Netanjahu kündigt neue Gaza-Offensive "in den nächsten Tagen" an

"In den nächsten Tagen":Netanjahu kündigt neue Gaza-Offensive an

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Israel plant laut Ministerpräsident Netanjahu eine neue, intensive Offensive gegen die Hamas in Gaza. Gleichzeitig suche die Regierung nach Ländern, die Palästinenser aufnehmen.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu droht der Hamas im Gazastreifen.

Quelle: dpa

Israel wird nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in den kommenden Tagen "mit voller Kraft" im Gazastreifen vorrücken. Netanjahu sagte vor Reservisten, wie sein Büro am Dienstag mitteilte:

In den nächsten Tagen werden wir mit voller Kraft vorgehen, um den Einsatz abzuschließen.

Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident

Dies bedeute die "Zerschlagung" und "Zerstörung" der radikalislamischen Hamas-Organisation.

Netanjahu: "Wir gehen bis zum Ende"

"Jetzt sind unsere Kräfte bereits vor Ort", begründete Netanjahu das geplante Vorgehen. "Es kann sein, dass die Hamas sagt: 'Stopp - wir wollen noch zehn [Geiseln] freilassen.'" Dazu sagte der Regierungschef: "In Ordnung, bringt sie. Wir nehmen sie - und dann gehen wir rein."

Es werde "keine Situation geben, in der wir den Krieg beenden", bekräftigte der Staatschef. Es könne zwar eine zeitlich begrenzte Waffenruhe geben, "aber wir gehen bis zum Ende". Israels Armee hatte zuletzt bereits mit der Mobilisierung zehntausender Reservisten begonnen.

Israelische Medien hatten aber berichtet, es solle vor einer neuen Offensive noch das Ende des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in der Golfregion abgewartet werden.

Israel sucht aufnahmebereite Länder für Palästinenser

Netanjahu verkündete zudem, dass seine Regierung auf der Suche nach Ländern sei, die zur Aufnahme von Palästinensern aus dem Gazastreifen bereit seien.

Israel habe eine Behörde eingerichtet, die es den Bewohnern des Gazastreifens "erlauben wird, zu gehen, aber wir brauchen Länder, die bereit sind, sie aufzunehmen".

"Daran arbeiten wir zurzeit", sagte Netanjahu. Er gehe davon aus, dass "mehr als 50 Prozent" der Palästinenser den Gazastreifen verlassen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten, fügte er hinzu.

Palästinenser fürchten Vertreibung

Viele Palästinenser fürchten eine neue Welle der Flucht und Vertreibung aus dem Gazastreifen, ähnlich wie während des Kriegs im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 und während des Sechstagekriegs 1967.

In Katar sollen Verhandlungen über eine neue Waffenruhe im Gaza-Krieg weitergehen. Netanjahu hatte angekündigt, diese sollten "unter Feuer" geführt werden. Eine von Israel geforderte Entwaffnung der Terrororganisation lehnt die Hamas ab.

Sie fordert als Bedingung für eine Freilassung der verbliebenen Geiseln ein vollständiges Ende des Gaza-Kriegs. Dazu ist Israel aber nur bereit, wenn die Hamas die Macht in dem Küstenstreifen aufgibt. Inzwischen will Israel aber auch eine dauerhafte militärische Präsenz im Gazastreifen aufrechterhalten.

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