Merz reist in die USA: Was der Kanzler mit Donald Trump bespricht

Kanzler reist in die USA:"Nicht Rempeln": Trumps Regeln gelten auch für Merz

Wulf Schmiese

von Wulf Schmiese

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Kanzler Merz fliegt in die USA und trifft Präsident Trump. Das Weiße Haus hat dafür Verhaltensregeln ausgegeben. Sie gelten auch für Merz, der wohl mit konkreten Botschaften kommt.

Wulf Schmiese

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist in die USA und trifft US-Präsident Donald Trump. Über das Treffen berichtet ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese.

02.03.2026 | 1:28 min

Für die Wenigen, die morgen mit dem Kanzler im Oval Office zu Gast sein dürfen, hat das Weiße Haus zehn Verhaltensregeln versendet. Sie gelten für die Presseleute, doch zwei davon wird wohl auch Friedrich Merz befolgen: "No bumping" und "No resting".

Nicht anrempeln und nicht drauf ausruhen - was den historischen Schreibtisch des US-Präsidenten schonen soll, ist im übertragenen Sinn auch der politische Kodex, den Friedrich Merz gegenüber Donald Trump zu wahren hat. Sofern er Ärger vermeiden will.

Denn diese dritte Reise des Bundeskanzlers nach Washington ist schwieriger als sein Antrittsbesuch im Juni, das offizielle Kennenlernen, das freundlich verlief.

Ein Motorrad fährt an einem Bild des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei auf einer leeren Straße vorbei, nachdem der Tod von Chamenei durch US-amerikanische und israelische Angriffe bestätigt wurde.

Über drei Jahrzehnte prägte Ali Chamenei als oberster Religionsführer die Politik Irans. Nun wurde er bei Angriffen getötet – die politische Zukunft des Iran bleibt unklar.

01.03.2026 | 2:41 min

Erstes Treffen nach Angriff auf Iran

Im August war Merz abermals im Oval Office, allerdings als einer von vielen Europäern zu einem Ukraine-Gipfel, der Trump von einem schnellen Deal mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abhalten sollte - was gelang.

Diesmal wird es vor allem um den Persischen Golf gehen. Merz wird als erster Regierungschef den amerikanischen Präsidenten besuchen, nachdem dieser Iran hat angreifen lassen.

Wulf Schmiese

Wulf Schmiese blickt auf den Besuch von Kanzler Merz im Weißen Haus voraus. Die Kernbotschaft werde sein, dass man sich um die Ukraine kümmere und deshalb nicht im Nahen Osten unterstützen könne.

01.03.2026 | 1:47 min

 

Merz sprach einst von "Drecksarbeit"

Als kurz nach Merz' erstem Trump-Besuch im Juni Israel Angriffe auf iranische Atomanlagen geflogen hatte, lobte Merz das im ZDF als "Drecksarbeit" und zollte der israelischen Staatsführung "größten Respekt" für deren Mut, "das zu machen". Und er sagte auch, was heute wieder passen könnte:

Wir hätten sonst möglicherweise Monate und Jahre weiter diesen Terror dieses Regimes gesehen und dann möglicherweise auch noch mit einer Atomwaffe in der Hand.

Friedrich Merz im Juni 2025

Demnach folgte auf den ersten Schritt, dem Ausschalten der Atomanlagen, nun acht Monate später der zweite: Das Ausschalten des Verantwortlichen. Denn genau das war der greise Ajatollah Ali Khamenei.

Er hatte das Atomprogramm unbeirrt vorangetrieben, was nun seinem Regime zum Verhängnis wird. Mit ihm und seinen Schergen sind die radikalsten Antisemiten, Holocaustleugner und Freiheitsgegner getötet worden, die in unserer Zeit ein Land regierten. 

Bundeskanzler Friedrich Merz im Interview mit Diana Zimmermann

Juni 2025: Kanzler Merz bezeichnet das Vorgehen Israels gegen Iran als "Drecksarbeit für uns alle". Sehen Sie hier seine Aussage im Video.

