Koalitionsvertrag: Das plant Schwarz-Rot für die Wirtschaft

Koalitionsvertrag:So will Schwarz-Rot die Wirtschaft ankurbeln

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Union und SPD haben ihren Koalitionsvertrag vorgestellt, die Förderung der Wirtschaft war im Vorfeld viel diskutiert worden. Wie die Koalition die Wirtschaft jetzt stärken will.

Clemens Fuest

Das Gesamtpaket sei im Rahmen des fiskalisch Möglichen, sagt Ökonom Clemens Fuest. Ein Schwerpunkt auf Investitionen sei erkennbar und damit ein gutes Signal an Investoren und für Wachstum.

09.04.2025 | 11:26 min

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben sich auf die Eckpunkte einer schwarz-roten Regierung geeinigt. Mit einem geplanten Deutschlandfonds will die neue Regierung Investitionen ankurbeln. Mit Hilfe von mindestens zehn Milliarden vom Bund durch Garantien oder finanzielle Transaktionen und zusätzlichem privaten Kapital und Garantien sollen so mindestens 100 Milliarden zusammenkommen.

Außerdem sollen Investitionen dadurch gefördert werden, dass Unternehmen für die Jahre 2025, 2026 und 2027 besonders hohe Anteile ihrer Investitionskosten abschreiben können, bevor ab 2028 der Unternehmersteuersatz schrittweise gesenkt werden soll. "Das ist ein attraktives Gesamtpaket und eine Verbesserung des Status Quo", urteilt Ökonom Clemens Fuest. Und weiter:

Es wird interessanter zu investieren.

Clemens Fuest, Ökonom

Die Abschreibungen wirkten stärker, solange die Steuersätze noch etwas höher seien. Insgesamt sei ein Schwerpunkt auf Investitionen erkennbar und damit ein gutes Signal an Investoren und für Wachstum.

SGS Siever Merz

Friedrich Merz (CDU) sieht im Koalitionsvertrag die "Grundlage für einen wirklichen Aufschwung". Viele der Maßnahmen sollten der Einsparung dienen, so Merz.

09.04.2025 | 8:34 min

Bürokratieabbau: Weniger Hürden für Gründer

Für Start-ups sollen bürokratische Hemmnisse abgebaut werden. Wer ein Unternehmen gründen möchte, soll das in Zukunft innerhalb von 24 Stunden tun können. Dazu sollen alle Anträge und Behördengänge über eine gemeinsame digitale Plattform laufen. Beim Bürokratieabbau komme es natürlich auf die Umsetzung an, so Fuest.

Laut Koalitionsvertrag soll Deutschland als "KI-Nation" etabliert werden und führender Standort für Mikroelektronik werden. Dazu soll vor allem in die Cloud- und KI-Infrastruktur sowie in die Verbindung von KI und Robotik investiert werden.

Friedrich Merz und Lars Klingbeil geben sich nach einer Pressekonferenz der Parteivorsitzenden von Union und SPD zur Vorstellung des Koalitionsvertrages die Hand.

Nach vier Wochen Verhandlungen haben Union und SPD sich nun auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Ab Anfang Mai soll Friedrich Merz dann die Regierung als neuer Kanzler anführen.

09.04.2025 | 1:50 min

Unternehmen entlasten: Lieferkettengesetz abschaffen, Energiepreise senken

Das bisherige deutsche Lieferkettengesetz soll abgeschafft werden. Das Gesetz sieht vor, dass bei Produkten, die im Ausland für den deutschen Markt hergestellt werden, bestimmte Arbeits- und Umweltstandards eingehalten werden müssen. In den kommenden Jahren soll ein europäisches Lieferkettengesetz in Kraft treten.

Unternehmen sollen mit einer gesenkten Stromsteuer, und der Reduzierung von Umlagen und Netzentgelten, entlastet werden.

Die Senkung der Energiepreise ist ein Anliegen der Industrie.

Clemens Fuest, Ökonom

Es fehle eine wirkliche Effizienzverbesserung in der Energieversorgung. "Was man tun müsste, ist die Kosten des Netzausbaus, selbst zu senken", meint Fuest.

Besonders energieintensive Unternehmen sollen von einem günstigeren Industriestrompreis profitieren.

Um den Fachkräftemangel zu verringern, sollen qualifizierte Fachkräfte schneller Arbeitsgenehmigungen erhalten und bürokratische Hürden abgebaut werden.

andrea-maurer

Die Spitzen von Union und SPD sind sich einig: Deutschland soll eine schwarz-rote Koalition bekommen. „Der letzte große Brocken war das Thema Steuern“, so ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer.

