Clinton und Epstein: Was zu den Kontakten bekannt ist

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Aussage im US-Parlament:Clinton und Epstein: Was zu den Kontakten bekannt ist

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Bill Clintons Name wird schon seit längerem mit dem Fall Epstein in Verbindung gebracht. Nun sollen er und seine Frau Hillary vor dem US-Parlament dazu aussagen. Darum geht es.

Bill und Hillary Clinton

Fall Epstein: Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary, ehemalige Außenministerin, sagen diese Woche vor Abgeordneten des US-Parlaments aus. (Archivbild)

Quelle: dpa

In die Aufarbeitung des Skandals um Jeffrey Epstein wird in den USA nun die frühere Führungsspitze des Landes einbezogen. Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary, ehemalige Außenministerin, sagen diese Woche vor Abgeordneten des US-Parlaments aus. Der zuständige Aufsichtsausschuss arbeitet den Fall auf politischer Ebene auf.

Die Clintons hatten sich lange gesträubt, auszusagen - weswegen ihr Auftritt mit Spannung erwartet wird. Darum geht es:

Was ist über die Verbindung von Bill Clinton zu Epstein bekannt?

Bill Clintons Name wird in den USA schon seit längerem mit Epstein in Verbindung gebracht. Einer BBC-Recherche zufolge gibt es Fotos aus den frühen 1990er-Jahren von Clinton und Epstein. Öffentliche Aufzeichnungen sollen den Angaben nach beispielsweise zeigen, dass Epstein im Jahr 1992 für Clintons damaligen Präsidentschaftswahlkampf spendete.

Epstein Files: Der ehemalige Präsident Bill Clinton am Tisch mit Mick Jagger und Jeffrey Epstein.

Epstein Files: Der ehemalige Präsident Bill Clinton am Tisch mit Mick Jagger und Jeffrey Epstein.

Quelle: Imago

Damals war von Epsteins Machenschaften aber noch nichts öffentlich bekannt. Der Finanzier hatte beste Kontakte zur High Society. Prominente, Politiker und Milliardäre gingen bei ihm ein und aus.

Epstein Thumbnail

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Der Kontakt zwischen Clinton und Epstein hielt zumindest bis in die früheren 2000er-Jahren an. Etwa zu dieser Zeit unternahm Clinton als Ex-Präsident auch Reisen mit Epsteins Privatjet.

In den bisher veröffentlichten Epstein-Akten taucht Clinton mehrmals auf, veröffentlicht wurden auch mehrere Bilder. So ist der Demokrat etwa beim Schwimmen in einem Pool mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell zu sehen. Die reine Nennung seines Namens oder seine Abbildung sind keine Hinweise auf ein Fehlverhalten.

Epstein Files: Der ehemalige Präsident Bill Clinton in einem Swimmingpool mit Ghislaine Maxwell und einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.

Epstein Files: Der ehemalige Präsident Bill Clinton in einem Swimmingpool mit Ghislaine Maxwell und einer Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.

Quelle: Imago

Wie reagierte Bill Clinton bisher auf die Vorwürfe?

Der frühere US-Präsident (1993-2001) stritt bisher stets ab, etwas von den Verbrechen Epsteins gewusst zu haben. Nach der Veröffentlichung der ersten Akten im Dezember kritisierte sein Sprecher Angel Urena die Veröffentlichung der Fotos des Demokraten als Ablenkungsmanöver des Weißen Hauses.

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Auf X schrieb Urena damals, es gebe zwei Gruppen von Menschen. Eine erste Gruppe, die nichts gewusst und die Beziehung zu Epstein abgebrochen habe, bevor dessen kriminelle Taten ans Licht gekommen seien. Und dann gebe es eine zweite Gruppe, die auch danach ihre Beziehungen zu ihm weitergeführt habe.

Wir gehören zur ersten Gruppe.

Angel Urena, Sprecher Clintons

Im Epstein-Skandal wird zunächst Hillary Clinton (78) am Donnerstag vor Abgeordneten des US-Parlaments unter Eid aussagen, bevor am Freitag ihr Ehemann (79) befragt wird. US-Medien zufolge werden sie nicht im Kongress in Washington, sondern per Videoschalte befragt werden.

