Merz: Trump-Regierung fehlt Strategie für Iran

Kanzler im Weißen Haus:Merz: Trump-Regierung fehlt Strategie für Iran

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Trotz des überwiegend harmonischen Treffens mit Trump im Oval Office hat sich Kanzler Merz danach kritisch geäußert: Den USA fehle eine Strategie für die Führung in Iran.

Der US-Präsident Donald Trump und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sitzen im Oval Office

Bei dem Treffen im Oval Office ging es vor allem um den Krieg gegen Iran, aber auch um Zölle und die Ukraine. Hier das komplette Treffen.

03.03.2026 | 36:39 min

Als erster europäischer Regierungsvertreter seit Beginn des Iran-Kriegs ist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstagnachmittag im Weißen Haus mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen. Im Anschluss an die Gespräche mit Trump und weiteren Regierungsvertretern warf der Kanzler den USA vor, keinen Plan für das Führungsvakuum in Iran zu haben. Merz sagte wörtlich, die Vereinigten Staaten hätten "keine wirklich ausformulierte Strategie (...) über die zukünftige zivile Führung" im Iran. 

Die USA und Israel hatten bei ihren Luftangriffen auf den Iran seit Samstag den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Trump selbst räumte inzwischen ein, die Nachfolgefrage sei ungeklärt.

Der US-Präsident sagte bei dem Empfang für Merz im Oval Office:

Die meisten der Leute, an die wir gedacht hatten, sind tot.

Donald Trump, US-Präsident

Die USA hätten zwar zwischenzeitlich eine andere Gruppe in den Blick genommen. Diese iranischen Vertreter könnten aber "ebenfalls tot sein laut Berichten", betonte Trump. Namen nannte er nicht.

Freunde in "sehr interessanten Zeiten"

Trump und Merz hatten am Dienstagabend zunächst gemeinsam vor dem Kamin im Oval Office vor Pressevertretern Platz genommen, bevor es hinter verschlossenen Türen zu einem Mittagessen im Cabinet Room ging, dem Konferenzraum der US-Regierung. An diesem nahmen auch US-Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent teil.

ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese vor dem Weißen Haus

Bei dem Treffen zwischen Bundeskanzler Merz und US-Präsident Trump sei auch gescherzt worden, berichtet ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese. Inhaltlich sei aber einiges offen geblieben.

03.03.2026 | 3:19 min

Vor den Pressevertretern im Oval Office nannte Trump Merz einen "Freund", den er "in sehr interessanten Zeiten" treffe. Mit ihm komme er deutlich besser aus als mit der früheren Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der es "Meinungsverschiedenheiten" bei Energie und Migration gegeben habe. 

Merz: Deutschland und USA bei Iran auf einer Seite

Merz bedankte sich für die Einladung "in diesen herausfordernden Zeiten". Beim Thema Iran stünden Deutschland und die USA auf der selben Seite.

Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran gestürzt werden muss.

Friedrich Merz, Bundeskanzler, im Oval Office

Man werde aber auch "über die Zeit danach sprechen, darüber, was dann geschieht, wenn sie gestürzt sind", ergänzte Merz in seinem kurzen Eingangsstatement.

US-Präsident Trump empfängt Bundeskanzler Merz

Bundeskanzler Merz ist bei US-Präsident Trump zu Besuch im Weißen Haus – Thema ist der Krieg im Iran. Merz zeigt Verständnis, während die USA mangelnde Unterstützung Europas beklagen.

03.03.2026 | 1:34 min

Trump droht Spanien

Trump sagte mit Blick auf Iran, "einige europäische Länder wie Spanien" hätten sich "schrecklich" verhalten. "Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen." Deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, "alle Deals" mit Madrid einzustellen.

Welche Abkommen Trump genau meinte, blieb zunächst unklar. Merz versprach, Spanien davon zu überzeugen, die in der Nato vereinbarten drei oder dreieinhalb Prozent Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt zu erreichen.

USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook

Beim Gespräch mit Merz hat Trump Spanien mit einem Handelsstopp gedroht. Strukturell sei das gar nicht möglich, analysiert USA-Expertin Clüver Ashbrook.

03.03.2026 | 11:47 min

US-Truppen bleiben wohl in Deutschland stationiert

Angesichts der Spekulation zu einem möglichen Truppenabzug sagte Merz, Trump habe ihm "nicht erst heute, aber erneut versichert, dass die Vereinigten Staaten an ihrer militärischen Präsenz in Deutschland festhalten", ergänzte Merz nach dem Treffen im Weißen Haus. "Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe."

Die Vereinigten Staaten respektieren Deutschland. Sie respektieren, dass wir massiv in die eigene konventionelle Fähigkeit investieren.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Iranische Flagge, aufgenommen am 03.03.2026

Der Tod des obersten iranischen Führers Chamenei sowie die Luftangriffe der USA und Israels haben das Machtgefüge in Teheran erschüttert und eine neue Eskalationsstufe im Nahen Osten ausgelöst.

03.03.2026 | 5:02 min

Merz: Wollen Ukraine-Krieg schnell beendet sehen

Der Kanzler bekräftigte außerdem die europäischen Positionen zum Krieg in der Ukraine. "Wir alle wollen diesen Krieg so schnell wie möglich beendet sehen", sagte er. "Aber die Ukraine muss ihr Territorium und ihre Sicherheitsinteressen bewahren."

Trump sagte im Oval Office, die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland hätten für ihn eine sehr hohe Priorität. Zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj herrsche tiefer Hass.

Historische Handelsurkunde als Gastgeschenk

Und auch die Zollpolitik war Thema: Merz versuchte, Trump mit der Kopie eines historischen Handelsabkommens zwischen Preußen und den Vereinigten Staaten gnädig zu stimmen. "Ich habe Präsident Trump heute ein schön gerahmtes Faksimile dieses Abkommens aus dem Jahre 1785 unterbreitet", sagte er nach dem Treffen.

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen vor dem Weißen Haus in Washington

Trotz des dominanten Themas Iran habe es der Bundeskanzler geschafft, bei Trump die für Europa wichtigen Themen Ukraine und Zölle einzubringen, sagt USA-Korrespondent Elmar Theveßen.

03.03.2026 | 5:50 min

Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen am 03.03.2026, etwa heute um 19:00 Uhr und ZDFheute live ab 16:45 Uhr.

Hintergründe zu Merz' Besuch in den USA

  1. Donald Trump (M), Marco Rubio (l) und Verteidigungsminister Pete Hegseth, aufgenommen am 29.01.2026

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