17.06.2025 | 0:52 min

Welche Botschaft Merz mitbringen könnte

Dennoch wird Merz Trump im Oval Office kaum überschwänglich danken. Denn er scheint besorgt. Nicht, weil er den Tod der Terror-Mullahs für einen Fehler hält oder das Völkerrecht in Gefahr sieht. Im Kanzleramt hatte der Nationale Sicherheitsrat, was das halbe Kabinett ist, am Sonntag debattiert.

Ob nicht ein schlimmerer Verstoß gegen das Völkerrecht sei, fast 50 Jahre lang die Terror-Theokratie gewähren zu lassen, die ein anderes Land tilgen und dessen Volk auslöschen will. 

Merz' Botschaft an Trump könnte sein: Wir teilen Eure Ziele, Irans Regime auszuschalten, wir akzeptieren Euer Vorgehen, aber wir beteiligen uns nicht daran.

Kuwait-Stadt: Rauch steigt nach einem iranischen Luftangriff auf eine US-Botschaft empor.

Iran reagiert mit neuen Angriffen auf Israel und US-Basen in der Golfregion. Lufträume sind dicht, Reisende sitzen fest. Die aktuelle Lage bei ZDFheute live.

02.03.2026 | 46:11 min

Auch Ukraine Thema bei Trump-Treffen

Trump aber könnte das indirekt verlangen und Deutschland abermals in sein "Board Of Peace" bitten. Das ist seine eigene Konkurrenz-Veranstaltung zur UNO, mit der er den Nahen Osten mit einem Klub von ausgewählten Weltenlenkern befrieden will. Eintrittspreis: eine Milliarde Dollar.

In genau diesem Zusammenhang wird das Thema von Merz‘ zweitem Besuch im August wieder zentral sein: Deutschlands Aufgabe, auch finanziell, so Merz' weitere Botschaft morgen - die Ukraine. Die ist von Auslöschung bedroht durch Putin, so wie es Israel ist durch die Mullahs.

Angriff auf den Iran - Dubai

Der Tod Ali Chameneis markiert eine Zäsur in Teheran. Während Iran vor einer ungewissen politischen Zukunft steht, setzen sich die gegenseitigen Angriffe in der Region fort.

01.03.2026 | 25:38 min

Die dritte Botschaft wird den Handel betreffen. Merz ist für Freihandel, Trump liebt bekanntlich Zölle als Druckmittel. Völlig offen, wie künftig die USA und die EU ihre Waren gegenseitig besteuern. Wie gilt hier Merz' Einfluss auf Trump?

Merz gehört nicht zum "Inner Circle"

Der Präsident habe einen "inneren Kreis" von europäischen Regierenden, "auf die er hört", sagt Kenneth R. Weinstein, der in Trumps erster Amtszeit sein Berater für Handelspolitik war und als Vorstandsmitglied des konservativen Hudson Institutes immer noch engen Kontakt zum Weißen Haus hält. Weinstein sagt ZDFheute:

Zu diesem Kreis gehört Merz nicht.

Kenneth R. Weinstein, ehemaliger Trump-Berater

Kenneth Weinstein

US-Präsident Donald Trump hat einen inneren Kreis europäischer Führer, auf die er hört, sagt sein ehemaliger Berater Kenneth R. Weinstein. Kanzler Merz gehöre nicht dazu.

02.03.2026 | 0:41 min

Wumms! Stattdessen und in dieser Reihenfolge: Nato-Generalsekretär Rutte, Italiens Regierungschefin Meloni, Finnlands Präsident Stubb. "Merz und Trump sind sich aber gewogen", sagt Weinstein. Und weiter:

Merz kann Trump auch bis zu einem gewissen Maße beeinflussen und ich denke, das gilt auch andersrum. Sie haben also eine solide Arbeitsbeziehung.

Kenneth R. Weinstein, ehemaliger Trump-Berater

Das mag solange gelten, wie sich Merz an die Verhaltensregeln im Oval Ofiice hält: Nicht Rempeln und nicht Ruhen.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 02.03.2026 um 17:00 Uhr in dem Beitrag "Merz reist zu Trump: Darum geht es".

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