Epstein-Files: Wie Epstein Wikipedia und Google manipulieren ließ

"Hacken wieder Wikipedia":Wie Jeffrey Epstein Wikipedia und Google manipulieren ließ

von Lucas Eiler und Tim Gorbauch

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E-Mails aus den Epstein-Files zeigen: Nach seiner Gefängnisstrafe 2009 arbeitete Epstein gezielt daran, sein schlechtes Image aufzubessern. Hilfe bekam er von unerwarteter Seite.

Jeffrey Epstein

Inside Epstein-Files: Die E-Mails von Jeffrey Epstein zeigen, wie er selbst als verurteilter Sexualstraftäter sein Netzwerk aus Stars, Politikern und Milliardären ausbauen konnte.

25.03.2026 | 29:29 min

Tausende E-Mails von und an Jeffrey Epstein sind mit den "Epstein-Files" öffentlich geworden - ein einzigartiger, bislang beispielloser Einblick in das Innenleben seines Netzwerks, der in der ZDF-Doku "In Epsteins E-Mail-Postfach" aufgearbeitet wird.

Die E-Mails zeigen auch, wie Epstein als verurteilter Sexualstraftäter, nachdem er eine dreizehnmonatige Haft verbüßt hatte, immer wieder an der Reinwaschung seines öffentlichen Bilds arbeitete.

Fall Epstein: Experte für optische Täuschungen sollte Google manipulieren

Epstein beauftragte Al Seckel, den mittlerweile verstorbenen Schwager seiner Vertrauten Ghislaine Maxwell. Aus den E-Mails lässt sich rekonstruieren, wie Seckel die Suchmaschinen-Ergebnisse über Epstein manipulieren und positive Inhalte bei Google nach oben pushen sollte - Seiten, die ihn nicht als Sexualstraftäter, sondern als Philanthrop präsentierten und in Epsteins Namen erstellt wurden, wie ein Wissenschafts-Blog, eine Sport-Seite und eine Wohltätigkeits-Website.

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05.03.2026 | 43:41 min

Eintrag zu Jeffrey Epstein: "Säubern langsam das Wiki"

Seckel, der auch ein Experte für optische Illusionen war, nahm sich auch Epsteins Wikipedia-Artikel vor. Dort stand im Juli 2010:

Jeffrey Edward Epstein (geboren am 20. Januar 1953 in Coney Island, New York) ist ein amerikanischer Geldgeber, Philanthrop und Pädophiler.

Wikipedia-Eintrag über Jeffrey Epstein im Juli 2010

"Die Spur": Sendungslogo
Quelle: ZDF/finally

In der neuen Folge des ZDF-Dokuformats "Die Spur" rekonstruieren Reporter Lucas Eiler und Tim Gorbauch, welche Mails und Konversationen sich in Epsteins Mails finden. Die Doku "In Jeffrey Epsteins E-Mail-Postfach" können Sie hier streamen.


In mehreren Absätzen wird damals Epsteins kriminelle Vergangenheit thematisiert. Anhand der neu veröffentlichten Mails und der Wikipedia-Historie kann man rekonstruieren, wie Seckel das Bild schönte. Am 29. Oktober 2010 schreibt er an Epstein in einer E-Mail:

Säubern langsam das Wiki. Machen einige Dinge, damit die Änderungen bestehen bleiben.

E-Mail von Al Seckel an Jeffrey Epstein, 29. Oktober 2010

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In den Files zum Fall des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein tauchen viele bekannte Personen auf. Die Datenmenge ist riesig - wie viele Regale die Akten füllen würden, zeigt die 3D-Animation.

13.02.2026 | 1:01 min

"Das muss langsam und mit subtilen Wortänderungen geschehen, aber es wurde abgeschwächt und vieles wurde entfernt, aber natürlich kann man nicht alles entfernen", berichtet Seckel weiter an Epstein.

Polizeifoto hielt sich hartnäckig auf Wikipedia

Vor allem das Polizeifoto von Epstein scheint dem Team um Al Seckel Herausforderungen bereitet zu haben. Im November schreibt dieser an Epstein unter dem Betreff "Hacken wieder Wiki":

Sie haben alle möglichen Schutzmaßnahmen rund um dein Polizeifoto auf Wiki getroffen, also hacken wir jetzt Wiki, um es zu entfernen und durch das Foto zu ersetzen, das du geschickt hast, mit der Überschrift: Jeffrey Epstein, Geschäftsmann, Philanthrop.

E-Mail von Al Seckel an Jeffrey Epstein im November 2010

Zehntausende Dollar zahlte Epstein den Mails zufolge dafür. "Große Firmen machen das genauso. Die setzen Leute dran, die regelmäßig die Einträge ändern, wenn sie ihnen nicht gefallen", sagt Soziologe und Elitenforscher Prof. Michael Hartmann. "Das hat er einfach konsequent versucht und das hilft in der Regel nicht dauerhaft, aber zumindest zeitweise."

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03.03.2026 | 8:05 min

Artikelreihe von Miami Herald brachte Epstein in Bedrängnis

Obwohl es in der Folge immer wieder Rückschläge für Epsteins öffentliches Bild gab: Erst neun Jahre nach seiner Freilassung 2009, im November 2018, kam Epstein ernsthaft in Bedrängnis.

Der Miami Herald publizierte damals eine Artikelserie. Die Recherche zeichnete nach, dass Epstein sich bis zu dreimal am Tag an minderjährigen Mädchen vergangen haben soll. Einige waren erst 14 Jahre alt.

Trump-Flüsterer Steve Bannon: "Muss beeindruckend professionell sein"

Epstein brauchte eine neue Öffentlichkeitsstrategie. In den Files findet sich dazu ein Chat mit Steve Bannon, Trumps ehemaliger Chefstratege, rechtsradikaler Publizist und Filmproduzent. "Wenn du ein Interview machst, darf das nicht sein wie 'Johnny macht ein YouTube-Video'. Muss beeindruckend professionell und perfekt geschnitten sein", schreibt Bannon.

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Epstein-Ermittlungen: Bill Gates gibt zwei Affären zu. Weitere Trump-Akten sollen fehlen und Heidelberger Investor taucht in Dokumenten auf. ZDFheute live ordnet ein.

25.02.2026 | 30:30 min

"Nicht sicher, wie man es inszeniert, welche Punkte man macht", antwortet Epstein. "Ziel: Das Monster menschlicher erscheinen lassen."

Interviews mit Bannon in Epstein-Files

Tatsächlich entstanden Interviewaufnahmen mit Bannon, der sich auf ZDF-Anfrage dazu nicht äußerte. Doch Epsteins Bemühungen um sein öffentliches Bild reichten nicht mehr aus. Am 6. Juli 2019 wird er festgenommen. Einen Monat später, am 10. August 2019, wird Epstein tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Die Aufnahmen, die Epstein rehabilitieren sollten, wurden erst mit den Epstein-Files publik.

Über das Thema berichtete "Die Spur" in dem Beitrag "In Jeffrey Epsteins E-Mail-Postfach" am 26.03.2026 um 17:00 Uhr.

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