Kurz vor Ablauf der Feuerpause:Trump: Waffenruhe mit Iran wird verlängert
US-Präsident Donald Trump vollzieht eine Kehrtwende und verlängert die Feuerpause mit Iran noch einmal. Die Seeblockade iranischer Häfen werde jedoch fortgesetzt.
Die Europäer hätten keinen Hebel, um unmittelbar zur Entspannung in Iran beizutragen, so Korrespondentin Schaefers. Es bleibe nicht mehr, als an alle Beteiligten zu appellieren.
21.04.2026 | 1:52 minKurz vor Ende der zweiwöchigen Waffenruhe hat US-Präsident Donald Trump Iran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben und die Feuerpause überraschend verlängert.
Die iranische Führung sei tief gespalten, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Führung in Teheran einen "geeinten Vorschlag" zur Beilegung des Krieges unterbreite. Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe allerdings bestehen. Eine neue Frist mit Termin setzte er nicht.
In den USA gebe es inzwischen eine geringe Toleranz für den Iran-Krieg, so ZDF-Korrespondentin Claudia Bates. Trumps politischer Leidensdruck sei höher als der des Regimes in Iran.
22.04.2026 | 1:53 minTeheran droht mit Gewalt gegen US-Blockade
Unklar ist, ob sich Iran und auch Israel an die Feuerpause gebunden fühlen. Aus Tel Aviv gab es zunächst keine Reaktion. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, eine offizielle Position Irans werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Teheran habe keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten.
Das Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden berichtete weiter, Iran werde die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus nicht freigeben, solange die US-Seeblockade anhalte. Nötigenfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen.
An den Ölmärkten zeichnet sich vor diesem Hintergrund keine echte Entspannung ab. Die Nordseesorte Brent kostete vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder über 100 Dollar. Anschließend gab der Preis nur etwas nach und lag zuletzt bei 99 Dollar.
Ausgang der Waffenruhe zuvor ungewiss
Wenige Stunden vor Ablauf der Feuerpause hingen die Verhandlungen in der Schwebe. Laut der Nachrichtenagentur AP hatte das Weiße Haus eine Reise von US-Vizepräsident JD Vance für Verhandlungen mit Iran zunächst auf Eis gelegt.
Der deutsche Außenminister Wadephul rief Iran dazu auf, die Verhandlungen mit den USA fortzusetzen. Zugleich kritisierte er die Blockade der Straße von Hormus.
21.04.2026 | 0:11 minTasnim hatte derweil gemeldet, dass Vertreter aus Iran nicht zu Verhandlungen nach Pakistan reisen würden. Die USA seien von "übertriebenen Forderungen" in den vergangenen Tagen nicht abgerückt und es habe daher keine nennenswerten Fortschritte gegeben, hieß es weiter. Unter diesen Umständen sei eine Teilnahme an den Verhandlungen "reine Zeitverschwendung", hieß es in dem Bericht.
Der Nahost-Experte Thomas Juneau von der University of Ottawa beschrieb die Lage auf X als "fragiles Patt". Beide Seiten erwarteten, dass die andere Seite zuerst nachgibt. Vorerst bevorzugten beide, die Kämpfe nicht wieder aufzunehmen. "Jede Seite wähnt sich im Vorteil", schrieb er. Iran glaube, dass Trump eine "deutlich niedrigere Schmerzschwelle" habe und angesichts wachsender Unzufriedenheit in seinem eigenen Land und der bevorstehenden Zwischenwahlen zögern werde, den Krieg wieder aufzunehmen, hieß es.
Trump brauche dringend gute Nachrichten, so ZDF-Korrespondentin Claudia Bates. Die iranische Regierung sei den USA gegenüber misstrauisch, so ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.
20.04.2026 | 2:24 minStreitpunkte: Atomprogramm und Straße von Hormus
Vor etwas mehr als einer Woche waren Verhandlungen zwischen den USA und Iran in Pakistan ergebnislos geblieben. Streitthema war vor allem die Blockade der Straße von Hormus.
Weiterer Streitpunkt zwischen Washington und Teheran ist die Urananreicherung, die Iran nicht aus der Hand geben will. Westliche Staaten werfen Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies. Trump hatte den Ende Februar begonnenen Krieg gegen Iran unter anderem damit begründet, Teheran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen und könne damit "bald" sogar die USA angreifen.