Update am Morgen: Digitale Gewalt ist ein Gesellschaftsproblem

Update

Update am Morgen:Digitale Gewalt ist ein Gesellschaftsproblem

von Meike Srowig

|
Meike Srowig


Guten Morgen,

unter vielen Posts zu sexualisierter Gewalt gegen Frauen im Netz liegt in diesen Tagen der Song von Mariybu. Im Refrain heißt es: "Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann." Cyberstalking, Revenge-Porn, Fake-Profile, Deepfakes - die Varianten von Gewalt insbesondere gegen Frauen im Netz sind mannigfaltig.

Vieles übersteigt vermutlich auch die Vorstellungskraft von den meisten von uns. Doch wo viel Angebot, da viel Nachfrage und so ist es auch im Netz. Frauenfeindliche Nachrichten, in denen Männern unter anderem erklärt wird, wie sie Frauen zu ihrem "Eigentum" machen können, sind an der Tagesordnung.

Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundestag.

ZDFheute Xpress vom 25.03.2026 um 19:28 Uhr.

25.03.2026 | 3:51 min

Männer wie beispielsweise Andrew Tate verbreiten seit Jahren solchen Content und werden gehört und gesehen. Der ehemalige Kickboxer ist ein umstrittener US-amerikanisch-britischer Influencer. Zwar haben die Plattformen mehrfach seine Accounts gelöscht und sowohl die Justiz in Rumänien als auch in den USA hat bereits gegen ihn ermittelt, aber sein Einfluss ist und bleibt groß. Allein elf Millionen Follower hat er auf X.

Inhalte wie die von Andrew Tate werden im Internet als "Manosphere" bezeichnet. In dieser "Sphäre" finden Männer Informationen von Fitness über Selbstoptimierung bis hin zu Fantasien männlicher Vorherrschaft. Vor allem der Feminismus schade Männern, vermitteln sie. Wer will, kann auch "Diplome" machen und dabei lernen, wie man Frauen am besten erniedrigt. Insbesondere Teenager und junge Männer scheinen sich von Tate & Co. angezogen zu fühlen.

Aktuelle Stunde zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Die aktuelle Stunde in voller Länge vom 25.03.2026 um 17:34 Uhr.

25.03.2026 | 72:31 min

Im Bundestag hat Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) gestern zum Hinschauen aufgefordert. "Wir müssen eine Gesellschaft sein, die auf alle achtet." Sie kündigte an, dass sich Betroffene in Zukunft besser gegen digitale Gewalt wehren können sollen, indem sie etwa Schadensersatzansprüche und Accountsperren leichter durchsetzen können.

Ob das wirklich reicht, wird sich zeigen. Denn neben dem, was Opfer juristisch tun können, muss es sicherlich auch um eine gesellschaftliche Diskussion gehen. Wieso ist es so leicht, Frauen zu Opfern zu machen? Über 90 Prozent aller Deepfakes, also mit KI erstellte Videos, die Szenen zeigen, die es so nicht gab, sind pornographische Inhalte von Frauen.

Demo gegen sexualisierte digitale Gewalt vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Mittagsmagazin vom 23.03.2026 um 14:53 Uhr.

23.03.2026 | 2:53 min

Und die Technik wird immer besser. Vor ein paar Jahren dauerte es noch einige Tage, bis die KI imstande war, realistische Videos zu erstellen, heute sind es ein paar Klicks. Die Anonymität des Netzes macht es leicht, solche Inhalte zu verbreiten und damit anscheinend auch ein Frauenbild, das viele tief in sich sitzen haben. Wie gesagt: "Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann."

Haben Sie einen guten Tag!

Meike Srowig, stellvertretende Leiterin des ZDF heute journal

Was im Iran-Krieg passiert ist

Israelische Armee startet neue Angriffswelle auf Iran: Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge "großangelegte" Angriffe in weiten Teilen Irans ausgeführt. Dabei sei die "Infrastruktur des iranischen Terrorregimes" anvisiert worden, erklärt die israelische Armee. Unter anderem hätten die israelischen Streitkräfte die Stadt Isfahan im Zentrum Irans attackiert.

Trump beharrt weiter auf Verhandlungswillen der Iraner: US-Präsident Donald Trump ist weiterhin von der Verhandlungsbereitschaft Irans überzeugt. Bei einer Spendenveranstaltung für Republikaner in der Hauptstadt Washington sagt Trump, Iran sei weiterhin daran interessiert, ein Abkommen zu schließen. "Sie wollen unbedingt einen Deal machen, aber sie haben Angst, das zu sagen, weil sie glauben, sonst von ihrem eigenen Volk getötet zu werden", so Trump über die iranische Führung.

Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie hier.

Was im Ukraine-Krieg passiert ist

Britische Regierung: Armee darf Schiffe russischer Schattenflotte beschlagnahmen: Die britische Regierung hat der Armee des Landes die Erlaubnis erteilt, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer habe zugestimmt, "dass die britischen Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden nun Schiffe stoppen können, die vom Vereinigten Königreich sanktioniert wurden und britische Gewässer durchqueren", teilt die britische Regierung mit.

Selenskyj setzt auf Waffenpartnerschaft mit Golfstaaten: Die Ukraine verhandelt nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit den Staaten der Golfregion über eine Waffenpartnerschaft. Diese hätten wegen des Iran-Kriegs größtes Interesse an der ukrainischen Expertise bei der Drohnenbekämpfung, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. "Die Ukraine schlägt eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft vor: Wir können diejenigen stärken, die uns stärken können", sagte er. Als Gegenleistung sei Kiew an Flugabwehrwaffen und Geld für den eigenen Abwehrkrieg gegen Russland interessiert, machte er deutlich.

Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
Liveblog

Was heute noch wichtig ist

Ausblick für Freitag

heute journal update, 26.03.2026, 00:30 Uhr

26.03.2026 | 0:54 min

Bundestag stimmt über Spritpreispaket ab: Angesichts der nach dem Iran-Krieg gestiegenen Spritpreise stimmt das Parlament heute über ein Maßnahmenpaket ab. Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12:00 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen immer möglich sein. Die neue Regel könnte vor Ostern in Kraft treten. Fraglich aber ist, ob sie preisdämpfend wirkt. Außerdem soll das Bundeskartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise bekommen.

G7-Außenminister treffen sich zu Beratungen in Frankreich: Inmitten einer angespannten geopolitischen Lage treffen sich die Außenminister der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien heute zu Beratungen. Im französischen Cernay-la-Ville wollen sie zunächst über mögliche Reformen bei Friedenssicherung und humanitärer Hilfe reden. Auch soll es um das Thema Wiederaufbau und den Kampf gegen den Drogenhandel in Syrien gehen.

BGH-Entscheidung zu Werbung für Cannabis-Behandlung: Der Bundesgerichtshof klärt, ob ein Internetportal für ärztliche Behandlungen mit medizinischem Cannabis werben darf. Der erste Zivilsenat will seine Entscheidung heute verkünden. Die Wettbewerbszentrale war gegen das Unternehmen Bloomwell vor Gericht gezogen, weil sie einen Verstoß gegen das Heilmittelwerberecht sieht.

Treffen der Verkehrsminister von Bund und Ländern: Sie wollen heute über Ergebnisse von Beratungen informieren. Mit Spannung erwartet wird, ob es am Ende der Verkehrsministerkonferenz Beschlüsse zur Führerschein-Novelle, zu mehr Sicherheit für Bahn-Beschäftigte und zum geplanten Preisindex für das Deutschlandticket gibt. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in einem Regionalzug war eine Debatte entbrannt, wie die Mitarbeiter in den Zügen besser vor Übergriffen geschützt werden können.

Tausende demonstrieren gegen sexualisierte Gewalt im Netz: Gegen sexualisierte Gewalt im Internet gehen Tausende Menschen in deutschen Großstädten auf die Straße. Die Forderungen: Mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt und echte Konsequenzen für die Täter. 

Sport

16 Mannschaften kämpfen in den Playoff-Halbfinals heute Abend um die letzten vier europäischen WM-Tickets. Unter anderem empfängt Italien in Bergamo Nordirland. Für die größte noch zitternde Fußballnation ist das Qualifikationsturnier die letzte Chance auf eine Teilnahme - sonst verpasst der viermalige Weltmeister zum dritten Mal in Folge eine WM.

Italiens Angst vor der Angst
:Nächste Fußball-WM ohne Squadra Azzurra?

Zum dritten Mal in Folge droht Italien, eine Fußball-WM zu verpassen. Vor dem Playoff-Halbfinale gegen Nordirland ist der viermalige Weltmeister sich selbst der größte Gegner.
Claudio Palmieri, Bergamo
mit Video3:14
Francesco Pio Esposito

Sein Absturz auf olympischem Eis war einer der historischen Momente der Winterspiele in Mailand. Bei der WM in Prag kehrt Ilia Malinin in den Wettkampf zurück - und ihm wird viel zugetraut.

Den Livestream finden Sie hier: Aktuelle Sport News, Livestreams & spannende Dokus.

Zahl des Tages

550.000

Wirtschaftsverbände aus der Bau- und Immobilienbranche wollen beim Wohnungsbautag 2026 eine neue Studie vorstellen, die vermutlich unterstreicht, dass die Baukosten in Deutschland zu hoch sind und die Zahl der fertiggestellten Wohnungen deutlich unter dem eigentlichen Bedarf liegt. Im vergangenen Jahr bezifferten sie die Zahl fehlender Wohnungen auf bundesweit mehr als 550.000.

Bauarbeiter arbeiten auf einer Baustelle im Stadtteil Groß Borstel.

ZDFheute Xpress, 18.03.2026, 13:46 Uhr

18.03.2026 | 0:40 min

Ein Lichtblick

Heute ist es soweit: Ein großer Schwimmbagger soll den vor dem Timmendorfer Strand auf Grund liegenden Buckelwal befreien. Geplant ist, dass er eine Rinne in den Sand vor dem Kopf des Wals gräbt. So muss sich nach Angaben der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd das Tier nicht drehen, um wegkommen zu können.

Wal an der Ostseeküste gestrandet

Mittagsmagazin vom 25.03.2026 um 15:27 Uhr.

25.03.2026 | 2:37 min

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

heute Xpress

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

25.03.2026 | 2:07 min

Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.

So wird das Wetter heute

Nach milden Tagen bringt eine Kaltfront Schauer, Gewitter und teils sogar Schnee, etwa am Alpenrand. Sonst wechseln Sonne und Wolken und es gibt Regen-, Schnee- und Graupelschauer. Auch kurze Gewitter können dabei sein. Bei einem lebhaften und böigen Nordwestwind liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 1 und 10 Grad.

Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.

Das Wetter am Donnerstag 26.03.2026

Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Katia Rathsfeld

Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmeldungs-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Das war erstmal allesZDFheute-Update-Abo verwalten