US-Justizministerin gefeuert:Er erbt Bondis Job: Wer ist Todd Blanche?
Nach der Entlassung Pam Bondis als Leiterin des Justizministeriums, rückt nun ihr Stellvertreter Todd Blanche auf den Posten. Für Trump hatte er mehrere Gerichtsverfahren gewonnen.
US-Präsident Trump hat Justizministerin Pam Bondi entlassen. Der bisherige Vize-Justizminister Todd Blanche werde ihre Aufgaben übernehmen.
02.04.2026 | 0:46 minIn den vier Jahren zwischen der ersten und zweiten Amtszeit von Donald Trump stand Todd Blanche dem US-Präsidenten in mehreren Strafverfahren zur Seite. Belohnt wurde Blanche nach Trumps zweitem Wahlsieg mit einem hochkarätigen Posten als stellvertretender Justizminister.
Nach dem Aus für Justizministerin Pam Bondi übernimmt Blanche nun interimistisch die Leitung des Ministeriums, das wegen Ermittlungen gegen Trump-Rivalen und der Affäre um Jeffrey Epstein in die Kritik geraten war.
Öffentlich lobt Donald Trump die entlassene Pam Bondi, hinter verschlossenen Türen hört sich das anders an, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
03.04.2026 | 2:31 minEpstein-Akten unter Todd Blanches Aufsicht freigegeben
Blanche, ein ehemaliger Bundesstaatsanwalt und Partner einer Anwaltskanzlei, sei ein "sehr talentierter und angesehener Jurist", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Als Stellvertreter von Bondi war der 51-jährige Blanche für den Tagesbetrieb des Justizministeriums zuständig und verteidigte es lautstark gegen Kritik. Er beaufsichtigte die Freigabe von Ermittlungsakten zu Jeffrey Epstein und trat regelmäßig in Fernsehnachrichtensendungen auf.
Der US-Multimilliardär Jeffrey Epstein hat über Jahre gezielt Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht.
25.03.2026 | 19:05 minVon der Abendschule bis in die Staatsanwaltschaft
Zu Beginn seiner Karriere besuchte Blanche abends die Brooklyn Law School, während er als Rechtsanwaltsgehilfe bei der US-Staatsanwaltschaft in Manhattan arbeitete. Der aus einem Vorort von Denver stammende Blanche schloss sein Studium mit Auszeichnung ab. Sein Grundstudium absolvierte er an der American University in Washington, D.C.
Er diente als Referendar für zwei Bundesrichter und arbeitete sich später zu einer Führungsposition in der Abteilung für Gewaltverbrechen jener Staatsanwaltschaft hoch, in der er als Anwaltsgehilfe begonnen hatte.
Nicht nur Pam Bondi, auch US‑Heimatschutzministerin Kristi Noem musste nach Skandalen ihren Posten räumen. ZDF‑Korrespondentin Heike Slansky berichtet.
06.03.2026 | 1:44 minTrumps Belohnung: Ein Platz im Justizministerium
Nach Zwischenstationen bei zwei Kanzleien - bei einer davon verteidigte er erfolgreich Trumps ehemaligen Wahlkampfleiter Paul Manafort - widmete er sich ab 2023 der Verteidigung von Trump in der Schweigegeldaffäre. In einer E-Mail an seine Kollegen schrieb er damals:
Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, dass dies das Beste für mich ist und eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen sollte.
Todd Blanche zur Verteidigung von Trump
Obwohl er damals wegen 34 Straftaten verurteilt wurde, war Trump nach dem Schweigegeldprozess beeindruckt von Blanches Hartnäckigkeit, seiner Bereitschaft, mit Zeugen und Richtern auf Konfrontation zu gehen, und der Gelassenheit, mit der er vor den Fernsehkameras sprach. Trump belohnte Blanche mit prominenten Positionen im Justizministerium.
Donald Trump ist der erste Präsident in der US-Geschichte, der strafrechtlich angeklagt und verurteilt wird. Das Urteil fiel kurz vor seiner Wiederwahl.
11.07.2024 | 104:24 minTrump-Prozesse bis zum Wahlsieg verzögert
Neben dem Schweigegeldverfahren vertrat Blanche Trump auch in der Anklage wegen Wahlbeeinflussung 2020 und der Affäre um geheime Dokumente, die der Präsident in seinem Anwesen Mar-a-Lago gehortet haben soll. In beiden Fällen verzögerte er die Verfahren bis nach Trumps Wahlsieg, woraufhin diese eingestellt wurden.
- Angeblicher Wahlbetrug 2020: FBI durchsucht eine Wahlbehörde in Georgia
Zehn Tage, bevor Trump ins Amt zurückkehrte, saß Blanche in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida neben ihm und verfolgte per Video mit, wie ein Richter in Manhattan den designierten Präsidenten in der Schweigegeldaffäre zwar verurteilte, aber keine Strafe gegen ihn verhängte.
Die Mehrheit des amerikanischen Volkes ist ebenfalls der Meinung, dass dieser Fall nicht zur Anklage hätte gebracht werden dürfen.
Todd Blanche über die Strafverfahren gegen Donald Trump
Die Wähler an den Urnen hätten selbst ein Urteil gefällt, ob diese Anklage gerechtfertigt gewesen sei, sagte er dem Richter. "Und sie haben entschieden."
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