Unterschiede in den Sportarten:Was bedeuten die Startklassen bei den Paralympics?
Die Paralympics stehen vor der Tür: Welche Sportarten in Mailand und Cortina dabei sind und in welchen Startklassen gestartet wird.
Startet in der Klasse LW 12: Monoskifahrerin Anna-Lena Forster
Quelle: FIS/Alexandra BlumWenn am 6. März die paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina losgehen, zeigen Athletinnen und Athleten aus aller Welt einmal mehr beeindruckende Leistungen. Anders als bei den olympischen Spielen gibt es bei den Paralympics aber noch eine zusätzliche Herausforderung: Das IPC (Internationale Paralympische Komitee) muss dafür sorgen, dass die Leistungen aller Sportlerinnen und Sportler, die mit unterschiedlichen Behinderungen antreten, vergleichbar sind.
Monoskifahrerin Anna-Lena Forster und Snowboarderin Brenna Huckaby sind zwei der beeindruckendsten Athletinnen des paralympischen Wintersports und kämpfen aufopfernd für ihre Ziele.
22.02.2026 | 43:44 minDafür gibt es das Klassifizierungssystem. Dies soll sicherstellen, dass sportliche Leistung und nicht der Grad der Behinderung über den Erfolg entscheidet. Grundsätzlich gilt, dass Athletinnen und Athleten mit vergleichbaren funktionellen Einschränkungen gegeneinander antreten sollen. Darüber hinaus sind die Klassen sportartspezifisch.
Wie das in den einzelnen Sportarten 2026 geregelt ist, und was zu beachten ist:
Nordische Parasportarten: Para-Langlauf und Para-Biathlon
Para‑Skilanglauf und Para‑Biathlon nutzen ein gemeinsames Klassifizierungssystem. Grundsätzlich wird in drei Startkategorien unterschieden:
- visuell beeinträchtigte Athleten
- stehend startende Athleten mit körperlicher Beeinträchtigung
- sitzend startende Athleten mit körperlicher Beeinträchtigung
Die viermalige Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster erläutert im Gespräch mit Thomas Skulski, warum die anstehenden Winterspiele in Italien ein "absolutes Highlight" für sie sind.
02.01.2026 | 4:28 minAlle Athleten einer Kategorie starten gemeinsam in einem Wettbewerb. Leistungsunterschiede werden über Zeitfaktoren ausgeglichen.
Visuelle Beeinträchtigung (B1–B3)
- B1: vollständig blind oder nahezu keine Lichtwahrnehmung
- B2: hochgradige Sehbehinderung mit sehr geringem Restsehvermögen
- B3: moderate Sehbehinderung
Alle sehbeeinträchtigten Athleten starten mit einem Guide, der Orientierung und Tempo vorgibt.
Körperliche Beeinträchtigung – stehend (LW2–LW9)
Diese Klassen umfassen Athleten, die im Stehen Ski fahren, jedoch funktionelle Einschränkungen haben:
- LW2–LW4: Beeinträchtigungen eines oder beider Beine (unterschiedlicher Schweregrad)
- LW6–LW8: Beeinträchtigungen eines oder beider Arme
- LW9: kombinierte Arm‑ und Beinbeeinträchtigungen
Die Einschränkungen betreffen u. a. Gleichgewicht, Kraft, Koordination und Stockeinsatz.
Körperliche Beeinträchtigung – sitzend (LW10–LW12)
Sitzend startende Athleten fahren im Sitzski:
- LW10: sehr geringe oder keine Rumpfstabilität
- LW11: gute Rumpfstabilität, keine Beinfunktion
- LW12: teilweise nutzbare Beinfunktion
Unterklassen (z. B. LW10.5, LW11.5) bilden feine funktionelle Unterschiede ab.
Ski Alpin
Im Para‑Ski Alpin wird dasselbe Grundsystem wie in den nordischen Sportarten verwendet. Auch hier gibt es die drei Kategorien:
- visuell beeinträchtigt
- stehend
- sitzend
Die Startklassen (B1–B3, LW1–LW9, LW10–LW12) entsprechen funktionell denen des Skilanglaufs, werden jedoch an die alpinen Anforderungen wie Kurvenfahren, Geschwindigkeit und Gleichgewicht angepasst. Auch hier sorgt ein Faktorsystem für faire Ergebnisse.
Alles zu den Winterspielen:Paralympics 2026
Para‑Snowboarding
Para‑Snowboarding ist eine vergleichsweise junge paralympische Disziplin. Zugelassen sind sieben der zehn Beeinträchtigungskategorien. Nicht startberechtigt sind:
- visuell beeinträchtigte Athleten
- intellektuell beeinträchtigte Athleten
- Kleinwüchsige
Aufgrund des hohen Verletzungsrisikos gelten strengere Mindestkriterien.
Startklassen:
- SB‑LL1: stärkere Beeinträchtigungen der unteren Extremitäten
- SB‑LL2: geringere Beeinträchtigungen der unteren Extremitäten
- SB‑UL: Beeinträchtigungen der oberen Extremitäten
Rollstuhlcurling
Im Rollstuhlcurling gibt es nur eine Startklasse.
- Fünf Beeinträchtigungskategorien sind zugelassen
- Nicht zugelassen: visuelle Beeinträchtigungen, intellektuelle Beeinträchtigungen, Kleinwuchs und reine Beinlängendifferenzen
Voraussetzung ist eine Beeinträchtigung der Beine als Minimalkriterium. Zusätzliche Einschränkungen an Rumpf oder Armen sind möglich. Der Sport wird im Rollstuhl ausgeübt, auch wenn dieser im Alltag nicht zwingend benötigt wird.
Para‑Eishockey
Im Para‑Eishockey gibt es ebenfalls nur eine Startklasse.
Zwingende Voraussetzungen:
- ausgeprägte Beeinträchtigung der unteren Körperhälfte
- volle Funktionsfähigkeit der oberen Körperhälfte
Nicht zugelassen sind visuell oder intellektuell beeinträchtigte Athleten sowie Kleinwüchsige. Gespielt wird in einem speziellen Schlitten, die Fortbewegung erfolgt ausschließlich mit den Armen.
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