Neue Auswertungen:Epstein-Akten: Was darin über Trump, Musk und Co. steht
von Oliver Klein
Zahlreiche prominente Namen stehen in den neu veröffentlichten Epstein-Akten - was auch schon zu Konsequenzen führte. Was ist bisher bekannt? ZDFheute mit einem Überblick.
Viele Amerikaner, darunter auch Republikaner, kritisieren mangelnde Transparenz in der Aufklärung der Epstein-Affäre. "Die Trump-Basis kocht", so Julius van de Laar, USA-Experte, zu den neuen Veröffentlichungen.
03.02.2026 | 9:26 minDie jüngste Veröffentlichung von Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schlägt weiter hohe Wellen. Wieder tauchen viele prominente Namen auf - US-Präsident Donald Trump, Bill Gates, Elon Musk, Andrew Mountbatten-Windsor, Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen und etliche weitere. Was wurde bisher bekannt? Was steht konkret über prominente Persönlichkeiten in den Akten? ZDFheute mit einem Überblick.
Zunächst noch ein wichtiger Hinweis: Die Nennung in den Epstein-Akten allein ist kein Beleg für ein Fehlverhalten.
Nennung in Epstein-Akten: US-Präsident Donald Trump
Die neuen Epstein-Akten enthalten schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. Mutmaßliche Opfer, teilweise damals minderjährig, berichteten von angeblichen sexuellen Übergriffen, an denen auch der US-Präsident beteiligt gewesen sein soll.
Doch es ist fraglich, was an den Vorwürfen dran ist - sie stammen vielfach aus anonymen Hinweisen und Zeugenaussagen, wie die "BBC" berichtet: Viele der Anschuldigungen basieren etwa auf Anrufen bei einer FBI-Hotline kurz vor der Wahl 2020. Die Ermittler konnten keine stichhaltigen Beweise finden und Versuche, die Informanten zu kontaktieren, scheiterten oft. Offenbar schätzte das FBI manche Hinweise, die jetzt in den Akten veröffentlicht wurden, selbst als unglaubwürdig ein.
"Es könnte für Trump gefährlich werden", kommentiert Daniel Brössler, Süddeutsche Zeitung, in Bezug auf Trumps Nähe zu Epstein und neue Mehrheitsverhältnisse durch kommende Kongresswahlen.
03.02.2026 | 4:09 minEx-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor und Sarah Ferguson
Die Akten bringen vor allem den britischen Ex-Prinzen in arge Bedrängnis. Unter den freigegebenen Dokumenten ist unter anderem ein Foto, das Andrew auf allen Vieren zeigt, während er sich über eine Frau beugt. Den Akten zufolge schlug Epstein Andrew Mountbatten-Windsor im Jahr 2010 ein Treffen mit einer Russin vor - kurz nachdem Epstein eine Strafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte.
Andrew Mountbatten-Windsor, früher bekannt als Prinz Andrew, beugt sich über eine unbekannte Person.
Quelle: U.S. Department of Justice/Jon Elswick/APDie "BBC" berichtete unter Berufung auf den US-Anwalt Brad Edwards, eine seiner Mandantinnen sei 2010 von Epstein an Andrew vermittelt worden. Auch die US-Australierin Virginia Giuffre hatte den ehemaligen Prinzen beschuldigt, sie als 17-Jährige missbraucht zu haben.
Der britische König Charles III. hatte seinem Bruder wegen dessen Verbindungen zu Epstein im vergangenen Jahr alle königlichen Titel und Ehren aberkannt.
Auch Mountbatten-Windsors Ex-Frau Sarah Ferguson taucht prominent in den Akten auf und schließt darum nun ihre Stiftung. Sie hatte 2011 in einem Interview zugegeben, von Epstein 15.000 Pfund (derzeit etwa 17.000 Euro) angenommen zu haben und öffentlich bedauert, Kontakt zu Epstein gehabt zu haben. "Fergie" soll sich dafür aber bei Epstein später in einer E-Mail "zutiefst" entschuldigt haben. Auch die Epstein-Akten legen nahe, dass die freundschaftliche Beziehung anhielt.
Nach der jüngsten Veröffentlichung weiterer Epstein-Akten belasten neue Fotos des ehemaligen Prinzen das Königshaus weiter. Premier Starmer will Andrew zur Aussage in den USA bringen.
02.02.2026 | 2:07 minEx-US-Präsident Bill Clinton
Clinton taucht mehrfach in den Akten auf, er war in den 1990ern und frühen 2000er-Jahren mit Epstein befreundet. Die bisher bekannt gewordenen Erwähnungen stehen allerdings nicht in einem inhaltlich belastenden Zusammenhang. So zeigt eines der Fotos etwa Clinton beim Schwimmen in einem Pool mit der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell.
Auf einem der Fotos schwimmt der ehemalige US-Präsident Bill Clinton mit Ghislaine Maxwell in einem Pool.
Quelle: ImagoEin weiteres Foto zeigt Clinton, Michael Jackson, Diana Ross und drei Personen mit schwarzen Balken über den Gesichtern. Weil das US-Justizministerium die Opfer in den Akten auf diese Weise unkenntlich machte, gingen viele davon aus, dass minderjährige Opfer auf dem Foto sind. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um zwei Kinder von Michael Jackson sowie den Sohn von Diana Ross. Es ist unklar, wie und warum das Foto in den Akten landete.
