Baerbock: Im Südsudan droht Bürgerkrieg - Botschaft schließt

Baerbock schließt Botschaft:"Südsudan erneut am Rand des Bürgerkriegs"

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Über 50.000 Menschen sind vor den Kämpfen im Südsudan auf der Flucht. Das Land steht wieder am Rande eines Bürgerkriegs. Deutschland zieht seine Diplomaten ab.

Juba, Hauptstadt des Südsudan

Juba, Hauptstadt des Südsudan: Außenministerin Baerbock zieht den deutschen Botschafter ab

Quelle: dpa

Angesichts der Verschärfung der Gewalt im Südsudan schließt die Bundesregierung vorläufig ihre Botschaft in dem ostafrikanischen Land. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) teilte auf der Online-Plattform Bluesky mit:

Nach Jahren des fragilen Friedens steht Südsudan erneut am Rand des Bürgerkriegs.

Annalena Baerbock, Außenministerin

Der Krisenstab habe deshalb entschieden, die Botschaft in der Hauptstadt Juba vorerst zu schließen. Die Sicherheit der Beschäftigten habe oberste Priorität.

Der Südsudan mit rund elf Millionen Einwohnern erlebte nach seiner Unabhängigkeit vom nördlichen Nachbarn Sudan 2011 einen schweren Bürgerkrieg. Präsident Salva Kiir Mayardit und sein Gegner Riek Machar bildeten 2020 eine gemeinsame Übergangsregierung, die nun zu scheitern droht.

Flüchtlinge aus dem Südsudan sitzen verteilt

Der Südsudan, selbst bettelarm, hat rund 900.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Sudan aufgenommen, wo sich eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der Welt abspielt.

15.01.2025 | 10:07 min

50.000 Menschen im Südsudan auf der Flucht

Unterstützer von Präsident Kiir werfen Truppen Machars vor, im Nordosten des Landes mit Verbündeten Regierungstruppen angegriffen zu haben. Kiirs Armee reagierte mit Luftangriffen im Bundesstaat Obernil, bei denen nach örtlichen Angaben mehrere Zivilisten getötet wurden. UN-Hubschrauber wurden während eines Rettungseinsatzes beschossen.

Die Armee wirft Machars Partei vor, den Konflikt anzuheizen. Machar beschuldigt Kiir, seine Anhänger entmachten zu wollen. Nach UN-Angaben sind seit Februar mindestens 50.000 Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht.

Grafik: Die größten Krisen der Welt

Grafik: Die größten Krisen der Welt

Quelle: ZDF/Imago

Friedensabkommen von 2018 bedroht

Obwohl die Kämpfe mehr als 1.300 Kilometer von der Hauptstadt entfernt stattfinden, droht der Funken auch auf andere Landesteile überzuspringen. Auch die Konfliktparteien im benachbarten Sudan drohen sich einzumischen. Baerbock schrieb weiter:

Präsident Kiir & Vize-Präsident Machar stürzen das Land in eine Gewaltspirale. Sie sind in der Verantwortung, die sinnlose Gewalt einzustellen und das Friedensabkommen endlich umzusetzen.

Außenministerin Baerbock

Deutsche Diplomaten hatten gemeinsam mit Vertretern Kanadas, der Niederlande, Norwegens, Großbritanniens, der USA sowie der EU vor einigen Tagen seine Vermittlung zwischen Kiir und Machar angeboten.

Der wiederaufgeflammte Konflikt bedroht einen Friedensabkommen von 2018 zwischen Kiir und Machar. Es hatte einen fünfjährigen Bürgerkrieg beendet, bei dem rund 400.000 Menschen getötet wurden. Der Südsudan hatte sich 2011 vom Sudan abgespalten und gilt trotz großer Ölvorkommen als einer der ärmsten Staaten der Welt. Für den Südsudan gilt schon seit Jahren eine Reisewarnung Deutschlands.

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Quelle: dpa

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Quelle: dpa, AFP

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