Nico Lange über Patriot-Raketen: "Versagen des Westens"

Interview

Nico Lange:Patriot-Raketen: Militärexperte sieht Versagen des Westens

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Militärexperte Nico Lange erklärt im Interview mit ZDFheute live, welche Folgen ein Mangel an Lenkflugkörpern für die Ukraine hat - und ob Russland durch den Iran-Krieg profitiert.

Militärexperte Nico Lange

Das gesamte Interview mit Militärexperte Nico Lange.

05.03.2026 | 29:58 min

Militärexperte Nico Lange wirft dem Westen ein "strategisches Versagen" bei der Produktion von Lenkflugkörpern vor. Es sei "ein großes Rätsel, dass seit vier Jahren russischem Angriffskrieg gegen die Ukraine und seit langen bekannten Problemen mit bodengebundener Luftverteidigung immer noch so wenig von diesen Lenkflugkörpern produziert werden", sagt er bei ZDFheute live.

Lenkflugkörper für Patriot-Systeme seien für die Ukraine entscheidend, um russische Angriffe mit ballistischen Raketen abzuwehren. "Gegen die ballistischen Raketen, also Iskander und die aeroballistischen Raketen Kinschal, sind nur die Patriot-Systeme wirksam", erklärt Lange. Ohne passende Lenkflugkörper könne die Ukraine "nur zugucken, wie die Raketen einschlagen".

  • Die genauen Auswirkungen auf das Momentum der Ukraine im Krieg gegen Russland diskutiert Nico Lange ab Minute 17 im Video.

ZDF-Korrespondent Dominik Lessmeister in Odessa

Selenskyjs Hilfsangebot an die Golfstaaten zur Drohnenabwehr sei auch ein "diplomatischer Schachzug", so ZDF-Reporter Lessmeister in Odessa. In über vier Jahren habe die Ukraine viel gelernt.

05.03.2026 | 4:26 min

Lange: Ukraine könnte durch Iran-Krieg weniger Lenkflugkörper erhalten

Nach Einschätzung des Militärexperten könnte der Iran-Krieg den Nachschub an den wichtigen Raketen für die ukrainische Luftverteidigung beeinträchtigen.

Diesen Winter habe es schon einmal eine Situation gegeben, in der die Ukraine nicht über die Lenkflugkörper verfügt habe, berichtet Lange. "Wir sehen ja, dass die schlimmsten Schäden für das ukrainische Heizungssystem und das ukrainische Energiesystem in diesem Winter aus diesem Grund durch Russland erreicht wurden."

Interview mit Selenskyj - "Vertrauen in Putin wird es nie geben"

Ein wahrer Frieden lasse sich nur erreichen, wenn westliche Sicherheitsgarantien vorliegen, so der ukrainische Präsident Selenskyj im ZDF-Gespräch. Sehen Sie hier das Interview in voller Länge.

01.03.2026 | 48:26 min

Als Problem macht Lange aus, dass derzeit im Iran-Krieg "so extrem viele Patriot-Lenkflugkörper verschossen werden". Im Nahen Osten seien seit Samstag etwa 800 dieser Raketen verschossen worden.

Im Gegensatz dazu steht für den Militärexperten der "Riesenaufwand", fünf dieser Lenkflugkörper aus Deutschland und weitere 25 aus anderen Ländern für die Ukraine zu beschaffen.

Die Ukraine hat, glaube ich, im ganzen Krieg keine 800 Lenkflugkörper Patriot gehabt.

Nico Lange, Militärexperte

Klar sei, wenn die Ukraine keine Luftverteidigung hat, keine Patriot-Lenkflugkörper, keine Raketen für die F-16, "dann wird Russland das ganz brutal ausnutzen".

Wird Putin Iran unterstützen, damit der Krieg länger dauert?

Auf die Frage, inwieweit Russland derzeit Iran helfe, hat Lange eine klare Antwort:

Russland macht gar nichts für den Iran.

Nico Lange, Militärexperte

Als Verbündeter Russlands könne man daraus nur lernen, dass "die Russen keinen Finger krumm" machen, wenn es ernst werde. Alle, die mit Russland im Bunde seien, hätten nichts zu erwarten. Russland habe sich von Iran unabhängig gemacht, weil das Land seine Drohnen nicht mehr von Teheran bezieht.

  • Streaming-Tipp: Putins Agenten - Einblick ins Innere der russischen Geheimdienste (Doku, 3 Teile)

  • Kann Putin es sich innenpolitisch leisten, den Krieg beenden - bei den bisherigen Ergebnissen? (ab Minute 22)
  • Ermutigt die aggressive Außenpolitik Trumps andere Länder darin, ähnlich aggressiv aufzutreten? (ab Minute 23)
  • Wie steht China zum Iran-Krieg? (ab Minute 25)


Hoher Ölpreis "spült wieder Geld in Russlands Kassen"

Einen Vorteil für Russland sieht Lange in den hohen Ölpreisen. "Das spült wieder Geld in Russlands Kassen." Das Finanzierungsmodell des Staates, der Mobilmachung und der Rüstungsproduktion sei bei dem zuvor so niedrigen Ölpreis wackelig gewesen.

Vladimir Putin sitzt im Anzug an einem Holztisch und schaut auf Papiere.

Laut Bundesnachrichtendienst versucht Russland die Kosten seines Angriffskrieges gegen die Ukraine zu verschleiern. Wirtschaft und Staatshaushalt gehe es schlechter als offiziell dargestellt.

04.03.2026 | 0:38 min

Sollten sich die USA gegen die iranischen Revolutionsgarden durchsetzen und das iranische Öl wieder am Markt sein, werde der Preis "noch schneller noch viel niedriger sein". Das werde Russland schaden. Lange räumt jedoch ein, dass der Ausgang in Iran noch ungewiss und daher die Planbarkeit für Putin gering sei.

Für die Europäer hat der Militärexperte an dieser Stelle kein gutes Wort übrig. Das Geld von diesen hohen Ölpreisen komme aus "der Dummheit, dass auch Europäer immer noch russisches Öl" beispielsweise über Indien kaufen. In diesem Zusammenhang spricht er auch die russische Schattenflotte in der Ostsee an. Lange resümiert, dass im Zusammenhang mit russischen Vorteilen durch hohe Ölpreise auch "der Fehler der Europäer" angesprochen werden müsse.

  • Welche Vorteile Nico Lange für die Ukraine durch den Iran-Krieg sieht, sehen Sie im Video ab Minute 15.

Konflikt im Nahen Osten
:Diese Folgen hat der Iran-Krieg für Kiew und Moskau

Dauert der Iran-Krieg länger, könnte das durchaus Folgen für den Ukraine-Krieg haben. Flugabwehrwaffen würden nach Nahost umgeleitet, steigende Ölpreise könnten Moskau stärken.
von Christian Mölling, András Rácz
mit Video2:28
Luftabwehrsystem Patriot. (Archiv)
Analyse

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
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Über dieses Thema berichtete ZDFheute live in dem Beitrag "So profitiert Putin vom Iran-Krieg" am 05.03.2026 um 19:30 Uhr.

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