Der richtige Boden: Welche Pflanzen in welcher Erde gedeihen

Bodenqualität erkennen und nutzen:Welche Pflanzen sich in Ihrem Garten wohlfühlen

von Elmar Mai

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Ob sauer oder kalkhaltig: Der Boden entscheidet über Erfolge im Garten, denn nicht jede Pflanze fühlt sich überall wohl. Wie man herausfindet, was im eigenen Garten gut wächst.

Tipps für die richtige Bodenpflege von Anja Koenzen

Ein gesunder Boden ist eine wichtige Voraussetzung für gesundes Pflanzenwachstum. Anja Koenzen zeigt, worauf es beim Düngen, Wässern und Lockern des Bodens ankommt.

22.10.2026 | 8:42 min

Ob Pflanzen gut gedeihen, hängt nicht nur von Licht und Wasser ab, sondern maßgeblich auch von der Erde, in der sie wachsen. Für Balkon-, Zimmer- oder Kübelpflanzen gibt es passende Produkte zu kaufen. Im eigenen Garten dagegen sollten die Pflanzen zum Boden passen.

Bodenverhältnisse kennen und richtig nutzen

Deutschland weist eine Vielfalt von Landschaften auf. Sie zeugen von einer Millionen Jahre alten Erdgeschichte. Für die Beschaffenheit der jeweiligen Böden sind Verwitterungsprodukte der regional höchst unterschiedlichen Gesteine verantwortlich. Die wild wachsenden Pflanzen haben sich im Laufe langer Zeiträume den Verhältnissen angepasst. Wer neu anpflanzen möchte, sollte die Bodenverhältnisse kennen, um Pflanzen mit passenden Bedürfnissen aussuchen zu können.

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Wie erkennt man die Bodenqualität?

Hinweise auf die Bodenbeschaffenheit liefert die Wasserqualität. Entscheidend ist die Wasserhärte, die man vom zuständigen Wasserwerk erfahren kann. Sie ist auch bei der Zimmerpflanzenpflege und für das Gießwasser wichtig.

Ab 14 Grad deutscher Härte (dH) spricht man von hartem, ab 30 Grad von sehr hartem Wasser. Weiches Wasser stammt meist aus Regionen mit sauren, kalkarmen Böden, während hartes Wasser typisch für Gebiete mit deutlich kalkhaltigen Böden ist. Eine Wasserhärte von 8,4 Grad weist auf neutrale bis schwach kalkhaltige Verhältnisse hin.

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pH-Wert des Bodens messen

Der Kalkgehalt eines Bodens lässt sich auch über den pH-Wert einschätzen, der von null bis 14 reicht. Kalk wirkt alkalisch und erhöht den pH-Wert: Ein niedriger pH-Wert unter sieben steht für saure Böden, ein Wert über sieben für kalkreiche beziehungsweise alkalische Böden, sieben ist neutral. Für die meisten Pflanzen ist ein neutral bis schwach kalkhaltiger Boden optimal, entsprechend ein pH-Wert um sieben und leicht darüber.

Der pH-Wert lässt sich einfach mithilfe eines Test-Sets aus dem Fachhandel ermitteln. Bodenproben werden nach Anleitung gewonnen, in ein Röhrchen gefüllt und mit Wasser sowie einem Indikator vermischt. Der Indikator verfärbt sich nach kurzer Zeit. Rot bedeutet dabei sauer, blau alkalisch, also kalkhaltig. Gelb und Grün liegen in der Mitte. Der genaue Wert ist auf einer Skala gut ablesbar.

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Welche Pflanze für welchen Boden?

Die meisten Pflanzen, etwa Rosen oder Stauden, bevorzugen einen lockeren, mehr oder weniger neutralen Boden. Welche Pflanzen im Garten besonders gut gedeihen, zeigt auch ein Blick in Nachbargärten. Hilfreich kann zudem der Rat einer nahe gelegenen Gärtnerei sein.

Auf leicht sauren Böden gedeihen Pflanzen wie Rhododendren, Hortensien, Kamelien, Heide oder Heidelbeeren. Kalk im Boden bevorzugen dagegen Rosmarin, Lavendel, Buchsbaum oder Christrose. Auch der Rasen freut sich über eine regelmäßige Kalk-Gabe, am besten vor dem Winter, damit er ungestört wirken kann.

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Böden verbessern und pflegen

Ein guter Gartenboden ist locker, tiefgründig, nährstoffreich und strukturstabil. Das wird mit einem hohen Humusanteil erreicht. Regelmäßige Kompostgaben sind dafür das Mittel der Wahl. Sie bilden die wertvollen Humuspartikel, die in der Lage sind, Luft, Wasser und Dünger in einem optimalen Verhältnis zu speichern und zu regulieren.

Ist der Boden zu verdichtet, wie es oft bei tonigen Böden der Fall ist, hilft es, Sand unterzumischen. Sandige Böden lassen sich dagegen mit viel Kompost verbessern. Laubkompost im Herbst ist ein hervorragendes Mittel für alle Böden. Ein gesunder Boden sollte nie "nackt", also unbedeckt, sein. Daher im Winter entweder mulchen oder Gründüngung (Pflanzen zur Bodenverbesserung) oder Wintergemüse anbauen.

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Am besten standortgerecht anpflanzen

Verschiedene Bodenhilfsstoffe können helfen, den Boden zu verbessern. Die sollte man aber nur mithilfe eines Fachmanns anwenden. Saure Böden lassen sich in Grenzen mit Kalk in den neutralen Bereich verschieben. Kalkhaltige Böden dagegen können eigentlich nur ausgetauscht werden, obwohl es saure Dünger gibt. Aber das ist nur eine Notlösung. Besser, man arrangiert sich mit dem Boden und pflanzt Passendes an.

Elmar Mai ist Garten-Experte in der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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