die Schultergelenke drohen aus den Scharnieren zu fliegen.

Mathieu van der Poel, ein Paris-Roubaix-Spezialist

Defekte sind Teil des Programms und auch Stürze. Paris-Roubaix ist unkalkulierbar. Zumindest galt das bis vor drei Jahren. Seitdem aber gab es immer denselben Sieger: 2023, 2024 und 2025 gewann Mathieu van der Poel, ein tempofester, robuster Niederländer, 31 Jahre alt.

Van der Poel trifft am Sonntag zum zweiten Mal bei Paris-Roubaix auf Tadej Pogacar aus Slowenien. Pogacar ist der vielseitigste Profi der Gegenwart: Zweimaliger und aktueller Weltmeister sowie viermaliger Sieger der Tour de France.

Drei Rennen in diesem Jahr, drei Siege für Pogacar

Pogacar ist derzeit eine Siegmaschine. Drei Rennen bestritt er in diesem Jahr, alle drei hat er gewonnen. Es waren Triumphe mit viel Prestige: Strade Bianche (ein Schotterklassiker in der Toskana), Mailand-Sanremo, die Flandern-Rundfahrt.

Tadej Pogačar

Bei der Rad-WM in Ruanda hat Tadej Pogačar seinen Titel erfolgreich verteidigt. Der Slowene gewann das Einzelrennen bei der ersten Austragung der Rad-WM auf dem afrikanischen Kontinent.

29.09.2025 | 1:18 min

Die beiden letzten sind zwei von fünf Eintagesmonumenten des Radsports. Nummer drei folgt nun am Sonntag, Paris-Roubaix. Es ist das einzige der wichtigen klassischen Rennen, das Pogacar noch nicht gewann.

Im Vorjahr wurde er nach einem Fahrfehler und leichten Sturz in einem Pavé-Sektor Zweiter hinter seinem Mitausreißer van der Poel. Diesmal reist der Slowene an, um zu gewinnen.

Der slowenische Radrennfahrer Tadej Pogačar jubelt nach dem Rennen bei der Flandern-Rundfahrt 2026

Tadej Pogacar hat die Flandern-Rundfahrt gewonnen. Seinen Konkurrenten Mathieu van der Poel hängte der Weltmeister rund 18 Kilometer vor dem Ziel ab.

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Bei der Generalprobe in Flandern, auch dort gab es etliche Pavé-Passagen, war er schon nicht zu stoppen. Er ließ van der Poel 18 Kilometer vor dem Ziel stehen und gewann als Solist vor seinem niederländischen Konkurrenten.

Paris-Roubaix: Es läuft auf ein Duell hinaus

Und so treffen bei Paris-Roubaix, dem Rennen der Extreme, zwei Fahrer der Extreme aufeinander. Trotz aller Defekt- und Sturzmöglichkeiten gilt es als ausgemacht, dass einer dieser Beiden der Sieger am Sonntag sein wird.

Van der Poels Serie ist dafür der Beleg. Pogacars Form und seine Leistung des Vorjahres, als er sich erstmals als Profi auf den Pavés in Frankreichs Norden versuchte, ebenfalls.

Pogacar ist überdies dabei, die Geschichte seines Sports umzuschreiben - als außergewöhnlicher Sammler von Radsport-Monumenten.

Pogacar: 2026 Schon zwei Frühjahrs-Klassiker gewonnen

Mailand-Sanremo hat er seit März in seiner Siegliste, die Flandern-Rundfahrt gewann er wie van der Poel schon dreimal - häufiger siegte dort bisher niemand. Lüttich-Bastogne-Lüttich kann Pogacar Ende April zum vierten Mal für sich entscheiden. Bei der Lombardei-Rundfahrt im Oktober hat er zuletzt fünfmal in Folge triumphiert.

Macht insgesamt zwölf Triumphe bei den fünf Radsport-Monumenten und Platz zwei in der ewigen Bestenliste dieser Serie. Es führt dort (noch) Eddy Merckx mit 19 ersten Plätzen.

Pogacar wäre der Vierte im Bunde

Neben Merckx haben bisher nur noch zwei weitere Rennfahrer Siege in allen fünf Monumenten erreicht: Roger de Vlaeminck und Rik van Looy. Pogacar wäre bei einem Erfolg in Roubaix der Vierte im Bunde.

Und er hätte die Chance, als Erster alle fünf dieser Monumente des Radsports in einer Saison zu gewinnen. Das würde die Grenzen des Machbaren verschieben. Die Klippe ist Paris-Roubaix, das Rennen der Extreme. Denn bei Lüttich-Bastogne-Lüttich in zwei Wochen und in der Lombardei im Oktober ist Pogacar ohnehin kaum zu schlagen.

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Über das Thema berichtete das ZDF am 05.04.2025 in den 17-Uhr-heute-Nachrichten im Beitrag "Tadej Pogacar gewinnt die Flandern-Rundfahrt".
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