Ischinger: Drohnenangriff in Leipzig war keine Überraschung

Interview

Nach Vorfall am Flughafen Leipzig:Ischinger zur Drohnenabwehr: "Keine Zeit mehr zu verlieren"

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Für Wolfgang Ischinger ist die Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen keine Überraschung: Deutschland sei seit Jahren Ziel hybrider Angriffe - vor allem aus Russland.

"Was neu ist, ist, dass da der Sprengstoff dranhängt"

Das phoenix tagesgespräch mit Wolfgang Ischinger im Video.

07.08.2026 | 9:08 min

Nach dem Aufspüren einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, eine Vereinheitlichung und Konzentration der Schutzmaßnahmen gegen solche Angriffe gefordert.

"Es ist jetzt keine Zeit mehr zu verlieren. Es darf jetzt nicht mehr eine ein- oder zweijährige Debatte zwischen Ländern und Bund geben. Hier muss endlich mal klar Schiff gemacht werden", forderte Ischinger im Fernsehsender phoenix. Er verwies auf die seiner Meinung nach zu breit gestreuten Verantwortlichkeiten von Flugsicherungsbehörden und Innenministerien von Bund und Ländern bei der Kontrolle des Luftraums.

Wir brauchen klare Zuständigkeitsregeln für die Drohnenerkennung, die Überwachung und die Drohnenbekämpfung.

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz

"Es muss klar sein: Wer darf was, wer kann das und wer koordiniert das." Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zeige aktuell, dass er den Ernst der Lage erkannt habe.

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Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der Vorfall wirft Fragen zur Drohnenabwehr und zu möglichen Konsequenzen für die Innenpolitik auf.

07.08.2026 | 2:21 min

Ischinger: Angriff war keine Überraschung

Er wundere sich derzeit, dass man in Teilen von Medien und Politik über den Angriff auf dem Flughafen in Leipzig erstaunt sei. "Die Tatsache, dass so etwas stattfindet, ist überhaupt keine Überraschung, sondern war zu erwarten." Seit Jahren sei Deutschland Opfer von hybriden Aktivitäten aus dem Ausland, "insbesondere aus Russland", so der Chef der Münchener Sicherheitskonferenz.

Dass erstmals eine Drohne mit Sprengstoff erkannt und gestoppt worden sei, "ist jedoch eine neue Qualität". Nun müsse man abwarten, ob Fachleute in der Lage seien, zu ergründen, wo die Drohne gebaut, und von wo aus sie gesteuert worden sei.

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Es sei hier eine "heftige Lücke zutage getreten" und die Lernkurve, die daraus folgt, müsse "wahnsinnig steil sein", so Sebastian Fiedler (SPD), innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion mit Blick auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle.

07.08.2026 | 6:39 min

Mehr Hilfe für die Ukraine - Kritik an den USA

Im Zusammenhang mit der Zunahme russischer Bombardierung und ziviler Opfer in der Ukraine zeigte sich Ischinger besorgt:

Es ist wirklich an der Zeit, dass die anderen EU-Staaten, einschließlich Deutschland, dem Beispiel Dänemarks folgen: Alles, was man hat, an die ukrainische Front.

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz

Auch müsse die deutsche Bundesregierung weitere Maßnahmen initiieren. "Man sollte mit den Polen darüber reden, ob es jetzt nicht an der Zeit ist, die Patriot-Batterie in der Ukraine zu stationieren."

Militärexperte Fabian Hoffmann

Die Entwicklung von Abwehrsystemen gegen ballistische Raketen sei herausfordernd, so Militärexperte Hoffmann bei ZDFheute live. Bis das neue System "Freyja" eingesetzt werde, dauere es noch.

06.08.2026 | 19:01 min

Kritisch setzte sich Ischinger mit der Außenpolitik der USA auseinander, die den Krieg gegen Iran führten, ohne den Krieg in der Ukraine im Griff zu haben. "Ich sehe hier vor allem einen strategischen Fehler der USA." Nun stehe man vor zwei ungelösten Kriegen.

Das ist eine für den Westen insgesamt schreckliche Entwicklung.

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz

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Quelle: phoenix
Das phoenix tagesgespräch mit Wolfgang Ischinger wurde am 07.08.2026 um 09:00 Uhr in "phoenix vor ort" gesendet.

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