Nachhaltiger Fischkonsum: Wie man bewusster Fisch genießen kann

Nachhaltiger Fischgenuss:So treffen Sie die richtige Wahl beim Einkauf von Fisch

von Arlette Geburtig

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Viele Fischbestände sind überfischt. Wer dennoch Fisch genießen möchte, sollte beim Fischkauf ein paar praktische Tipps beherzigen. Welche Fischarten sind eine gute Wahl?

Das Klientel kauft bei einem Fischhändler ein.

Egal ob Rotbarsch, Lachs oder Forelle - bei Thomas Hembsch in Köln landet nur Fisch im Verkauf, der nachhaltig gefangen oder sorgfältig gezüchtet wurde.

02.03.2026 | 4:39 min

Nachhaltiger Fischkonsum hilft, bedrohte Bestände zu schützen und bewusster zu genießen. Mark Heuer von der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF Deutschland beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit verantwortungsvoller Fischerei. Er erklärt, worauf es dabei ankommt.

Was "nachhaltiger Fisch" bedeutet

Beim Thema Nachhaltigkeit gehe es darum, ob mehr Fische gefangen werden, als auf natürliche Weise nachwachsen, erklärt Heuer. Gleichzeitig müssten auch Faktoren wie Beifang oder Schäden am Meeresboden betrachtet werden.

Für Verbraucher sind deshalb Angaben zu Fischart, Fanggebiet und Fangmethode entscheidend, die laut Kennzeichnungspflicht immer genannt werden müssen. Orientierung bietet zusätzlich der WWF-Fischratgeber mit seinem Ampelsystem. "Grün" bedeutet dabei "empfehlenswert" und Fisch mit der Kennzeichnung "Rot" sollte besser gemieden werden.

Diese Siegel bieten Orientierung beim Einkauf

Im Supermarkt helfen Zertifizierungen bei der Auswahl. Laut WWF-Experte Heuer sind folgende Gütesiegel besonders relevant:

  • Naturland-Bio oder EU-Bio für Zuchtfisch
  • ASC (Aquaculture Stewardship Council) als Mindeststandard für Aquakulturen
  • MSC (Marine Stewardship Council) für Wildfisch

Sie bieten eine sinnvolle Orientierung, auch wenn aus Sicht des WWF noch Verbesserungsbedarf bei den Standards besteht, betont Heuer.

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Nachhaltigkeit bei Fisch: Situation ändert sich ständig

Die Bewertung von Fischarten kann sich schnell ändern, da Fangquoten angepasst werden und Bestände schwanken.

Es gibt wenig Fische, die man pauschal empfehlen kann.

Mark Heuer, WWF Deutschland

Daher sei es wichtig, stets auf Herkunft und Fangmethode zu achten. Wildlachs aus Alaska gilt derzeit als vergleichsweise nachhaltig, da die Fischerei dort streng gehandhabt wird. Auch kleine Schwarmfische wie Heringe, Sardinen oder Sprotten schneiden oft gut ab. "Kleinere Fische stehen weiter unten in der Nahrungskette und können sich schneller vermehren", erklärt Heuer.

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Wie Aquakultur funktioniert

Etwa die Hälfte des weltweit konsumierten Speisefischs stammt derzeit aus Aquakulturen. Dabei werden Fische, Muscheln, Garnelen oder Algen kontrolliert in Teichen, Netzkäfigen, Durchfluss- oder Kreislaufanlagen gezüchtet. Aquakulturen beispielsweise bei Muscheln oder Algen haben den Vorteil, dass kein zusätzliches Futter benötigt wird. Sie ernähren sich unter anderem von Plankton und Nährstoffen im Wasser.

Im Gegensatz dazu müssen Raubfische wie Lachs, Dorade, Thunfisch oder Zander mit Fischen oder Fischprodukten gefüttert werden, was zu weiterer Überfischung führen kann. Nachhaltige Aquakulturen setzen auf geschlossene Kreislaufsysteme, die weniger zusätzliche Ressourcen benötigen. Auch Aquakulturen mit Bio-Zertifizierung gelten meist als ökologisch verträglicher.

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Nachhaltigkeit beim Fischhändler

Fischhändler Thomas Hembsch beschäftigt sich ebenfalls intensiv mit Nachhaltigkeit. Er achte auf die Fangquoten, auf die Frische der Tiere und darauf, wie sie gefangen werden. Große Schleppnetze lehnt er sowohl aus ökologischen als auch aus qualitativen Gründen ab. Manche Arten verkauft er bewusst nicht: "Makrelen habe ich zurzeit nicht, da sind die Fangquoten ausgeschöpft", sagt Hembsch. Alternativ empfiehlt er Forelle oder Rotbarsch.

Hinweise für Verbraucher zum Fischkauf

Bei Unsicherheit ermutigt WWF-Fischereiexperte Heuer, sich beraten zu lassen: "Wer an der Fischtheke nach Herkunft, Fangmethode oder Zucht fragt, bekommt ein Gefühl dafür, wie nachhaltig das Produkt wirklich ist." Aal beispielsweise gilt als stark gefährdet und sollte laut WWF grundsätzlich gemieden werden.

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Heuer empfiehlt Verbraucher kleinere Fischarten zu bevorzugen, Zertifizierungen sowie Herkunft zu beachten und bodenschädigende Fangmethoden wie Grundschleppnetze zu meiden.

Grundschleppnetzfischerei sei problematisch, da diese Netze über den Meeresboden gezogen werden und ganze Ökosysteme zerstören könnten, ergänzt Heuer. Bei unklarer Herkunft oder Fangmethode der Fische sollten Käufer grundsätzlich skeptisch sein.

Arlette Geburtig ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 02.03.2026 ab 09:05 Uhr.

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