Russland und Iran: Was der Nahost-Krieg für Putins Allianz heißt

Putins Verbündeter unter Druck:Wie der Iran-Krieg den Kreml schwächt - mit zwei Ausnahmen

von Felix Klauser

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Russland kann Verbündete kaum schützen - das zeigt der Angriff auf das Mullah-Regime in Iran einmal mehr. Dennoch: Die Lage in Nahost könnte dem Kreml an zwei Punkten zugutekommen.

Vor der iranischen Botschaft in Moskau liegen Blumen und die russische Flagge vor dem Porträt des getöteten iranischen Machthabers Ajatollah Ali Chamenei.

Vor der iranischen Botschaft in Moskau wurden Blumen für den getöteten Machthaber Chamnei niedergelegt. Was bedeutet die Eskalation in Nahost für das Verhältnis zwischen Putin und dem Iran?

Quelle: epa

Wladimir Putin war zu Beginn der Woche nach dem Angriff auf Iran sehr beschäftigt: Gleich vier Telefonate gen Nahost führte Russlands Präsident am Montag. Der König von Bahrain, der Emir von Katar, der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und der Kronprinz Saudi-Arabiens - die Anrufliste las sich prominent.

Und doch entsteht der Eindruck, als sollten all die Worte aus dem Kreml womöglich eine Tatsache überspielen: dass an entscheidender Stelle in Moskau zwar viel gesprochen, aber wenig gehandelt wurde, um Russlands Verbündeten Iran entscheidend gegen die Angriffe Israels und den USA zu unterstützen.

Iran und Russland: Strategische Partnerschaft

Dabei hatten die Präsidenten Russlands und Irans noch im Januar des vergangenen Jahres die Beziehungen ihrer Länder vertieft. Mit einer "strategischen Partnerschaft", ausgelegt auf zwanzig Jahre, wollte man Nähe demonstrieren.

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Insgesamt 47 Kapitel umfasst der Vertrag: von Wirtschaftskooperation bis hin zu Geheimdiensten. Eine militärische Beistandspflicht aber lag schon damals nicht im Interesse der beiden Staaten: zu groß das Risiko, in Kampfhandlungen verwickelt zu werden. Sie wurde deshalb ausgeklammert.

Berichte: Russland lieferte Kampfhubschrauber an Iran

Mit echter Unterstützung bei den Kampfhandlungen hatten Beobachter also ohnehin nicht gerechnet. Für die Politikwissenschaftlerin und Russland-Expertin Hanna Notte ist vielmehr entscheidend, dass auch im Vorfeld der Angriffe auf Iran nur eingeschränkte Unterstützung aus Russland erfolgte.

Zwar soll Russland Anfang des Jahres mehrere Kampfhubschrauber nach Iran geliefert haben. Bezeichnend aber sei, so Notte, "dass Russland es nicht vermochte oder politisch nicht wollte, dem Iran in den vergangenen zwei, drei Jahren mehr Waffen zu liefern".

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Insbesondere um Systeme wie Raketenabwehr hätte es dabei gehen können. Also Kapazitäten, die es dem Iran ermöglicht hätten, sich besser gegen Angriffe zu wehren.

Iran: Unterstützung für Russland im Ukraine-Krieg

Dabei stand Iran insbesondere zu Beginn des Krieges in der Ukraine eng an Russlands Seite: mit der Lieferung von Shahed-Drohnen, Raketen und Hilfe bei der Umgehung von Sanktionen.

Im fünften Kriegsjahr hat Teheran für Moskau deutlich an Bedeutung verloren: Die Produktion der Shahed-Drohnen hat Russland mittlerweile selbst übernommen. Chinesische und nordkoreanische Unterstützung für die russische Rüstungsindustrie ist heute deutlich wichtiger.

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Verliert Russland den nächsten Verbündeten?

Für Russlands Fähigkeit, Krieg gegen die Ukraine zu führen, dürfte ein Verlust des Mullah-Regimes also kaum ins Gewicht fallen. Es ist vielmehr Moskaus Selbstwahrnehmung als starker globaler Akteur, die Schaden nimmt - auch weil es nicht der erste Partner in den vergangenen Jahren wäre, den Moskau verliert.

Bereits im Dezember 2024 musste der Kreml zusehen, wie mit dem Assad-Regime ein jahrzehntelanger Partner in Syrien fiel. Im Januar 2026 traf es auch den Verbündeten in Venezuela, Nicolás Maduro, den die USA in einer Militäroperation festnahmen.

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"Gerade jetzt, wo die Trump-Regierung sehr, sehr aggressiv auftritt, kann Russland dem wenig entgegensetzen", so Politikwissenschaftlerin Hanna Notte.

Für Moskau bedeutet das vor allem einen Imageschaden. Wieder einmal wird deutlich, dass der Kreml in der Ukraine so gebunden ist, dass praktisch keine Ressourcen mehr übrig bleiben, um Verbündeten adäquate Hilfe zu leisten.

Ölpreis steigt: Russland könnte profitieren

Einen Punkt aber gibt es, von dem Russland profitieren könnte: Sollte der Ölpreis längerfristig steigen, könnte Russland womöglich - trotz Sanktionen - höhere Einnahmen für den Staatshaushalt generieren. Der ist im mittlerweile fünften Kriegsjahr durchaus angeschlagen.

Und noch einen positiven Aspekt dürfte Wladimir Putin sehen: Donald Trump ist dieser Tage - und vielleicht noch länger - in Nahost beschäftigt. Dass der Fokus damit auf Iran und weniger auf den Verhandlungen zum Ukraine-Krieg liegt, kommt dem Kreml sehr gelegen.

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Felix Klauser berichtet als Korrespondent über Russland, den Kaukasus und Zentralasien.

Über dieses Thema berichtete das ZDFspezial am 02.03.2026 ab 19:30 Uhr.

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