Ein Foto aus dem Epstein-Akten: Ex-Präsident Bill Clinton mit Michael Jackson und Diana Ross - geschwärzt sind hier aber keine Opfer, sondern die Kinder von Jackson und Ross.
Quelle: ImagoClinton und seine Ehefrau, die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, erklärten sich nun doch zu einer Aussage zum Epstein-Skandal vor einem Kongressausschuss bereit, nachdem sie sich dem bisher verweigert hatten.
In der Epstein-Affäre müssten längst alle Dokumente veröffentlicht worden sein. Schlagzeilen machen stattdessen die Clintons. Warum ihnen nun eine Anklage droht.
27.01.2026 | 1:16 minTech-Multimilliardär Elon Musk
Von Musk gibt es unter anderem einen E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2012 mit Epstein. Musk, der anscheinend einen Besuch auf Epsteins Insel organisierte, fragte diesen, an welchem Tag die "wildeste Party" dort steigen würde.
2013 schrieb er mit Epstein über einen Besuch bei einer geplanten Karibikreise am Jahresende. Am 25. Dezember fragte er Epstein: "Wann sollen wir am 2. zu deiner Insel aufbrechen?" Epstein musste das Treffen laut den Mails dann "leider" absagen. Elon Musk betonte am Samstag auf seiner Plattform X, nur sehr wenig Kontakt zu Epstein gehabt zu haben. An Partys will er nie teilgenommen haben.
Weitere jüngst veröffentlichte Dokumente aus den Epstein-Akten sorgen weltweit für Empörung. Auch US-Präsident Trump wird in den Unterlagen mehrfach genannt.
02.02.2026 | 2:53 minMicrosoft-Gründer Bill Gates
Der Name von Microsoft-Gründer Gates kommt in zwei E-Mails vor, die 2013 offenbar von Epstein an sein eigenes Konto geschickt wurden, wie US-Medien berichten. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, "um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden". In einer Stellungnahme, aus der mehrere Medien zitieren, sagte ein Gates-Sprecher: "Diese Behauptungen - von einem erwiesenen, verärgerten Lügner - sind absolut absurd und völlig falsch."
Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon
Bannon und Epstein verband eine lange Freundschaft. In Nachrichten, die beide austauschten, ging es um Politik, Reisen - sie sprachen aber auch über die AfD und Angela Merkel, wie eine Auswertung des Magazins "Spiegel" ergab. 2018 und 2019 schrieben sich Epstein und Bannon demnach regelmäßig.
In einer Mail von Epsteins Mails aus dem Jahr 2019 heißt es: "Jetzt kannst du verstehen, warum Trump mitten in der Nacht schweißgebadet aufwacht, wenn er hört, dass du und ich befreundet sind."
Wenige Tage nach der ersten Veröffentlichung von Epstein-Akten hat die US-Regierung 8.000 weitere Dokumente veröffentlicht. Der Name von Präsident Trump soll darin öfter auftauchen.
23.12.2025 | 0:22 minNorwegens Kronprinzessin Mette-Marit
Mette-Marit hatte über Jahre hinweg engen Kontakt zu Epstein - ihr Name taucht in den Akten Hunderte Male auf. Das norwegische Fernsehen wertete E-Mails aus, in denen es um private Themen wie Familie oder Gesundheit ging, aber auch um Epsteins Suche nach einer Ehepartnerin. "Paris ist interessant, aber ich bevorzuge Skandinavien", steht in einer Mail aus dem Jahr 2012, die Epstein zugeschrieben wird. Die Kronprinzessin antwortete den Akten zufolge:
Paris ist gut für Ehebruch. Skandinavierinnen sind die besseren Ehefrauen. Aber wer bin ich schon, das zu beurteilen?
Antwort von Mette-Marit in den Epstein-Akten
Mette-Marit äußerte nun große Reue, räumte "peinliche" Fehler ein. Sie habe Epsteins Hintergrund nicht ausreichend geprüft und sprach von schlechter Urteilsfähigkeit. Ihr Kontakt bestand, obwohl Epstein bereits 2008 wegen sexueller Übergriffe auf eine Minderjährige verurteilt worden war.
Mette-Marits Entschuldigung zur Causa Epstein reicht vielen nicht. Für das Königshaus kommt dazu noch der heutige Prozessbeginn gegen ihren Sohn.
03.02.2026 | 2:34 minAuch Politiker aus Europa in den Akten
Neben Mette-Marit bringen die Akten auch europäische Politiker in Bedrängnis. So rücken erneut die engen Verbindungen des früheren britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson, zu Epstein in den Fokus. Der britische Premierminister Keir Starmer ordnete am Montag eine Untersuchung dazu an. Zudem solle Mandelson aus dem britischen Oberhaus ausgeschlossen werden. Im September war er bereits als Botschafter abgesetzt worden. Grund waren damals bekannt gewordene E-Mails des Briten an Epstein. Den neuen Dokumenten zufolge soll der Labour-Politiker Anfang der 2000er-Jahre mehrfach Geld von Epstein erhalten haben.
Auch der Name des früheren französischen Kultur- und Bildungsministers Jack Lang taucht in den neuen Epstein-Akten auf. Demnach unterhielten Lang und seine Tochter Caroline Kontakte zu dem US-Finanzinvestor. Nach Medienberichten soll es dabei jedoch nur um Gefälligkeiten gegangen sein - Belege für eine Verwicklung in Epsteins kriminelle Machenschaften finden sich demnach nicht.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico akzeptierte am Sonntag den Rücktritt des langjährigen Außenministers Miroslaw Lajcak wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Epstein.
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