US-"Friedensplan" für die Ukraine: Europäer wollen Änderungen

Gespräche am Sonntag in Genf :Europäer wollen Änderungen des US-Plans für die Ukraine

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Europäische Verbündete Kiews lehnen den US-Plan für ein Kriegsende ab - er sei aber eine Basis. Trump zeigte sich offen für Änderungen. Am Sonntag sind in Genf Gespräche geplant.

Donald Trump

Wie umgehen mit Trumps Plan für die Ukraine? Diese Frage dominiert den G20-Gipfel in Südafrika. Die Europäer sehen Nachbesserungsbedarf bei dem Vorschlag der USA.

22.11.2025 | 1:59 min

In die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine kommt Bewegung: Die US-Regierung hatte Kiew vor wenigen Tagen einen 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges vorgelegt, der Russland allerdings in zentralen Forderungen weit entgegenkommt und von Kiew seit langem formulierte rote Linien überschreitet. US-Präsident Donald Trump setzte der Ukraine zudem eine Frist bis kommenden Donnerstag, den Plan im Wesentlichen anzunehmen.

Am Samstag sagte Trump jedoch, der aktuelle "Friedensvorschlag" sei nicht sein letztes Angebot. "Der Krieg muss auf die eine oder andere Weise enden", erklärte der Republikaner vor Journalisten. Auf die Frage, ob dies sein letztes Angebot sei, antwortet er: "Nein."

Europäer verlangen Nachbesserungen des US-Plans

Vertreter führender europäischer Staaten wollen bereits an diesem Sonntag mit den USA und der Ukraine über den US-Plan sprechen. Deutschland und andere wichtige Verbündete der Ukraine lehnen ihn in seiner derzeitigen Fassung ab. Zwar stelle der Entwurf eine Grundlage dar, er müsse aber überarbeitet werden.

Man sei bereit sich einzubringen, um sicherzustellen, dass ein zukünftiger Frieden nachhaltig sei, heißt es weiter in einer nach einem Krisentreffen am Rande des G20-Gipfels veröffentlichten Erklärung. Den USA sei eine geänderte Version des US-Plans geschickt worden, verlautete aus Regierungskreisen.

Alica Jung

Vor Gesprächen in Genf über den US-Plan für die Ukraine, suche Präsident Selenskyj die Unterstützung der Europäer, berichtet ZDF-Reporterin Alica Jung. Der Druck der USA sei groß.

22.11.2025 | 1:07 min

Nach US-Angaben wird Washington bei dem Treffen am Sonntag in Genf vom Sondergesandtem Steve Witkoff und Außenminister Marco Rubio vertreten, die den US-Plan auch ausgearbeitet hatten. Die ukrainische Delegation soll von Andrij Jermak, einem engen Vertrauten von Präsident Wolodymyr Selenskyj, angeführt werden.

Kiew: "Unsere Vision für die nächsten Schritte abgleichen"

Die Ukraine schätze die US-Initiative, erklärte der Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, am Samstag auf Facebook. Zugleich machte er klar, dass Kiew seine Interessen bei den Verhandlungen in der Schweiz fest im Blick behalten werde. Vorrangiges Ziel sei es, "unsere Vision für die nächsten Schritte abzugleichen". Selenskyj hatte den US-Plan am Freitag in seiner aktuellen Form zurückgewiesen und "Alternativen" zu dem Vorschlag angekündigt.

Der US-Vorschlag verlangt von der Ukraine schmerzhafte Zugeständnisse wie die Abtretung großer Gebiete in der Ostukraine an Russland, eine Begrenzung der Truppenstärke und den Verzicht auf einen Nato-Beitritt sowie auf Langstreckenwaffen.

Praesident Wolodymyr Selenskyj neben US Praesident Donald Trump

Bis Donnerstag soll die Ukraine dem sogenannten "Friedensplan" der USA zustimmen. Andernfalls könnte Selenskyj Trump als Verbündeten im Krieg gegen Russland verlieren.

21.11.2025 | 3:46 min

Merz: Kein Friedensplan ohne Ja der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg, es gebe "im Augenblick eine Chance", den Krieg zu beenden. "Aber wir sind von einem gemeinsamen guten Ergebnis noch ziemlich weit entfernt." Dies habe er am Freitagabend auch beim Telefonat mit Trump deutlich gemacht.

G20-Gipfel: "Es gibt eine Chance, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden"

Bundeskanzler Friedrich Merz fordert nach der G20-Eröffnung in Johannesburg Russland auf, den Krieg zu beenden, und betont die Verantwortung der G20-Staaten für Frieden.

22.11.2025 | 3:53 min

Der Bundeskanzler betonte zudem, dass es eine Ukraine-Einigung nur mit "uneingeschränkter Zustimmung" Kiews geben könne.

Kriege können nicht beendet werden durch Großmächte über die Köpfe der betroffenen Länder im Krieg.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

ZDF-Korrespondent Ulf Röller zum G20-Gipfel in Südafrika

Beim G20-Gipfel geht es trotz der Abwesenheit von Donald Trump viel um seinen Friedensplan für die Ukraine. "Europa spielt Trumps Spiel mit", so ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

22.11.2025 | 0:56 min

Ukraine und europäische Partner sind in der Zwickmühle

Nach Einschätzung von Präsident Selenskyj droht der Ukraine bei einem Nein zum sogenannten Friedensplan, die USA als Schlüsselpartner zu verlieren. Ohne Hilfe der größten Militärmacht, die Waffen an die Ukraine verkauft und Daten für die Kriegsführung gegen Russland bereitstellt, wäre eine Fortsetzung des Abwehrkampfs gegen die Invasoren sehr erschwert.

Auch die europäischen Partner der Ukraine sind in einem Dilemma. Sie befürchten, dass ein Plan, der den Aggressor offenkundig belohnt, keinen dauerhaften Frieden auf dem Kontinent bringen wird. Zugleich sind sie angesichts der angespannten Finanzlage und einer teils unterstützungsmüden Bevölkerung in vielen Ländern ebenfalls stark an einem Ende des Krieges interessiert.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
Liveblog
Quelle: AFP, Reuters, dpa

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  4. Dieses Foto, das vom Pressedienst des ukrainischen Präsidenten am 21.11.2025 aufgenommen und veröffentlicht wurde, zeigt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, wie er in seinem Büro in Kiew einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten, dem britischen Premierminister und des deutschen Bundeskanzlers zuhört.

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