09.04.2025 | 1:42 min

Handel mit den USA und China

Mit den USA strebt die neue Regierung ein Freihandelsabkommen an. Um einen kurzfristigen Handelskonflikt zu vermeiden, setzt Schwarz-Rot auf die Reduzierung von Einfuhrzöllen auf beiden Seiten.

Die Strategie gegenüber der Wirtschaftsmacht China soll überarbeitet werden. Dazu soll eine Expertenkommission eingesetzt werden, die jährlich über Risiken, Abhängigkeiten und Vulnerabilitäten berichtet und Maßnahmen zur Risikoreduktion empfiehlt.

Investitionen in die kritische Infrastruktur und strategisch relevante Bereiche aus dem Ausland sollen verhindert werden, sofern sie den nationalen Interessen widersprechen. Zur kritischen Infrastruktur zählen beispielsweise die Energieversorgung oder die Telekommunikation.

Eskalation zwischen USA und China
:Trumps Zölle: Alle aktuellen Entwicklungen

Der Zollstreit geht weiter: US-Präsident Trump setzte etliche Zölle aus - aber erhöhte die Zölle auf chinesische Waren. Alle aktuellen Entwicklungen zum Handelsstreit im Liveblog.
Chinesische Yuan-Banknoten liegen zwischen mehreren US-Dollar-Scheinen.
Liveblog

Klimaschutz

Mit Quoten für die emissionsarme Stahl-Produktion und klimafreundlicheres Gas, will Schwarz-Rot die Entwicklung klimafreundlicher Produkte unterstützen. Förderprogramme zum klimafreundlichen Umbau der Industrie sollen weiterlaufen. Für schwer vermeidbare Emissionen aus der Industrie und für Gaskraftwerke, soll die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid, das sogenannte CSS-Verfahren möglich werden.

Quelle: ZDF, dpa

Nachrichten zur Bundestagswahl

  1. Politbarometer Grafik

    Nachrichten | heute - in Deutschland:Keine Mehrheit für Union und SPD

    von Udo Harnach
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    Cyberangriffe und Desinformation:Bundesregierung beschuldigt Russland

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  3. Friedrich Merz, Markus Söder und Lars Klingbeil

    Union und SPD vor Koalitionsausschuss:Worum Schwarz-Rot vor Weihnachten noch ringt

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  4. Amira Mohamed Ali (l) und Fabio de Masi (r) freuen sich über ihr Wahlergebnis auf dem 3. Bundesparteitag vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

    Parteitag beschließt Namensänderung:De Masi und Mohamed Ali bilden neue BSW-Spitze

    mit Video1:39

  5. Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des BSW, spricht auf dem 3. Bundesparteitag der Partei «Bündnis Sahra Wagenknecht» zu den Delegierten.

    Nachrichten | heute:BSW trifft sich zum Bundesparteitag

    von Andrea Maurer
    Video1:39

  6. Sahra Wagenknecht (M, BSW Bündnis Sahra Wagenknecht), Bundesvorsitzende, nimmt zwischen Fabio De Masi (l) und Amira Mohamad Ali, BSW Bundesvorsitzende, an einer Pressekonferenz zur Neuaufstellung des BSW teil.

    Einspruch des BSW gescheitert:Ausschuss: Bundestagswahl muss nicht neu ausgezählt werden

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  7. Sahra Wagenknecht zwischen Fabio De Masi und Amira Mohamad Ali

  8. Gruppe an Leuten mit ihren Smartphones
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    Schlagzeilen, Promis und mehr:Google-Suche 2025: Was besonders im Trend lag

    von Lukas Wagner
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  9. BSW-Logo

    Einspruch gegen Wahlergebnis:Erreicht das BSW eine Neuauszählung der Bundestagswahl?

    von Christiane Hübscher und Stefanie Reulmann
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  10. ZDF-Politbarometer

    Nachrichten | heute 19:00 Uhr:ZDF-Politbarometer

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  11. Kommunalwahl NRW

    Politik | Länderspiegel:Kommt die blaue Welle in NRW

    von P. Böhmer / A. Kehlenbach / B. Spiekermann
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  12. Das aktuelle ZDF-Politbarometer

    Nachrichten | heute:Aktuelles ZDF-Politbarometer

    von Stefan Schlösser
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