Russland: Deutsche mit Bombe im Rucksack festgenommen

Inlandsgeheimdienst FSB:"Geplanter Anschlag": Deutsche in Russland festgenommen

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Weil sie eine selbstgebaute Bombe bei sich getragen haben soll, wurde in Russland eine Deutsche festgenommen. Der Geheimdienst FSB spricht von einem "geplanten Terroranschlag".

Das Hauptquartier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB am 24.06.2023 in Moskau.

In Russland ist eine Deutsche wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Laut russischen Medien soll sie mit einem Komplizen einen Terroranschlag geplant und eine Bombe im Rucksack gehabt haben.

20.04.2026 | 0:17 min

Im Süden Russlands haben die Behörden nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerin wegen Terrorverdachts festgenommen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB erklärte, er habe "einen vom Kiewer Regime geplanten Terroranschlag auf eine Einrichtung der Strafverfolgungsbehörden in der Region Stawropol vereitelt, an dem eine 1969 geborene deutsche Staatsbürgerin beteiligt war". Von unabhängiger Seite überprüfbar sind die Vorwürfe nicht.

Die Identität der Deutschen wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Die Festnahme der 1969 geborenen Frau sei in der Kaukasusstadt Pjatigorsk erfolgt, nachdem in ihrer Tasche ein improvisierter Sprengsatz gefunden wurde, berichteten Staatsmedien unter Berufung auf den FSB.

Angeblich von der Ukraine geplantes Komplott

Die Frau sei von einem Bürger eines zentralasiatischen Landes in ein von der Ukraine geplantes Komplott hineingezogen worden, bei dem eine Einrichtung der Sicherheitsdienste im Süden Russlands in die Luft gesprengt werden sollte, zitierten russische Nachrichtenagenturen den Inlandsgeheimdienst.

Vor dem Wohngebäude an der Wolokolamskoje-Autobahn in Moskau, Russland, versammelten sich Menschen. Dort hatte ein unbekannter Angreifer das Feuer auf den russischen Generalleutnant des Verteidigungsministeriums, Wladimir Alexejew, eröffnet.

Anfang Februar war nach einem Anschlag auf einen hochrangigen russischen General ein Verdächtiger nach Russland ausgeliefert worden. Der gebürtige Ukrainer hatte sich in Dubai aufgehalten.

08.02.2026 | 0:21 min

Der FSB teilte zudem mit, dass ein "1997 geborener" Staatsangehöriger eines der zentralasiatischen Länder festgenommen worden sei. Dieser habe den Sprengsatz per Fernsteuerung zünden sollen, "während die Frau vor Ort sterben sollte". Demnach enthielt der Sprengsatz eine Ladung von 1,5 Kilogramm TNT.

ZDF-Korrespondent: Meldung stützt Russlands Narrativ

Für ZDF-Korrespondent Sebastian Ehm bleiben viele Fragen offen, die sich unabhängig kaum beantworten lassen. Stutzig mache ihn, dass sowohl Festnahme als auch Sprengung der Bombe und Geständnis sehr schnell per Video von den staatlichen Agenturen verbreitet wurden.

"Es ist also nicht klar, ob sich die Tat überhaupt heute ereignet hat und auch, ob die Version des FSB und die Details überhaupt stimmen", sagt Ehm. Klar sei, dass die Meldung in das Narrativ des Kreml passe: "Die Ukraine greift Russland an und wird unterstützt von europäischen Ländern. Allen voran Deutschland." 

Russland meldet immer wieder Anschläge

In Russland gab es seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine wiederholt Attentate, Bombenanschläge und andere Angriffe, bei denen Zivilisten oder Uniformierte getötet wurden. Der FSB meldet zudem immer wieder verhinderte Terroranschläge und Festnahmen von Verdächtigen, denen Verbrechen im Auftrag ukrainischer Geheimdienste vorgeworfen werden.

Der Geheimdienst behauptete in seiner Mitteilung außerdem, die Ukraine verstärke derzeit die Anwerbung von Tätern für Anschläge unter ausländischen Staatsbürgern, darunter aus Ländern der EU.

Quelle: AFP, dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 20.04.2026 um 13:38 Uhr.

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