Trotz Waffenruhe:Raketenalarm am Golf: USA und Iran greifen sich erneut an
Iran soll Stützpunkte in Kuwait und Bahrain angegriffen haben. Zuvor wehrten die USA laut eigenen Angaben Drohnen ab und griffen iranische Ziele an.
Der US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" im Einsatz im Arabischen Meer.
Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.comTrotz geltender Waffenruhe haben sich die USA und Iran in der Golfregion erneut gegenseitig angegriffen. Das US-Militär wehrte nach eigenen Angaben sechs von Iran auf die mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain abgefeuerte ballistische Raketen ab.
Ein weiteres Geschoss habe sein Ziel verfehlt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit.
X-Post vom US-Regionalkommando
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Zuvor hatte das US-Militär im Bereich der Straße von Hormus nach eigenen Angaben vier iranische Drohnen abgewehrt und anschließend in Iran Radarstellungen auf der dortigen Insel Qeschm und im Ort Goruk attackiert.
Nach US-Angriffen hat Teheran mit Raketenangriffen auf Golfstaaten reagiert. Beim Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait wurde mindestens eine Person getötet und Dutzende verletzt.
03.06.2026 | 1:29 minIran bestätigt Angriffe und nennt US-Stützpunkte als Ziel
Die iranischen Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - teilten laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim kurz daraufhin mit, man habe als Reaktion auf die US-Angriffe Stützpunkte des Feindes in der Region attackiert.
Kuwaits Luftabwehr war zuvor nach Armeeangaben gegen Angriffe mit Raketen und Drohnen im Einsatz. Auch in Bahrain gab es kurz darauf am frühen Morgen Raketenalarm. Das US-Militär dementierte derweil iranische Behauptungen, wonach in Bahrain das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten beschädigt worden sei. Die Angaben beider Kriegsparteien ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Iran hatte zuvor schon mehrfach Geschosse auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf gefeuert. Dort unterhält das US-Militär Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind.
Bei einem schweren iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Kuwait wurde mindestens ein Mensch getötet. ZDF-Reporter Alexander Poel berichtet.
03.06.2026 | 1:07 minUSA und Iran erheben gegenseitig Vorwürfe
Die Führung in Teheran spricht bei ihren Angriffen stets von Vergeltung für die Angriffe des US-Militärs. Die USA wiederum sprechen von Selbstverteidigung angesichts von Angriffen oder Provokationen seitens des Irans.
Die im Bereich der Straße von Hormus abgewehrten iranischen Kampfdrohnen hätten eine Bedrohung für die Schifffahrt dargestellt, teilte Centcom etwa in der Nacht mit. Die anschließenden Angriffe des US-Militärs auf Qeschm und in Goruk seien erfolgt, um sich "gegen weitere Angriffe zu verteidigen". Welche Waffensysteme dabei eingesetzt wurden, blieb zunächst unklar.
Im Iran-Krieg gab es erneut heftige Angriffe auf beiden Seiten: Iranische Drohnen trafen ein Flughafengebäude in Kuwait und US-Militärstützpunkte in Bahrain.
03.06.2026 | 0:25 minTrump: Iran hat noch ein Fünftel seiner Raketen
Nach Schätzung von US-Präsident Donald Trump verfügt Iran noch über gut ein Fünftel seines Raketenarsenals. Die meisten Drohnenfabriken, Abschussrampen und Einrichtungen zur Raketenproduktion seien ausgeschaltet worden, sagte er dem TV-Sender NBC News. "Aber sie verfügen weiterhin über Kapazitäten. Sie haben noch einige Raketen und einige Drohnen."
Trump ergänzte: "Prozentual würde ich sagen, vielleicht noch 21 bis 22 Prozent ihrer Raketen." Das seien noch viele, aber nicht mehr das, was sie anfangs hatten.
Es blieb unklar, worauf Trumps Schätzung des iranischen Raketenarsenals beruhte. Zuletzt hatte es immer wieder Medienberichte gegeben, die unter Berufung auf US-Beamte oder Geheimdiensterkenntnisse nahelegten, dass Iran weiter über einen großen Teil seiner Raketen verfügt.
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