Niedrigwasser belastet Lieferketten:Erste Länder heben Lkw-Sonntagsfahrverbot auf
Das Niedrigwasser belastet die Lieferketten. Rheinland-Pfalz und das Saarland setzen deshalb Verbote für bestimmte Lkw-Transporte vorerst außer Kraft.
Die Ausnahmeregelung gilt zunächst bis Ende September (Symbolfoto).
Quelle: dpaWegen des Niedrigwasser in vielen Flüssen in Deutschland werden kurzfristig zusätzliche Transportmöglichkeiten auf der Straße geschaffen. Rheinland-Pfalz und das Saarland setzen wegen des anhaltenden Niedrigwassers etwa am Rhein das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für bestimmte Lkw-Transporte vorübergehend außer Kraft.
Damit könnten Güter, die aufgrund der niedrigen Pegelstände derzeit nicht oder nur eingeschränkt über die Wasserstraße transportiert werden, leichter auf der Straße befördert werden, teilte das Verkehrsministerium in Mainz zur Begründung mit. Die Ausnahmeregelung gelte bereits an diesem Wochenende und in beiden Ländern zunächst bis zum 30. September.
Die derzeit niedrigen Wasserstände in deutschen Flüssen sind ein Problem für die Binnenschifffahrt. Fracht muss teilweise auf Straße und Schiene umgelegt werden. Das ist teuer.
06.08.2026 | 2:39 minFür diese Lkw-Transporte gilt die Ausnahme
Die Ausnahme vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot gilt laut dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Transporte, die unmittelbar oder mittelbar mit dem Niedrigwasser des Rheins oder daraus resultierenden Ersatzverkehren zusammenhängen. Sie umfasst auch Leerfahrten, die unmittelbar oder mittelbar mit diesen Transporten verbunden sind. Wenn Transporte auf dem Rhein nur eingeschränkt möglich seien, müssten andere Verkehrsträger flexibel unterstützen können.
"Dafür schaffen wir jetzt die nötigen Spielräume", erklärte Verkehrsstaatssekretär Markus Wolf. Rheinland-Pfalz hat sich nach Angaben von Staatssekretär Wolf bei der Ausnahmeregelung mit anderen Ländern abgestimmt. Dadurch werde ermöglicht, die Warenströme trotz der Einschränkungen auf dem Rhein aufrechtzuerhalten. Für Großraum- und Schwertransporte gelten die Ausnahmeregelungen nicht.
Für die Unternehmen sei es "lebensnotwendig, dass der Rhein als Wasserstraße funktioniert", so Simon Gerards Iglesias, Ökonom am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft.
06.08.2026 | 6:58 minNRW pocht auf bundesweiten Konsens
Auch Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer ist dafür, das Fahrverbot für Lkw an Sonn- und Feiertagen auszusetzen - allerdings im bundesweiten Konsens. "Wir sind auf diese Situation vorbereitet und wollen das Verbot befristet aufheben", teilte der Grünen-Politiker auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sprach sich wiederum gegen den Vorstoß zur Aussetzung des Fahrverbots für Lkw an Sonn- und Feiertagen aus. "Der Vorstoß geht zu Lasten der Beschäftigten im Transport- und Logistikgewerbe und stellt die gesetzlich geschützten Sonn- und Feiertage als Tage der Ruhe und Erholung in Frage", erklärte der zuständige Verdi-Bereichsleiter Uwe Köpke.
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