Niederlande: Gewalt bei letztem Silvester mit Böllern

Festnahmen und überlastete Notrufe:Niederlande: Gewalt in letzter Silvesternacht mit Böllern

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Angriffe auf Polizisten, Gebäudebrände und überlastete Notrufnummern: In der letzten Silvesternacht vor einem Böllerverbot kommt es in den Niederlanden zu Bränden und Gewalt.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen die brennende Vondelkirche in der Nähe des Vondelparks in Amsterdam.

Weil in den Niederlanden ab heute ein Böllerverbot gilt, nutzten viele die letzte Gelegenheit. Ob Pyrotechnik der Grund für den Brand einer Amsterdamer Kirche war, ist bislang unklar.

01.01.2026 | 1:33 min

In den Niederlanden ist der letzte Jahreswechsel, bei dem Böller und Raketen erlaubt waren, vielerorts in Gewalt eskaliert. In etlichen Städten mussten die Einsatzkräfte in der Silvesternacht wegen Ausschreitungen, Vorfällen mit Feuerwerk und Bränden ausrücken. Es gab etliche Schwerverletzte und zwei Tote. Die Bereitschaftspolizei war landesweit im Dauereinsatz und es gab 250 Festnahmen. In einigen Städten wurden Wasserwerfer eingesetzt.

Der stellvertretende niederländische Polizeichef Wilbert Paulissen sagte:

Letzte Nacht ist es zu vielen Bränden, Zerstörungen und Gewalttaten gekommen.

Wilbert Paulissen, stellvertretender niederländischer Polizeichef

"Ein Supermarkt wurde geplündert und Polizisten wurden mit Molotowcocktails, schweren Feuerwerkskörpern und Pflastersteinen beworfen." Zahlreiche Autos gingen in Flammen auf. In Amsterdam brannte die monumentale Vondelkirche bis auf die Grundmauern nieder und im Norden der Niederlande wurde eine Sporthalle durch ein Feuer verwüstet.

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Gewalt gegen Polizisten und Rettungskräfte

An vielen Orten habe sich die Gewalt gegen die Polizei und Rettungskräfte gerichtet, sagte der Vize-Polizeichef. "Wieder wurden Polizisten und andere Rettungskräfte verletzt und Polizeifahrzeuge brutal zerstört."

Die Notrufnummer in den Niederlanden war in der Silvesternacht landesweit überlastet, weshalb die Behörden die Bevölkerung aufriefen, nur bei lebensbedrohlichen Situationen den Notruf zu wählen.

Die Polizei greift während der Silvesterfeierlichkeiten auf dem Dam-Platz in Amsterdam ein, nachdem es am 01.01.2026. zu Ausschreitungen gekommen war, bei denen Gruppen von Jugendlichen wahllos Feuerwerkskörper gezündet hatten.

Die Polizei war in der Silvesternacht auch auf dem Dam-Platz in Amsterdam im Einsatz, nachdem es zuvor zu Ausschreitungen gekommen war.

Quelle: Imago

Zwei Tote bei Unglücken mit Böllern

In Aalsmeer bei Amsterdam starb ein 38 Jahre alter Mann in der Nacht beim Hantieren mit Böllern. In der Großstadt Nijmegen an der deutschen Grenze kam ein 16-Jähriger bei einem Unglück mit einem Böller ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein möglicherweise Beteiligter festgenommen.

In Utrecht wurde ein bewaffneter Mann von der Polizei niedergeschossen und schwer verletzt. In Rotterdam wurde ein Beamter verletzt, als ein Autofahrer bei einer Kontrolle plötzlich Gas gab und den Polizisten mehrere hundert Meter mitschleifte.

Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 soll nach einem Parlamentsbeschluss ein Böllerverbot gelten. Für die letzte Silvesternacht mit Böllern und Raketen kauften die Menschen in den Niederlanden besonders große Vorräte ein. Nach Angaben des Branchenverbandes für Pyrotechnik (BNP) wurde Feuerwerk für 129 Millionen Euro verkauft, im Vorjahr betrug der Umsatz noch 118 Millionen Euro, wie die Zeitung "De Volkskrant" berichtete.

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Import von illegalen Böllern

Auch der Import von illegalen, teils sehr gefährlichen Knallern nahm nach Berichten der Polizei zu. Diese haben eine ungeheure Sprengkraft, die Polizei vergleicht sie mit Bomben und Granaten. In diesem Jahr wurden bis Ende Dezember rund 112 Tonnen illegale Feuerwerkskörper beschlagnahmt.

Im vergangenen Jahr lag die Gesamtmenge noch bei rund 107 Tonnen und 2023 bei rund 79 Tonnen. Der Verkauf und das Zünden von schweren Böllern ist bereits seit Jahren verboten. Doch Privatleute können sie in Belgien und Deutschland kaufen und dann über die Grenze schmuggeln.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete die Sendung heute am 01.01.2026 ab 19 Uhr.

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