Im Zusammenhang mit Epstein-Files:Ex-Prinz Andrew nach Festnahme wieder frei
Der britische Ex-Prinz Andrew ist wegen seiner Epstein-Kontakte festgenommen worden. Grund sei "Fehlverhalten in Ausübung offizieller Funktionen". Später kam er wieder frei.
Der ehemalige Prinz Andrew wurde wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen. Als Handelsbeauftragter soll er vertrauliche Informationen an das Epstein-Netzwerk weitergegeben haben.
20.02.2026 | 2:16 minDer frühere Prinz Andrew ist fast zwölf Stunden nach seiner Festnahme wieder freigelassen worden. Die Ermittlungen dauern an, wie die Thames Valley Police mitteilte.
Die britische Polizei hatte den früheren Prinzen Andrew in Zusammenhang mit dessen Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein am Morgen festgenommen. Dem Bruder von König Charles III. werde "Fehlverhalten in Ausübung offizieller Funktionen" vorgeworfen. Der 66-Jährige hat sich dazu bislang nicht geäußert.
"Normalerweise kann die Polizei jemanden 24 Stunden in einem solchen Fall festhalten. In besonderen Fällen, die extra genehmigt werden müssen, auch mal 96 Stunden", hatte ZDF-Korrespondent Wolf-Christian Ulrich schon am Nachmittag in London geäußert. Experten gingen da bereits davon aus, "dass Andrew aller Voraussicht nach nicht die Nacht im Gewahrsam der Polizei verbringen wird."
Der ehemalige Prinz Andrew wurde von der britischen Polizei festgesetzt – es stehe „Missbrauch in einem öffentlichen Amt“ im Raum. ZDF-Korrespondentin Britta Jäger und ZDF-Adelsexpertin Julia Melchior berichten.
20.02.2026 | 6:34 minMehrere Medien zeigten Fotos, wie Andrew am Abend in einem Auto die Polizeiwache in der Grafschaft Norfolk wieder verließ. "Wir können außerdem bestätigen, dass unsere Durchsuchungen in Norfolk nun abgeschlossen sind", heißt es von der Polizei weiter. Nähere Angaben zu den Ermittlungen machten die Beamten zunächst nicht. Die Thames Valley Police hatte im Laufe des Tages Durchsuchungen an Adressen in Berkshire, Norfolk und Windsor durchgeführt. Mutmaßliche Sexualdelikte werden in den Angaben zur Festnahme nicht erwähnt. Abgeholt wurde Andrew an seinem Geburtstag.
Die neu veröffentlichten Epstein-Files belasten Andrew Mountbatten-Windsor offenbar erneut. Was ihm jetzt vorgeworfen wird und welche Folgen ihm drohen: ZDFheute live.
19.02.2026 | 27:10 min"Fehlverhalten in Ausübung offizieller Funktionen" als Grund für Festnahme
In einer Mitteilung der Thames Valley Police hatte es am Morgen geheißen: "Im Rahmen der Ermittlungen haben wir heute einen Mann in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Fehlverhalten in Ausübung offizieller Funktionen festgenommen und führen Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk durch."
Die Epstein-Kontakte von Andrew verfolgten die britische Monarchie bereits seit Jahren und belasten das Image des Königshauses, berichtet ZDF-Korrespondent Wolf-Christian Ulrich.
19.02.2026 | 16:19 minWas sind die Vorwürfe gegen Andrew Mountbatten-Windsor?
Der ehemalige Prinz, der nun unter dem bürgerlichen Namen Andrew Mountbatten-Windsor lebt, hat durch seine Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bereits seine gesellschaftliche Stellung und seine Privilegien verloren. Er trat 2019 von allen royalen Pflichten zurück. Im Oktober entzog ihm König Charles den Prinzentitel, in der vergangenen Woche musste er sein Anwesen Royal Lodge in Windsor räumen.
Virginia Giuffre, eines der Epstein-Opfer, hatte Andrew vorgeworfen, sie als Minderjährige mehrfach missbraucht zu haben. Andrew bestreitet ein Fehlverhalten bis heute. Bei der aktuellen Festnahme soll es sich aber nicht um diese Vorwürfe drehen, sondern um die Weitergabe von vertraulichen Informationen aus Andrews Zeit als Handelsbeauftragter der britischen Regierung.
"Es ist ein beispielloser Vorgang in der jüngeren Geschichte der britischen Monarchie", so ZDF-Korrespondent Wolf-Christian Ulrich in London.
19.02.2026 | 1:22 minVertrauliche Berichte an Epstein weitergeleitet?
Die BBC hatte Anfang Februar berichtet, dass Andrew vertrauliche Berichte über Wirtschaftsdelegationen nach Asien an Epstein weitergeleitet hatte. An diesen Delegationsreisen sollen auch Geschäftskontakte von Epstein teilgenommen haben. Eine entsprechende E-Mail ist im Datensatz enthalten, den das US-Justizministerium jüngst veröffentlichte.
Eine der fraglichen Nachrichten, die Andrew als Handelsbeauftragter an Epstein geschickt hat.
Quelle: US-Justizministerium"Das sind natürlich dann Dinge, von denen Epstein profitiert haben könnte", ordnet Investigativjournalist Daniel Laufer bei ZDFheute live ein. Dabei habe es sich möglicherweise auch um Investitionsmöglichkeiten gehandelt. "Epstein als jemand im Finanzgeschäft hat natürlich immer nach Optionen gesucht, um mehr Geld zu verdienen, ganz offensichtlich", so Laufer weiter. "Und wenn dann jemand vertrauliche Informationen auf Regierungsebene erhält und die an Epstein weiterreicht, ist das natürlich was, woran ein großes öffentliches Interesse besteht, aber vielleicht auch ein strafrechtliches Interesse."
Großbritannien im Epstein-Strudel: Die Enthüllungen aus den veröffentlichten Akten stellen die Monarchie weiter in Frage.
11.02.2026 | 2:10 minKönig Charles III. will Polizei unterstützen
Die Vorwürfe hatten das Königshaus in Großbritannien erneut schwer getroffen. König Charles III. hatte in der vergangenen Woche bereits angekündigt, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen. In einer Stellungnahme am Donnerstag bekräftigte er diese Position.
Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.
König Charles III.
"Ich habe mit großer Besorgnis die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen.
Nun folgt ein umfassender, fairer und ordnungsgemäßer Prozess, in dessen Rahmen diese Angelegenheit von den zuständigen Behörden in angemessener Weise untersucht wird. Wie ich bereits gesagt habe, haben sie dabei unsere uneingeschränkte und vorbehaltlose Unterstützung und Zusammenarbeit.
Lassen Sie mich klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen. Solange dieser Prozess andauert, wäre es nicht richtig, wenn ich mich weiter zu dieser Angelegenheit äußern würde. In der Zwischenzeit werden meine Familie und ich unsere Pflichten und unseren Dienst für Sie alle weiterhin erfüllen."
Laut dem britischen Royal-Experten Andrew Lownie stehe die königliche Familie durch den Epstein-Skandal derzeit "an einem Scheideweg". Sie müssten "den Stall ausmisten, bevor William das Amt übernimmt, denn er will dieses Problem nicht erben". Sonst drohe die Monarchie unter Charles in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen. Lange hatten die britischen Royals über die Vorwürfe gegen Andrew geschwiegen.
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