Aus Israel entführt:Hamas übergibt drei Geiseln an das Rote Kreuz
Die Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad haben nach über einem Jahr Geiselhaft drei Israelis freigelassen. Dafür entlässt Israel Hunderte palästinensische Häftlinge.
Die Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad haben im Rahmen einer Waffenruhe-Vereinbarung mit Israel drei weitere Geiseln freigelassen. Die vor mehr als 16 Monaten aus Israel entführten Männer wurden in Chan Junis im Gazastreifen an Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Es handelt sich um:
- Alexander (Sascha) Trufanov (29),
- Sagui Dekel-Chen (36) sowie
- Iair Horn (46).
Trufanov wurde von der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) festgehalten, die anderen beiden von der Hamas.
Im Gegenzug soll Israel nach palästinensischen Angaben 369 inhaftierte Palästinenser freilassen, darunter 333 im Gazastreifen nach dem 7. Oktober festgenommene Personen und 36 zu lebenslangen Haftstrafen verurteilte Personen.
Geiseln wurden von bewaffneten Kämpfern auf Bühne geführt
Während der live im Fernsehen übertragenen Geiselübergabe wurden die drei Männer von vermummten und bewaffneten Kämpfern auf eine Bühne geführt und mussten dort auch in ein Mikrofon sprechen. Sie sahen auf den ersten Blick nicht so abgemagert aus, wie die in der Vorwoche freigelassenen Männer.
Hunderte Schaulustige hatten sich für die Freilassung der Israelis versammelt. Zu sehen waren auch Hamas-Mitglieder, die in und auf einem zerstörten Gebäude Position bezogen.
Die Islamisten hatten bereits bei den vorherigen Geiselfreilassungen versucht, sich trotz aller Zerstörungen während des Gaza-Kriegs als unbesiegt und handlungsfähig zu präsentieren. Ein Kriegsziel Israels war und ist es, die Hamas komplett zu zerschlagen.
US-Präsident Donald Trump will eine Umsiedlung von Bewohnern des zerstörten Gazastreifens in andere arabische Länder. Bei den Betroffenen stößt er auf entschiedene Ablehnung.
27.01.2025Geisel Dekel-Chef wurde in Abwesenheit Vater
Unter den Freigelassenen ist Sagui Dekel-Chen, der am 7. Oktober 2023 versuchte, die in den Grenzort eingedrungenen Terroristen abzuwehren, wie sein Vater, Jonathan Dekel-Chen, der Deutschen Presse-Agentur im vergangenen Sommer erzählte. Während seiner Geiselhaft wurde Dekel-Chen, der auch US-amerikanischer Staatsbürger ist, zum dritten Mal Vater. Nun kann er seine jüngste Tochter, inzwischen schon ein Jahr alt, endlich kennenlernen.
Frei kam auch Alexander (Sascha) Trufanov, der auch einen russischen Pass besitzt. Bei dem Terrorüberfall wurde sein Vater getötet. Der PIJ veröffentlichte mehrere Videos des 29-Jährigen, zuletzt kurz vor seiner Freilassung.
Wie bei den Freilassungen in den vergangenen Wochen sollten die drei zunächst zu einer Armeeeinrichtung in Südisrael gebracht und dort untersucht werden sowie ihre Familien treffen. Anschließen sollen die Männer in Krankenhäuser im Zentrum des Landes geflogen werden.
Nach Ägyptens Vermittlung läuft Austausch weiter
Die Hamas hatte die nun erfolgte Freilassung der Geiselgruppe zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Islamisten beschuldigten Israel, sich nicht an die Vereinbarung zur Waffenruhe zu halten. Israel wies dies entschieden zurück und drohte mit einem Neubeginn des Kriegs, sollten keine weiteren Geiseln freikommen. Sie sind das wichtigste Druckmittel der Hamas gegenüber Israel.
Die Islamistenorganisation lenkte nach Vermittlungsgesprächen in Ägypten schließlich ein und kündigte an, die drei Verschleppten doch wie vereinbart freilassen zu wollen. Ein Scheitern der fragilen Waffenruhe konnte noch einmal abgewendet werden.
Die Waffenruhe in Gaza ist in Gefahr - nicht zuletzt durch Donald Trumps "Ultimatum". Ein Blick auf Trumps Agenda und die Folgen für die Menschen vor Ort.
12.02.2025US-Präsident Donald Trump hatte der Hamas zuvor ein Ultimatum gestellt, um die Freilassung aller verbliebenen Geiseln zu erzwingen. Trump drohte, es werde die "die Hölle losbrechen", falls die Hamas die Geiseln nicht bis Samstagmittag freilasse. Die Entscheidung über die Konsequenzen liege jedoch letztlich bei Israel, sagte er. Dem Abkommen entsprechend sollten, wie nun geschehen, drei weitere Geiseln freigelassen werden.
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