Solidarität mit Ukraine:Paralympics: Deutschland verzichtet auf Einzug der Nationen
Sportler aus Russland und Belarus sind bei den Paralympics zugelassen. Der Deutsche Behindertensportverband DBS kritisiert das deutlich - und reagiert.
Proteste in Italien, Team D bleibt bei der Eröffnung dem Einzug der Nationen fern: Die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten sorgt vor den Paralympics für Diskussionen.
03.03.2026 | 1:00 minDas Team Deutschland wird bei der Eröffnungsfeier der Paralympics (Freitag, 6. März, ZDF-Stream ab 20 Uhr) dem Einmarsch der Nationen fernbleiben. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) reagiert damit auf die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), Russen und Belarussen über Wildcards zuzulassen.
Der DBS wolle nun "solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck bringen", so der Verband in einer Erklärung.
Die Zulassung von russischen Athleten, die bei den Paralympics wieder unter eigener Flagge an den Start gehen dürfen, hat für Empörung gesorgt.
03.03.2026 | 2:08 minAn den sogenannten Pre-Recordings - den im Vorfeld aufgezeichneten Aufnahmen, die während der Eröffnungsfeier eingeblendet werden - wird das Team Deutschland wie vorgesehen teilnehmen: "Damit verbindet das Team sportliche Fokussierung mit einer eindeutig wertebasierten Position", so der DBS in einer Presseerklärung.
Auch die Politik zieht sich zurück
Der Eröffnungsfeier gänzlich fernbleiben will die Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein. Die Zulassung von Russen und Belarussen unter eigener Flagge weiche "von der Linie des Internationalen Olympischen Komitees ab, hinter die sich die Bundesregierung gestellt hat", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Man teile die internationale Kritik.
Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Behindertensportverbandes, Idriss Gonschinska, hat im Interview mit Lena Kesting die Solidarität mit den ukrainischen Athleten unterstrichen.
03.03.2026 | 4:19 minDer Beschluss der IPC-Generalversammlung im September 2025 und das Urteil des CAS "beinhalten ausdrücklich keine Verpflichtung, Startplätze an diese Nationen zu vergeben", so der DBS. Die Entscheidung des IPC fordere die Paralympische Bewegung in besonderem Maße heraus.
Ukrainisches Outfit nicht genehmigt
Im gleichen Zug wie das IPC die Wildcards an Russland und Belarus vergab, hat der Verband der ursprünglich geplanten Teamkleidung der Ukraine die Genehmigung versagt. Die Jacken dieser Kollektion zeigen die Landkarte der Ukraine mit den Grenzen von 1991 inklusive der Krim und der von Russland besetzten Gebiete.
Das nicht genehmigte Outfit des ukrainischen Teams.
Neben der Ukraine hatten zuvor schon andere Nationen wie Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Niederlande und Tschechien einen Boykott der Eröffnungsfeier angekündigt. Bei der Zeremonie im Amphitheater von Verona waren aus Platzgründen ohnehin nur zwei Sportler jeder Nation zugelassen.
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