Verhandlungen über Waffenruhe:Hamas: Bereit, zehn Geiseln freizulassen
Die islamistische Hamas stimmt der Freilassung von zehn Geiseln zu - sieht bei den Verhandlungen über eine Gaza-Waffenruhe aber weiter ungelöste Fragen.
Hamas-Milizen in Gaza (Archivbild)
Quelle: ddpDie islamistische Hamas im Gazastreifen hat eigenen Angaben zufolge der Freilassung von zehn israelischen Geiseln zugestimmt. Dies sei bei den "schwierigen" Waffenruhe-Verhandlungen mit Israel vereinbart worden, heißt es in einer Erklärung der Hamas vom Mittwoch.
Weiter verhandelt würden jedoch noch die Frage der Bereitstellung von Hilfsgütern, der Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und "echte Garantien für einen dauerhaften Waffenstillstand".
In die Bemühungen um eine Waffenruhe im Gazastreifen und eine Freilassung der Geiseln war zuletzt wieder Bewegung gekommen. Seit Sonntag verhandeln Israel und die Hamas in Katar in indirekten Gesprächen wieder über ein Abkommen. Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag der internationalen Vermittler für eine 60-tägige Feuerpause. Ägypten und Katar vermitteln zwischen den beiden Konfliktparteien.
Trump: "Diese Woche eine Chance - oder nächste"
US-Präsident Donald Trump empfing Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Anfang der Woche in Washington, um mit ihm über eine Beendigung der "Tragödie" zu sprechen. Auf die Frage eines Journalisten, für wie realistisch er eine Waffenruhe im Gazastreifen halte, sagte Trump: "Ich glaube, wir haben diese Woche eine Chance - oder nächste Woche."
Netanjahu hatte betont, seine Regierung konzentriere sich auf die Bemühungen um die Freilassung der verbliebenen Geiseln im Gazastreifen. Darüber hinaus sei die Vernichtung der Hamas weiterhin ein zentrales Ziel Israels. Die "Times of Israel" zitiert ihn mit den Worten, dass weder er noch Trump einem Abkommen "um jeden Preis" zustimmen würden.
Weiter Angriffe auf Ziele in Gaza
Die Hamas erklärte, trotz der derzeitigen Schwierigkeiten bei den Verhandlungen "aufgrund der Unnachgiebigkeit" Israels arbeite man "weiter ernsthaft und positiv mit den Vermittlern zusammen, um die Hindernisse zu überwinden".
Der Krieg im abgeriegelten Gazastreifen geht unterdessen weiter. Bei israelischen Luftangriffen wurden palästinensischen Angaben zufolge erneut mehrere Menschen getötet - darunter auch Kinder. Israels Armee teilte mit, sie habe bei dem Angriff in der Nacht Mitglieder der Hamas in der Gegend getroffen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
"Die Kombination aus Mangelernährung und Durchfallerkrankungen führt zu einer massiven Verschlechterung des Zustands", sagt Katja Storck, Notfallpflegerin Ärzte ohne Grenzen.
09.07.2025 | 5:42 min