Selenskyj vollzieht Generationswechsel an der Armeespitze

Analyse

Drapatyj folgt auf Syrskyj:Selenskyj vollzieht Generationswechsel an der Armeespitze

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Mit der Neubesetzung an der Spitze des ukrainischen Militärs vollzieht Selenskyj einen Generationswechsel. Die "Causa Fedorow" bleibe aber ungelöst, berichtet Anne Brühl aus Kiew.

Anne Brühl | ZDF-Reporterin in Kiew

Die Ukraine wolle trotz des Personalwechsels an ihrer Militärstrategie festhalten, berichtet ZDF-Reporterin Anne Brühl aus Kiew.

22.07.2026 | 3:04 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Generalmajor Mychajlo Drapatyj zum neuen Oberkommandierenden der Streitkräfte ernannt. Mit der neuen Personalie vollziehe Selenskyj einen Generationswechsel an der Armeespitze, ordnet ZDF-Reporterin Anne Brühl in Kiew ein.

Selenskyj hatte nach tagelangen Demonstrationen in Kiew seinen Armeechef Olexander Syrskyj entlassen und Drapatyj als Nachfolger installiert. An der bisherigen Strategie für die Kriegsführung wolle er aber weiterhin festhalten. Das betonte der Präsident in seiner Abendansprache am Dienstag.

Ukraine: Neuer Armeechef will Armeereform weiterführen

Drapatyj ist 43 Jahre alt, "deutlich jünger als Syrskyj, hat aber in der Vergangenheit im Generalstab sehr eng mit ihm zusammengearbeitet", sagt Brühl. Militärisch sei er sehr erfahren.

Am Dienstagabend habe Drapatyj seinen Respekt für die Menschen, die die Ukraine verteidigen, ausgedrückt. "Er hat auch davon gesprochen, dass die Armeereform weitergeführt wird", so Brühl. Durch diese will die Armeeführung unter anderem das große Problem der schleppenden Mobilisierung in den Griff bekommen. Auch ein System der gerechteren Bezahlung soll etabliert werden. Dieses Vorhaben stehe zur Zeit aber noch am Anfang.

All das sind Dinge, die er jetzt vorantreiben möchte.

Anne Brühl, ZDF-Reporterin in Kiew

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"Causa Fedorow" noch ungeklärt

Dem Personalwechsel gingen tagelange Demonstrationen voraus. Die Kritik richte sich dabei nicht unbedingt gegen den Präsidenten im Allgemeinen, sondern vor allem gegen die Art, wie dieser kommuniziere und Entscheidungen fälle.

Und noch seien nicht alle Entscheidungen getroffen, betont Brühl.

Diese Causa Fedorow, der abgesetzte Verteidigungsminister, das ist noch völlig unklar, wie das ausgeht.

Anne Brühl, ZDF-Reporterin in Kiew

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Selenskyj habe am Dienstag mit Fedorow gesprochen und wolle am Mittwoch eine finale Entscheidung treffen. Fedorow selbst zeige sich selbstbewusst. Er habe dem neuen Oberbefehlshaber gratuliert und von "frischem Wind" gesprochen.

"Das klang eher wie ein Bewerbungsprogramm, aber viele hier rätseln: Bewerbung für was?", so Brühl. Die Position des Verteidigungsministers scheine ausgeschlossen und Selenskyj stehe unter Druck, eine neue Position für Fedorow zu finden. Die Demonstranten hätten angekündigt, die Proteste ansonsten fortzuführen.

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Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 22.07.2026 ab 05:30 Uhr.

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