Komposter für den Balkon im Praxis-Check:Pflanzendünger aus dem Mini-Komposter: Wie gut klappt das?
von Tim Uhlendorf
Mini-Kompostanlagen für den Balkon liefern Dünger aus eigener Herstellung. Außerdem werden Abfälle nachhaltig verwertet. Was bei Bio-Kompostern, Bokashi und Co. zu beachten ist.
Kaffeesatz, Gemüseschalen und Essensreste müssen nicht im Müll landen: Mit einem Balkon-Komposter werden sie zu wertvollem Dünger. Welche Modelle eignen sich am besten dafür?
15.07.2026 | 5:51 minAus Bioabfall wie Obstresten oder Kaffeesatz eigenen Pflanzendünger herstellen? Das geht auch ohne Komposthaufen im eigenen Garten, zum Beispiel mit Mini-Kompostern für den Balkon. Welche Systeme es gibt und welche Vor- und Nachteile sie haben, erklärt Gartenexpertin Maria Fellner.
Welche Abfälle in den Balkon-Kompost dürfen
Erfolgreiches Kompostieren setzt die richtige Mischung aus Material, Luft und Feuchtigkeit voraus. Geeignet sind vor allem Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz oder Blumen. Je nach Kompostsystem variiert leicht, was zusätzlich zersetzt werden kann. Hier lohnt sich ein Blick auf die Angaben der jeweiligen Hersteller.
Biologisch abbaubarer Kunststoff ist gerade bei Biomülltüten beliebt. Allerdings ist nicht alles, wo "biologisch abbaubar" draufsteht auch wirklich kompostierbar. Was ist zu beachten?
23.07.2026 | 4:15 minNicht in den Balkonkompost gehören Fleisch, Fisch oder stark gewürzte Speisen - sie können unangenehme Gerüche verursachen und Schädlinge oder Nagetiere anlocken. Auch der Standort ist entscheidend. "Der Kompost sollte möglichst schattig stehen und vor starkem Regen geschützt sein", sagt Gartenexpertin Maria Fellner.
Einfache Bio-Komposter für den Balkon
Kompakte Bio-Komposter sind die einfachste Variante für den Balkon. Sie funktionieren ähnlich wie ein klassischer Gartenkompost, nur im Kleinformat und meist mit geschlossenem Behälter. Im Inneren zersetzen Mikroorganismen die organischen Abfälle nach und nach. Wichtig ist eine gute Durchlüftung, damit der Verrottungsprozess nicht kippt. Einige Modelle verfügen über Belüftungsschlitze oder mehrere Kammern.
Der Aufwand ist moderat: Abfälle einfüllen, gelegentlich mischen und auf die richtige Feuchtigkeit achten. Brauchbarer Kompost entsteht hier meist nach etwa zwei bis vier Monaten.
Kräutererde, Zitruspflanzenerde & Co: Garten-Expertin Anja Koenzen zeigt, wie man Erde und Dünger einfach selbst anmischt.
10.04.2025 | 9:48 minBokashi-Eimer liefert Kompost in wenigen Wochen
Eine platzsparende Alternative für Balkone und kleine Wohnungen ist der Bokashi-Eimer. Er besteht aus einem luftdicht verschlossenen Behälter, in dem Küchenabfälle nicht mit Sauerstoff, sondern mit speziellen Mikroorganismen fermentiert werden. Durch diesen Prozess entstehe in wenigen Wochen ein nährstoffreicher Vor-Kompost, erklärt Fellner den Prozess. "Noch schneller erhält man sogenannten Bokashi-Saft, der stark verdünnt als Flüssigdünger genutzt werden kann." Bei richtiger Anwendung arbeitet das System nahezu geruchslos.
Die Menge des anfallenden Bokashi-Safts hängt stark vom Wassergehalt sowie von Menge und Häufigkeit der eingefüllten Küchenabfälle ab. Wird die Fermentation nicht korrekt durchgeführt, können unangenehme Gerüche entstehen.
Tonne auf und weg damit: Jeden Tag landen Essensreste in der Biotonne. Aber was passiert dann damit? Wo landen die Bioabfälle? Warum steckt in dem Abfall noch viel Wertvolles drin?
30.05.2025 | 23:45 minWurmkomposter als platzsparende Lösung
Ebenfalls platzsparend ist ein Wurmkomposter. In einer Kiste leben spezielle Kompostwürmer, die Küchenabfälle in nährstoffreichen Humus verwandeln. Der Prozess läuft in mehreren Schritten: Zunächst zersetzen Mikroorganismen das Material, anschließend wird es von den Würmern weiterverarbeitet und in feinen Humus umgewandelt. "Diese Systeme bestehen meist aus einzelnen Boxen, die man nach Bedarf immer weiter nach oben stapeln kann - je nachdem, wie viel Bio-Abfall man anhäuft", sagt Gartenexpertin Maria Fellner.
Bei Temperaturen unter 25 Grad Celsius kann das System sehr erfolgreich Bio-Abfall zersetzen. Bei sehr hohen Temperaturen ist es auf vielen Balkonen allerdings auch im Schatten schnell zu heiß. Wichtig ist außerdem eine konstante Feuchtigkeit, dann arbeiten die Würmer am besten. Brauchbaren Kompost erhält man nach rund drei Monaten.
Eine einfache Variante des Wurmkomposters ist die sogenannte Wurmvase, die man selbst bauen kann. Dazu wird ein Tontopf benötigt, der entweder schon über Löcher verfügt oder in den nachträglich Löcher gebohrt werden können. Das Gefäß wird direkt in die Erde eines Hochbeets oder eines großen Pflanzkübels eingesetzt und mit einer Mischung aus zerkleinerter Pappe, Bioabfällen und Kompostwürmern befüllt. Die Würmer übernehmen die Zersetzung der organischen Reste. Sie bewegen sich zwischen Wurmvase und Erde frei umher und düngen die Pflanzen dabei direkt mit.
Kompostwürmer sind im Fachhandel oder online erhältlich. Der Vorteil der DIY-Variante: Sie ist vergleichsweise günstig und lässt sich gut an die eigenen Platzverhältnisse auf dem Balkon anpassen. Dank der kühl-feuchten Erde bleiben die Würmer außerdem besser vor Hitze geschützt.
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