Iran: Merz will von Trump Antworten "über Zeit danach"

Kanzler im Weißen Haus:Iran: Merz will von Trump Antworten "über Zeit danach"

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Auf seiner USA-Reise trifft Friedrich Merz Präsident Donald Trump - ihr Gespräch wird vom Iran-Krieg überschattet. Dennoch geht es auch um Zölle und die Ukraine.

Merz und Trump

Bundeskanzler Merz trifft US-Präsident Trump im Weißen Haus. Iran, Zölle, Ukraine: Es gibt viel zu besprechen. Wie läuft das Gespräch? ZDFheute live zeigt das Treffen.

03.03.2026 | 123:09 min

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Dienstagabend seine Gespräche mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus begonnen. Beide nahmen vor dem Kamin im Oval Office Platz.

Trump nannte Merz einen "Freund", den er "in sehr interessanten Zeiten" treffe. "Unsere Länder kommen gut miteinander aus", sagte Trump und kündigte an, dass beide Seiten auch über Iran sprechen würden. Er freue sich auf das Treffen.

Merz: Deutschland und USA bei Iran auf einer Seite

Merz bedankte sich für die Einladung ins Oval Office "in diesen herausfordernden Zeiten". Beim Thema Iran stünden Deutschland und die USA auf der selben Seite.

Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran gestürzt werden muss.

Friedrich Merz, Bundeskanzler, im Oval Office

Er freue sich sehr "über die Gelegenheit, in diesen schwierigen Zeiten mit Ihnen zu sprechen". Man werde aber auch "über die Zeit danach sprechen, darüber, was dann geschieht, wenn sie gestürzt sind", ergänzte Merz in seinem kurzen Eingangsstatement.

Brandenburg, Schönefeld: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht zum Airbus A350 der Luftwaffe auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Brandenburg BER für den Flug nach Washington D.C. in den USA.

Bundeskanzler Merz hätte mit Donald Trump in Washington über Zölle und die Ukraine reden wollen, nun wird wohl der Iran-Krieg Thema. Was erwartet Trump in diesem Krieg von Merz und von Europa?

03.03.2026 | 1:51 min

Merz: Wollen Ukraine-Krieg schnell beendet sehen

Der Kanzler bekräftigte außerdem die europäischen Positionen zum Krieg in der Ukraine. "Wir alle wollen diesen Krieg so schnell wie möglich beendet sehen", sagte er. "Aber die Ukraine muss ihr Territorium und ihre Sicherheitsinteressen bewahren."

Trump sagte im Oval Office, die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland hätten für ihn eine sehr hohe Priorität. Zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj herrsche tiefer Hass.

SGS Busse Gökdemir

"Ich glaube, man hat gemerkt, dass man durch reine Luftbombardierung keinen Regimewechsel herbeiführen kann", sagt der Nahost-Experte Jan Busse zur US-Strategie im Iran-Krieg.

03.03.2026 | 4:59 min

Merz ist der erste europäische Regierungsvertreter, der seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag mit Trump zusammenkommt. Mit Trump war ein rund halbstündiges Gespräch im Oval Office geplant. Daran schließt sich ein Mittagessen im Cabinet Room, dem Konferenzraum der US-Regierung, an. An diesem sollten auch US-Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent teilnehmen.

Zuvor war Merz nach Angaben aus Regierungskreisen zum Auftakt seines Besuchs in Washington mit Wirtschaftsvertretern zusammengekommen. An dem Arbeitsfrühstück nahmen am Dienstag Manager aus den USA und Deutschland teil.

SPD pocht auf Antworten zu Iran-Krieg

SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte Merz vor dem Treffen mit Trump aufgefordert, bei seinem Besuch in Washington offene Fragen im Iran-Konflikt anzusprechen - "nach der Motivlage, nach der Strategie".

Für uns steht fest, dass nach allem, was wir wissen, augenblicklich das Völkerrecht nicht eingehalten worden ist.

Matthias Miersch, SPD-Fraktionschef

Das müsse klar benannt werden, forderte Miersch.

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Spahn hofft auf Einigung in Zollpolitik

Die USA seien "der entscheidende Akteur in der Weltpolitik", sagte Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) am Dienstag zum Angriff auf Iran. Der Zeitpunkt der Kanzlerreise könnte deshalb nicht passender gewählt sein. Merz spreche dabei mit Trump "auf Augenhöhe, selbstbewusst, europäisch verankert und mit klaren deutschen Interessen". Er hoffe zudem, dass das Gespräch eine Wegmarke sei, um zu einer abschließenden Einigung mit den USA in der Zollpolitik zu kommen.

Es ist der dritte Besuch von Merz als Kanzler in Washington. Er war Anfang Juni vergangenen Jahres zunächst zu seinem Antrittsbesuch zu Trump gereist. Mitte August nahm er in der US-Hauptstadt dann mit anderen europäischen Staats- und Regierungschefs an einem Gipfel zur Ukraine teil.

Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen am 03.03.2026, etwa heute um 17:00 Uhr und ZDFheute live ab 16:45 Uhr.

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