Epstein-Affäre: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

Früherer norwegischer Minister Brende:Epstein-Skandal: Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück

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Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Børge Brende, tritt zurück. Zuvor hatte es Untersuchungen zu Kontakten zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gegeben.

Präsident des World Economic Forum (WEF), Börge Brende, hält eine Rede während des World Economic Forums in Davos am 20. Januar 2026. (Archiv)

"Der richtige Zeitpunkt": WEF-Chef Børge Brende gibt sein Amt auf

Quelle: Imago

Nach Bekanntwerden seiner Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein tritt Børge Brende als Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurück. Zu diesem Entschluss sei er "nach reiflicher Überlegung" gekommen, erklärte der ehemalige norwegische Außenminister in einer WEF-Mitteilung. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für das Forum, seine wichtige Arbeit ohne Ablenkungen fortzusetzen."

Dem Rücktritt ging eine unabhängige Untersuchung zu den Kontakten Brendes zu Epstein durch externe Anwälte voraus, angestoßen hatte sie das WEF. Diese sei nun abgeschlossen und habe keine weiteren Bedenken über das bereits Bekannte hinaus ergeben, heißt es in der Mitteilung weiter.

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Zuvor hatte das US-Justizministerium zahlreiche weitere Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht. Die Veröffentlichung hatte drei Geschäftsessen Brendes mit Epstein offenbart. Der Norweger kommunizierte demnach auch per E-Mail und SMS mit dem US-Millionär.

Zahlreiche Namen in den Epstein-Akten

Brende stammt aus Norwegen und war dort lange Abgeordneter der konservativen Partei sowie Umwelt-, Handels- und Außenminister. Seit 2017 ist er Präsident des WEF, das jedes Jahr im Januar das berühmte Treffen in Davos in den Schweizer Bergen ausrichtet.

Das Bild von Jeffrey Epstein bei seiner Inhaftierung in 2019 und im Hintergrund ist ein Bild der sogenannten Epstein-Akten zu sehen

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Brende ist nicht der Erste, der über die Epstein-Affäre stolpert. Vergangene Woche hatte der Verwaltungsratschef der Hotelkette Hyatt, Thomas Pritzker, seinen Hut genommen. Die norwegische Diplomatin Mona Juul trat von ihrem Posten zurück, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit entschuldigte sich für ihre früheren Kontakte zu Epstein.

Maybrit Illner
Quelle: ZDF

Um den Fall Epstein geht es auch im ZDF-Polittalk "maybrit illner" am heutigen Donnerstag, 26.02.2026, ab 22:15 Uhr: "Epsteins Netzwerk - Skandal mit System?"

Zu Gast sind unter anderen Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Jürgen Trittin (Grüne) und die Theologin Margot Käßmann.


In Frankreich gab der frühere Kulturminister Jack Lang sein Amt als Präsident des Instituts der Arabischen Welt auf. In Großbritannien waren der frühere Prinz Andrew und Ex-Minister und Ex-Botschafter Peter Mandelson vorübergehend festgenommen worden.

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Epstein war weltweit in höchsten Kreisen vernetzt und hatte über Jahre hinweg ein umfangreiches System zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger betrieben. In den veröffentlichten mehr als drei Millionen Dokumenten tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf.

Epstein war 2019 festgenommen und wenig später tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden worden.

Nachrichten | Thema
:Jeffrey Epstein

Der US-Milliardär und verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte Kontakte zu Prominenten und Politikern.
Auf einem Blatt ist eine Kopie des Führerscheins von Jeffrey Epstein zu sehen.
Quelle: AFP, dpa, Reuters
Über die Epstein-Affäre berichteten mehreren Sendungen - unter anderem ZDFheute live in der Sendung "Neues im Fall Epstein - Erpressung wegen Affäre?" am 25.02.2026 um 19:30 Uhr.

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