Es ist unklar, wie viel von der Befragung bekannt wird. Die Sitzung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Allerdings wird sie aufgezeichnet und mehreren Medienberichten zufolge gibt es die Erwartung, dass die Aufnahme später veröffentlicht wird.


Was ist mit Hillary Clinton?

Sie und ihr Ehemann hätten nichts zu verbergen, erklärte Hillary Clinton vor wenigen Tagen in der ARD-Sendung "Maischberger". Sie selbst habe Epstein nie getroffen, betonte sie erneut.

Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, woran ich mich nicht erinnern kann.

Hillary Clinton

Ihr Ehemann habe Epstein nur getroffen, weil dieser ein Flugzeug für Clintons Wohltätigkeitsprojekte zur Verfügung gestellt habe. Das alles habe aber Jahre vor der Verurteilung des Sexualstraftäters stattgefunden. Der BBC erklärte Clinton zudem zuletzt, Gehilfin Maxwell "ein paar Mal" getroffen zu haben.

Was hat Trump mit der ganzen Sache zu tun?

US-Präsident Donald Trump unterschrieb im November 2025 das vom Kongress mit großer Mehrheit beschlossene Gesetz zur Veröffentlichung der Epstein-Akten. Zuvor hatte sich Trump lange gegen eine Veröffentlichung ausgesprochen.

Seitdem versucht Trump immer wieder, die Aufmerksamkeit auf Bill Clinton zu lenken. Unter anderem behauptete er, dass Clinton auf einer Privatinsel Epsteins gewesen sei. Viele - darunter auch die Clintons selbst - werfen dem Weißen Haus ein Ablenkungsmanöver vor.

Trump mit Epstein

Eines der veröffentlichten Fotos zeigt Trump, Epstein und eine unbekannte Frau.

Quelle: AFP

Auch Trump selbst wurde immer wieder mit Epstein in Verbindung gebracht. In der Vergangenheit hatte er stets bestritten, über die Taten des Sexualstraftäters Bescheid gewusst zu haben. Immer wieder waren Bilder von Trump und Epstein aufgetaucht. Auch in den bisher veröffentlichten Akten kommt der Republikaner vor. Die Trump-Regierung versucht vehement, jede Verbindung des Präsidenten zu dem Skandal zu vermeiden.

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Wie kam es zur Aussage der Clintons?

Der Weg hin zu einer Aussage des früheren US-Präsidenten und der Ex-Außenministerin war ein langer. Immer wieder hatten sie sich geweigert, auszusagen.

Der republikanische Abgeordnete James Comer, der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses im US-Repräsentantenhaus, hatte den Clintons vorgeworfen, Vorladungen verzögert und missachtet zu haben. Erst angesichts eines drohenden Verfahrens wegen Missachtung des Kongresses hätten sie schließlich nachgegeben.

Bill und Hillary Clinton schrieben einen langen Brief an den Abgeordneten James R. Comer aus Kentucky, den republikanischen Vorsitzenden des Aufsichtsausschusses, in dem sie sich weigerten, vor dem Kongress auszusagen.

Bill und Hillary Clintons Brief an den republikanischen Vorsitzenden des House Oversight Committee, James R. Comer aus Kentucky.

Quelle: AP

Bei "Maischberger" erklärte Hillary Clinton zuletzt, sie hätten dem Kongress sowohl eine schriftliche als auch eine öffentliche Aussage angeboten. Beides sei jedoch abgelehnt worden.

  • Der US-Multimillionär Jeffrey Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der Investmentbanker war bereits 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden.
  • Epstein wurde am 10. August 2019 tot in seiner Zelle in einem New Yorker Gefängnis aufgefunden.
  • Eine Reihe von Frauen in den USA erhebt schwere Vorwürfe, denen zufolge Epstein sie auch an Freunde und Bekannte als "Sexsklavinnen" weitervermittelt habe.


Quelle: dpa
Über den Epstein-Skandal berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt im ZDFheute live am 20.02.2026 ab 18:46 Uhr.

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