Ukraine-Gipfel: Fünf Bedingungen für Verhandlungen mit Russland

Treffen mit Verbündeten in London:Unter diesen fünf Bedingungen will die Ukraine verhandeln

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Nach dem Londoner Gipfel stellen Merz, Macron, Starmer und Selenskyj fünf Bedingungen für Verhandlungen mit Russland vor. Ihre Botschaft: Europa habe ein Mitspracherecht.

ZDF-Korrespondentin Britta Jäger

In London beraten Merz, Macron, Starmer und Selenskyj über weitere Unterstützung für die Ukraine und mehr Druck auf Russland. ZDF-Korrespondentin Britta Jäger berichtet.

07.06.2026 | 1:11 min

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgerufen.

Daran sollten auch die USA und Europa "aktiv" beteiligt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj nach ihrem Treffen in London veröffentlichten.

ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann

Der Druck auf die Europäer sei gewachsen, sagt ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann.

05.06.2026 | 1:40 min

Ukraine: Fünf Bedingungen für Frieden

Darin nennen sie fünf Voraussetzungen für einen "gerechten und dauerhaften Frieden":

  • Ein Ende der Kampfhandlungen: Putin solle einer "sofortigen und vollständigen Waffenruhe" zustimmen.
  • Die derzeitige Frontlinie sollte Ausgangspunkt für Verhandlungen sein. Die vier Länder pochen aber gleichzeitig darauf, dass internationale Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden dürften. Das Recht der Ukraine, ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen und Bündnisse zu wählen, müsse zudem "uneingeschränkt" geachtet werden.
  • Die Ukraine müsse "robuste und rechtsverbindliche" Sicherheitsgarantien bekommen, sobald eine Waffenruhe in Kraft trete. Dazu gehöre der Einsatz einer multinationalen Truppe.
  • Russische Vermögenswerte blieben so lange eingefroren, bis Russland seinen Angriffskrieg beendet und die Ukraine für die durch den Krieg verursachten Schäden entschädigt.
  • Die europäischen Sicherheitsinteressen müssten in jedem Abkommen gewahrt werden. Verhandlungsergebnissen, die EU und Nato betreffen, müssten die Mitgliedstaaten zustimmen.
dara-hassanzadeh

Kiews diplomatische Vorstöße blieben bislang erfolglos. "Selenskyj selbst schätzt die Lage derzeit so ein, dass sich ein Zeitfenster für Verhandlungen öffnet“, so ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh.

05.06.2026 | 2:29 min

Europäer wollen Ukraine weiter militärisch unterstützen

Die Europäer sicherten Selenskyj auch weitere militärische Unterstützung zu. Darüber solle bei den im Juni und Juli stattfindenden Gipfeltreffen der G7 und der Nato sowie beim nächsten Treffen der "Koalition der Willigen" gesprochen werden, in der sich die Verbündeten der Ukraine zusammengeschlossen haben.

Die Staats- und Regierungschefs betonten die dringende Notwendigkeit, die Raketenabwehr und die Verfügbarkeit weitreichender Waffen zu stärken.

Sie erörterten zudem, "wie das Bündnis von der Kampferfahrung der Ukraine lernen kann und wie die langfristige industrielle Zusammenarbeit mit der Ukraine ausgebaut werden kann, um die eigene Verteidigung Europas zu stärken".

Russlands Präsident Putin und weitere Teilnehmer des Wirtschaftsforums in St. Petersurg.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Russlands Präsident Putin in einem offenen Brief Friedensgespräche angeboten.

05.06.2026 | 1:28 min

Selenskyj: Es hängt von Putin ab

In einem Interview des britischen Senders Sky News hatte Selenskyj seine Vorstellungen von einer baldigen Diskussion mit Russland über ein Kriegsende präsentiert. Es habe bereits mehrfach Signale aus Moskau über mögliche Gespräche gegeben, doch seien diese immer wieder verstummt.

Man versteht manchmal nicht, was die Russen wirklich wollen.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Putin "will diesen schrecklichen Krieg gewinnen", allerdings erkenne er zuletzt, dass seine Truppen die Initiative auf dem Schlachtfeld verloren hätten. Alle Entscheidungen über das weitere Geschehen hingen "zu 100 Prozent" von ihm ab.

Zu möglichen Gesprächen mit Moskau über ein Kriegsende meinte Selenskyj, er würde eine Beteiligung der USA und Europas begrüßen. "Aber ich bin auch zu bilateralen Gesprächen (mit Putin) bereit", sagte er. "Und nicht in Moskau, nicht in Kiew und auch nicht in Minsk."

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
14.05.2026, Ukraine, Kiew: Rettungskräfte beseitigen die Trümmer eines Hauses, das nach einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel schwer beschädigt wurde.
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Quelle: dpa
Über das Thema berichteten unter anderem die heute-Nachrichten am 07.06.2026 ab 19:00 Uhr.

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