Mutter und Kinder beigesetzt:Türkei: Weitere Touristen wohl mit Vergiftung im Krankenhaus
In Istanbul gibt es laut Medienberichten weitere Touristen mit Vergiftungserscheinungen. Eine Mutter aus Hamburg und ihre beiden Kinder waren zuvor gestorben und wurden beerdigt.
In Istanbul gibt es offenbar weitere Fälle von schweren Lebensmittelvergiftungen bei Touristen (Archivbild).
Quelle: ImagoNach dem Tod einer Hamburger Mutter und ihrer zwei Kinder in der Türkei sind Medienberichten zufolge zwei weitere Touristen mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gekommen. Sie hätten in demselben Hotel im Istanbuler Stadtteil Fatih übernachtet wie die Familie aus Hamburg, berichtete die Nachrichtenagentur DHA.
Die Polizei ermittele vor Ort. Der Tageszeitung "Cumhuriyet" zufolge handelt es sich um Touristen aus Italien und Marokko. Die beiden klagten der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge über Übelkeit und Erbrechen, sie befinden sich demnach aber nicht in Lebensgefahr.
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10.09.2025 | 5:31 minWeitere Festnahmen in Hotelumfeld
Einer der Besitzer des Hotels sagte dem Sender CNN Türk auf eine mögliche Lebensmittelvergiftung angesprochen, das Hotel habe kein Restaurant, es gebe lediglich Wasser.
Ermittler nahmen Anadolu zufolge vor Ort Trinkwasser-Proben und werteten die Überwachungskameras aus. Es sei festgestellt worden, dass ein Zimmer im Erdgeschoss mit Chemikalien desinfiziert worden sei.
Die Polizei nahm nach Angaben der Nachrichtenagentur drei weitere Verdächtige fest: Einen Verantwortlichen des Hotels und zwei Personen, die die Desinfektion durchgeführt hatten. Damit steigt die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben.
Mutter und Kinder in der Türkei beerdigt
Die Mutter und ihre Kinder im Alter von drei und sechs Jahren waren mutmaßlich an einer Lebensmittelvergiftung gestorben. Genaueren Aufschluss sollen Laborergebnisse geben, die noch ausstehen.
Inzwischen wurde die drei Hamburger in einem Ort der westtürkischen Provinz Afyonkarahisar beerdigt, wie Anadolu berichtete. An der Trauerfeier nahmen demnach Verwandte der Familie und Lokalpolitiker teil. Die Familie hat türkische Wurzeln.
In türkischen Lebensmitteln sind laut Greenpeace häufig Pestizidrückstände. Die EU weist Importe dieser Lebensmittel immer wieder zurück.
09.07.2025 | 2:17 minDer Vater der Familie wird auf einer Intensivstation in Istanbul weiter behandelt. Ein Onkel des Vaters sagte Anadolu, er sei zutiefst betroffen und forderte, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. "Wer auch immer das getan hat, muss bestraft werden", sagte er.
Laden in Istanbul geschlossen
Am Freitag waren bereits vier Verdächtige festgenommen worden. Laut dem Staatssender TRT handelt es sich um Verkäufer von Süßigkeiten, gefüllten Muscheln und einem Gericht aus Kalbsdärmen (Kokorec). Die Familie hatte das Streetfood nach Aussage des Vaters gegessen, bevor sich ihr Zustand am Mittwoch verschlechterte.
Den Festgenommenen werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, berichtete Anadolu. Demnach sind alle Verdächtigen wegen anderer Delikte vorbestraft. Türkische Behörden ließen außerdem einen Laden im Stadtteil Besiktas schließen, von dem sie laut der Zeitung "Cumhuriyet" annahmen, dass er den Vorfall verursacht haben könnte.